Warum Federbetten in den Altkleidercontainer gehören

Leider steuern wir schon wieder auf die kalte Jahreszeit zu. Und damit heißt es Deckenwechsel. Sommerdecke verstauen und das Federbett beziehen. Doch genauso wie Kleidung, haben auch Federbetten bei uns nur eine begrenze Nutzungsdauer. Sie werden über die Jahre muffig, dreckig und klumpig.

Federbett Recycling

Federbett Recycling

Beim Recycling auch an die Herstellung denken

Wie der Name schon vermuten lässt, beinhalten die Decken einen tierischen Rohstoff – Federn und Daunen. Diese werden von Enten ausschließlich nach der Schlachtung gewonnen. Federn und Daunen von Gänsen werden teilweise von lebendigen Tieren gerupft. Dies ist in der EU verboten, doch in Osteuropa ist Lebendrupf immer noch normal und von dort kommen die Federn dann trotzdem die Decken der EU-Bürger. Man unterscheidet zwei Formen: das maschinelle Rupfen und das Rupfen mit der Hand. Grundsätzlich ist jede Art des Lebendrupfes mit starken Belastungen und oftmals schmerzhaften Verletzungen verbunden. Wer der brutale Wahrheit vertragen kann, hier ein Video vom ZDF:

Neue Federbetten aus dem Altkleidercontainer?

Um Gänse, Enten und unsere Umwelt zu schonen, sollen Sie Ihr altes Federbett daher nicht einfach in den Hausmüll oder zum Sperrmüll geben. Federbetten können Sie in einen Altkleidercontainer werfen, solange diese nicht grob verunreinigt oder bereits nass geworden sind. Ist das Oberbett in einem akzeptablen Zustand und wärmt es noch ausreichend, kann es als Decke weiter genutzt werden. Doch auch wenn keine direkte Weiterverwendung möglich ist, kann der Inhalt – die Federn und Daunen – wiederverwendet werden. Alt-Federn werden dann, genauso wie Altkleider, als s.g. Sekundärrohstoff gehandelt. In Deutschland werden ca. 950 Tonnen Alt-Federn gesammelt. Ein Kilogramm Alt-Federn können die Kleidersammler für für 1€ – 1,5€ an Weiterverwerter verkaufen.

Recycelte Federn werden verkauft, gereinigt und beigemischt

Die Federn aus recycelten Federbetten werden dann von Spezialfirmen gereinigt und aufbereitet. So kann ein Teil der Alt-Federn dem Füllmaterial von neue Decken beigemischt werden. Dies ist hygienisch völlig unbedenklich und schont Tier und Umwelt. Federn und Daunen, die sich nicht mehr zu Decken oder Kopfkissen verarbeiten lassen, können als Dünger genutzt werden.

Lübeck’s Altkleider werden doch nicht zerschreddert

Die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) haben Ihr Containernetz für die Altkleidersammlung auf 160 Container im ganzen Stadtgebiet ausgeweitet. Dafür wurden 160 000 Euro  für die Anschaffung investiert. Die EBL-Verantwortlichen rechnen mit 1000 Tonnen Altkleider pro Jahr. Bei Verkaufspreisen von 200 bis 400 Euro pro Tonne werden die Ausgaben abgedeckt und ein Gewinn entstehen. Die Entsorgungsbetriebe Lübeck hat somit gut halb so viele Container aufgestellt wie die Firma Retextil.

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Michaela Blunk (FDP), die die Bürger vor zweieinhalb Jahren öffentlich aufforderte (wir berichteten), ausrangierte Textilien nicht in die Sammelboxen zu werfen, sondern direkt in Kleiderkammern abzugeben, ist fassungslos über den Ausbau durch die Entsorgungsbetriebe Lübeck. „Ich sehe die Sammlung durch die Entsorgungsbetriebe nach wie vor kritisch“, sagt die FDP-Politikerin. Vor zweieinhalb Jahren versicherte das Unternehmen, dass nichts in die Dritte Welt gehen solle. Mit diesem Standpunkt steht Frau Blunk allerdings alleine da, denn alle anderen Parteien sind überzeugt, dass Altkleiderexporte z.B. Afrika keinen ökonomischen Schaden Vorort anrichten und der ökologische Gewinn durch das Recycling genutzt werden sollte. Mehr dazu hier.

Es geht um 3000 Tonnen Altkleider pro Jahr

Retextil gehört zur Soex- Gruppe und hat mit 304 Altkleidercontainern in Lübeck die meisten Standorte. Trotz gestiegener Behälteranzahl, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften und Lebensmitteleinzelhändlern, gab es bei der gesammelten Menge einen Rückgang um 25% im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Gutachten vom Dezember 2014 geht davon aus, dass in Lübeck jährlich ca. 3000 Tonnen Altkleider und Schuhe anfallen. Bislang hätten sich 16 gewerbliche und drei karitative Sammlungen die Alttextilien geteilt, so die Gutachter. Die EBL waren bis Anfang 2014 nur mit den Standorten auf ihren Wertstoffhöfen beteiligt, wo nur 20 Tonnen anfielen. Die Gutachter kamen zu dem Ergebnis, dass sich ab 650 Tonnen pro Jahr der Aufbau eines Containernetzes lohne.

Gemeinnützige Sammler merken (noch) nichts

get.jpegÜberraschenderweise fühlen sich die gemeinnützigen Sammler durch den Ausbau des Containernetzes durch die Stadt überhaupt nicht benachteiligt. Bei der Brockensammlung am Hauptbahnhof hat sich bis jetzt die Auswirkung noch nicht bemerkbar gemacht. Und auch die Vorwerker Diakonie, die 85 Altkleidercontainer bewirtschaftet 85 Container und pro Jahr 500 Tonnen Altkleider sammelt sammelt, fühlt sich durch die neue Konkurrenz nicht bedroht. Auch die Gemeindediakonie, die seit Anfang März eine Kleiderbox für Flüchtlinge unterhält, spürt nichts von der EBL-Offensive. „Die Bereitschaft der Bürger, uns Kleidung zu spenden, ist ungebrochen“, versichert Sonja Schmidt, stellvertretende Bereichsleiterin Wohnanlagen.

Breite Zustimmung erhalten die Entsorgungsbetriebe aus der Politik. „Wir unterstützen den Kurs“, sagt Dirk Freitag (CDU). „Damit lässt sich Geld verdienen — und das trägt zur Stabilität der Abfallgebühren bei.“ Auch Harald Quirder (SPD) ist überzeugt: „Das entlastet den Gebührenzahler.“ Silke Mählenhoff (Grüne) spricht von einer „guten Initiative“. Die Fraktionsvize der Grünen erwartet aber noch Nachweise, wie der Hamburger Aufkäufer die Alttextilien verwertet. Die anfängliche Debatte, dass Lübecker Altkleider auf Märkten in der Dritten Welt landen und das dortige Textilhandwerk zerstören könnten, hat sich aus Sicht von SPD und CDU erledigt.

Schaden unsere Altkleiderexporte?

Es ist die Gretchenfrage der Altkleiderverwertung: Sind die negativen Auswirkungen der Altkleiderexporte größer als ihr Nutzen?

Rund die Hälfte der in Deutschland gesammelten Altkleider sind noch tragbar und werden in osteuropäische, afrikanische oder asiatische Länder importiert. Das dies ein großer Beitrag zum Umweltschutz ist, stößt auf breite Zustimmung. Dadurch werden wertvolle Ressourcen geschont und die Herstellung von Neuware in menschenunwürdigen Arbeitsverhältnissen reduziert.

Simbabwe verbietet Import von Altkleidern

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Finanzminister Chinamasa kündigt Verbot für Altkleiderimporte zum 1.9.2015 an

Die ökonomischen Auswirkungen auf Importländer wird dagegen immer wieder kontrovers diskutiert. Hier in Deutschland, aber eben auch in den direkt betroffenen Ländern. Ende Juli hat Simbabwe ein Importverbot auf gebrauchte Kleidung und Schuhe erlassen. Der Finanzminister Patrick Chinamasa begründete das Verbot mit der Gesundheitsgefahr, die von gebrauchten Kleidern ausgehe, da Geschlechtskrankheiten wie Filzläuse übertragen werden könnten. Außerdem sei es menschenunwürdig gebrauchte Kleidung zu tragen, so der Minister weiter.

Erst weitere Berichte veröffentlichten die z.B. auch aus Tansania bekannte Argumentation, dass es auch um den Schutz der lokalen Textilindustrie und den Einzelhandel (die Neuware verkaufen) ginge.

Massive Kritik der Bevölkerung

Seit dieser Ankündigung macht sich massive Kritik innerhalb des Landes breit. Insbesondere wirft die Opposition der Regierung bloße “Symptom-Behandlung” vor. Die verbreitete Armut und hohe Arbeitslosigkeit sind die Ursache für den Boom des Altkleiderhandels. Durch ein generelles Verbot kann sich ein Großteil der Bevölkerung überhaupt keine Kleidung mehr leisten und müsse wieder in wirklich menschenunwürdiger Kleidung oder gar nackt herumlaufen.

Auch würden tausende von kleinen Altkleiderhändlern ihr Einkommen verlieren und aus Mangel von alternativen arbeitslos sein.

Die schützenswerte Textilindustrie in Simbabwe ist so gut wie nicht vorhanden. Es würde Jahre dauern, bis  ist in diese aufgebaut ist und es ist jetzt schon absehbar, dass diese mit der Neuware aus den Textilfabriken Asiens nicht konkurrieren können wird. Auch der Einzelhandel von Neuware ist bereits jetzt schon größtenteils in chinesischer Hand, durch ein Verbot der Altkleiderimporte würden diese Händler besonders profitieren.

Betroffene Händler fordern zumindest einen Kompromiss, der z.B. das generelle Verbot aufhebt und nur für Unterwäsche gilt.

CCTV Afrika zeigt in dieser kurzen Reportage wie Händler jetzt schon die Importzölle umgehen und wie die Betroffenen auf das Vorhaben der Regierung reagieren.

Weitere Links zum Thema:

The Standard (Simbabwe) “Govt must lift ban on sale of used clothes”

NewsDay (Simbabwe) “Second-hand clothes, shoes ban backfires”

Die Zeit (Deutschland) “Simbabwe verbietet Import von Altkleidern”

 

 

 

Neue Umfrage zur Entsorgung von Altkleidern

NUR 72% machen den Weg zum Altkleidercontainer oder zur Kleiderkammer!? Dies ist das Ergebnis eine repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts youGov unter 1187 Personen in Deutschland. 

Bei den genannten Antwortmöglichkeiten wird “Verschenken”, “Verkaufen” und “Aufheben” am häufigsten genannt (siehe Graphik). Bei diesen Option verzögert sich die “Entsorgung” aber eigentlich nur, denn irgendwann will es kein Freund oder Käufer mehr haben, bzw. auch der Dachboden/Keller platzt aus allen Nähten. Neben der kaum genannten Möglichkeit, die Kleidung in Geschäften abzugeben, bleibt dann wieder nur die Spende oder der Restmüll.

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Bequem aber meist falsch: Ab in den Restmüll

Laut Umfrage nutzen 21% den Restmüll als Entsorgungsmöglichkeit für ihre alte Kleidung und Schuhe. Zweifelsfrei ist die Entsorgung über den Restmüll die bequemste Methode um die Altkleider loszuwerden. Es gibt auch Alttextilen, die in den Restmüll gehören. Dreckige Schuhe, Arbeitsklamotten (z.B. mit Farbe oder Öl beschmiert) und ungewaschene Unterwäsche würden die guten Altkleider in dem Container beschmutzen – also ab damit in die Tonne.

Müllanalysen zeigen aber immer wieder, dass viele noch verwertbare Kleidungsstücke in den Restmüll gelangen. Neben der Bequemlichkeit ist aber auch die Unsicherheit über die Auswirkungen der Kleiderspende ein Grund, warum viele Menschen den Weg zum Container verweigern.

Bedenken über Auswirkungen als Rechtfertigung für häufige Entsorgung im Müll?

Aktuelle Bedenken über vermeidlich negative Auswirkungen einer Kleiderspende lassen sich grob in zwei Strömungen einteilen.

  1. Altkleiderexporte richten einen Schaden bei der ausländischen Textilindustrie an
  2. Unternehmen bereichern sich durch Vortäuschung einer Gemeinnützigkeit

Zu 1. Die z.B. in der Reportage des NDR aufgeführten Argumente und Szenerien (Altkleiderexporte zerstörten die Textilwirtschaft in Tansania) wurden bereits mehrfach widerlegt.

Zu 2. Es gibt in Deutschland tatsächlich einige Unternehmen, die mit Altkleidern unseriöse Geschäfte machen und sich daran bereichern. Um diese Unternehmen nicht zu unterstützen, sollte man bei der Auswahl des Containers insbesondere auf korrekte Kontaktinformationen achten. Straßensammlung, die nicht von karitativen Organisationen oder bekannten lokalen Vereinen durchgeführt werden, sollten Sie prinzipiell meiden.

Diese Bedenken sollten Sie nicht von einer Altkleiderspende abhalten. Denn die Altkleiderspende ist ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.

Bei den hier aufgelisteten Altkleidercontainern können Sie sich sicher sein, dass Ihre Kleidung bestmöglich recycelt wird.

Das zweite Leben der Altkeider – beginnt beim Ausmisten

Hamstern Sie Ihre Kleidung über Jahrzehnte in Ihrem Schrank, nur weil es Ihnen schwerfällt sich zu trennen, sich von Kleidungsstücken mit persönlicher Geschichte zu verabschieden? Heute wollen wir Ihnen etwas helfen:

Jede Kleiderspende ist aktiver Umweltschutz

Rund die Hälfte der in Deutschland gespendeten Altkleider können noch weitergetragen werden. Insbesondere in Afrika oder Ost-Europa sind unsere Altkleider willkommen und bieten eine Möglichkeit sich gut und günstig einzukleiden. Aber auch ein Großteil der nicht mehr tragbaren Kleidung wird nicht weggeworfen, sondern wird weiterverarbeitet. Mehr dazu hier … 

Die nächste Reise für meine alten Kleidungsstücke beginnt – heute

Für die Kleidung war mein Gebrauch und mein Kleiderschrank nur ein Zwischenstopp. Gefertigt wurde sie ja meist in Ost-Europa oder Asien. Würde ich sie jetzt in den Müll werfen, wäre ihr “Leben” in der Müllverbrennungsanlage schnell zu Ende. Dies wäre aber ökologisch und ökonomisch suboptimal, da die Kleidung für mich zwar keinen Wert hat, d.h. aber noch lange nicht, dass sie wertlos ist.

Auch wenn der Weg zum Mülleimer kürzer ist als zum Altkleidercontainer, Ihre Kleidung hat eine zweite Chance verdient. Der Aufwand wird mindestens mit einem guten Gefühl belohnt.

Um mit gutem Beispiel voran zugehen, räume ich heute mal wieder meinen Kleiderschrank aus. Wie jedes Jahr müssen dabei wichtige Entscheidungen getroffen werden. Diese fallen leichter wenn man weiß, was mit den Kleidungsstücken passiert, nachdem sie in den Altkleidercontainer geworfen wurden. Film ab:

Textile Ladenhüter – Wohin mit Kleidung aus Überproduktionen?

Nicht nur bei Lebensmitteln, auch bei Kleidung und anderen Textilprodukten gibt es jedes Jahr große Mengen, die nicht verkauft werden. Diese “Restanten” landen, ebenso wie Altkleider, in einem neuen globalen Wirtschaftskreislauf. Wir von altkleiderspenden.de befassen uns in diesem Artikel mit den “Altkleidern der Produzenten”.

Gründe für Überproduktionen

Die Gründe für nicht verkaufte Kleidung sind vielfältig und teilweise durch die Textilproduzenten nicht vermeidbar. Experten schätzen, dass eine Quote von 85 Prozent verkaufter Ware sehr gut ist. Die meisten Produzenten schaffen aber nur einen Abverkauf von 70 Prozent. Die Gründe:

  1. In Summe aller Modeproduzenten wird mehr produziert als nachgefragt.
  2. Ein zu warmer Winter oder ein verregneter Sommer lässt den Absatz schwinden und die Überproduktion steigen.
  3. Modehersteller, die am Trend vorbei produzieren, haben am Ende der Saison jede Menge Ladenhüter.

Neben diesen Gründen, gibt es aber auch weitere Szenerien für das Vorhandensein unverkaufter Kleidung. Geht ein Textilunternehmen insolvent, liegen meist noch große Mengen bereits produzierter Neuware beim Hersteller in der Produktion. Oder es werden versehentlich Mängelexemplare produziert, bei denen Farbe, Logo oder Stoffqualität nicht den Vorgaben entsprechen. So kommt es pro Jahr zu mehreren hundert Millionen Tonnen an Kleidung, die zunächst nicht verkauft werden kann.

Verkauf über andere Kanäle

Hat auch die letzte Rabattaktion nichts gebracht, versuchen Modehersteller ihre Überproduktionen in anderen Märkten zu platzieren. Dies sind z.B. Outlets auf der grünen Wiese oder Shoping-Clubs im Internet. Aber auch dieser Weg ist, sowohl von der Absatzenge als auch vom Preisnachlass, begrenzt. Markenhersteller sehen die Gefahr eines Imageschadens, wenn sie ihre Produkte zu Ramschpreisen in Billigläden verkaufen.

Verkauf an professionelle Resteverwerter

Hat der Modehersteller alle eigenen Möglichkeiten ausgeschöpft, muss er sich an Unternehmen werden, die ihm die Überproduktion komplett abkaufen. Zu niedrigsten Preisen versteht sich. Der Hersteller kann froh sein, wenn er die Produktionskosten wieder bekommt. Über Preise und Kalkulationen macht ein Insider folgende Rechnung: “Wenn ein Pullover im Laden 100 Euro kostet, hat der Händler ihn für 33 Euro eingekauft. Die Produktionskosten betrugen 17Euro. Diese 17 Euro, also den Selbstkostenpreis, will der Hersteller bei einer Verwertung gerne zurückhaben.”

Viel wichtiger als der Verkaufserlös sind dem Verkäufer allerdings die Konditionen, zu denen der Käufer die Ware weiterverkaufen kann. Denn hier droht erneut ein Imageschaden, wenn die Markenprodukte zu billig in Stammabsatzmärkten verkauft werden.

Alternative Wege für Textilhersteller

Vernichten durch verbrennen

zerstoerung-ueberproduktionEs ist absurd. Mache Modemarken vernichten ihre Überproduktionen, um einen Imageschaden wegen des hohen Preisnachlasses oder nachweisbarer Fehlkalkulation auszuschließen. Die Vernichtung durch Verbrennung passiert natürlich sehr diskret und unbemerkt, nur in seltenen Fällen wird dieses ökologische Verbrechen öffentlich. So geschehen bei der Modemarkte Victoria’s Secret und Louis Vuitton, die ungetragne Kleidung bzw. Produkte zerstören ließen und damit die Öffentlichkeit empörten.

Spenden an gemeinnützige Organisationen

Ein wesentlich sinnvollerer Weg, ist das Spenden der unverkauften Neuware an gemeinnütze oder karitative Einrichtungen sowie Gefängnisse, Schulen oder Vereine. Dieser alternative Weg ist nicht nur besser für die Umwelt, auch das Firmenimage nimmt so garantiert keinen Schaden. Um den Unternehmen das Spenden zu erleichtern, gibt es Organisationen, die die gespendeten Kleider in Empfang nehmen und anschließend weiter verteilen.

Die Kölner Organisation innatura hat sich auf die Vermittlung von Über- und Fehlproduktionen an gemeinnützige Einrichtungen spezialisiert. Die gGmbH innatura steuert über ein Onlineportal den gesamten Ablauf von der Beschaffung bis zur Lieferung der Sachspenden an gemeinnützige Organisationen und finanziert sich dabei ausschließlich durch eine Vermittlungsgebühr.

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Neue Wege der Altkleidersammlung

Der Schwarzwald Baar Kreis schlägt neue Wege gegen den Wildwuchs der illegalen Altkleidercontainer ein. Gemeinsam mit sechs karitativen Hilfsorganisationen hat sich der Landkreis zu einer Kooperation zusammengeschlossen, um so dem Bürger ein flächendeckendes Netz an legalen Altkleidercontainern zu bieten. Seit August 2014 stehen an 70 Standorten (zur Kartenansicht) die blauen Kooperationscontainer mit gemeinsamen Logo.

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Gemeinsam gegen die Illegalen

Altkleidercontainer-blauBis zum Start der Initiative hatten unseriöse Unternehmen immer wieder Altkleidercontainer ohne Genehmigung auf öffentlichen Grund gestellt. Zum Ärger der Städte und Gemeinden, die einen hohen Aufwand erbringen müssen, um die Container juristisch korrekt zu entfernen. Aber auch die Hilfsorganisationen wie z. B. das DRK Villingen-Schwenningen verloren durch die illegalen Altkleidercontainer wichtige Einnahmen für ehrenamtliche und soziale Projekte. Die Idee des Landkreises,  in 19 Städten und Gemeinden die illegalen durch neue Kooperationscontainer zu verdrängen, stieß auf viel Zuspruch. Neben den neuen Containern sollten die bereits vorhandenen karitativen Container bestehen bleiben. Seit August wurden 32 illegale Container dauerhaft aus dem Verkehr gezogen und 72 Kooperationscontainer aufgestellt.

Landkreis beteiligt Hilfsorganisationen am Gewinn

Um die bereits sammelnden Hilfsorganisationen für die neue “Konkurrenz” durch die Kooperationscontainer zu kompensieren, beteiligt der Landkreis die Kooperationspartner mit 20% am Gewinn. Dieser ergibt sich durch den Verkaufserlös der Altkleider an die FWS GmbH abzüglich der Kosten für die Verwaltung der Container. In den ersten 5 Monaten lag die Sammelmenge bei 74 Tonnen.

Ein Gewinn für die Umwelt

Für jedes Kilo Baumwolle, welches neu produziert wird, werden durchschnittlich 15.000 Liter Wasser benötigt. Ebenfalls belasten Pestizide und Chemikalien zur Einfärbung der Stoffe unsere Umwelt. Die Kleidung aus dem Schwarzwald Baar Kreis kann zu fast 50% (siehe Grafik unten) weiter getragen und muss eben nicht neu produziert werden. Berechnet man nur die Wasserersparnis der Baumwollkleidung, ergibt sich eine Ersparnis von 1.050.000.000 Liter (1,05 Milliarden) Wasser in 5 Monaten.

Verwendung der Gewinne aus den Altkleidern

Die Hilfsorganisationen nutzen die zusätzlichen Einnahmen für die Finanzierung ihrer sozialen Arbeit und Projekte z.B. für ein Bildungszentrum und eine Ambulanz in Togo (Help World e. V.) oder zur Mitfinanzierung von Sprachkurse für Asylbewerber (Kolping Bildungswerk e. V.). Die Einnahmen aus den Altkleidern helfen im Schwarzwald-Baar-Kreis die Müllgebühren stabil zu halten.

Der Weg der Altkleider

Die Altkleidercontainer werden regelmäßig von der FWS geleert und in einen Sortierbetrieb gebracht. Hier werden die Altkleider aus dem Schwarzwald Baar Kreis in bis zu 400 Kategorien per Hand einsortiert. Rund die Hälfte der Kleidung kann noch weitergetragen werden und wird als Second-Hand-Qualitätsware meist nach Osteuropa oder Afrika exportiert. Die Kleidung, die nicht mehr getragen werden kann, wird in der Industrie als Putzlappen genutzt oder sie wird zerschreddert und dient als Dämmmaterial – z. B. für Waschmaschinen. Ein weiteres Einsatzgebiet für nicht mehr tragbare Kleidung ist die Herstellung von Autoteilen. So muss nur ein kleiner Teil, der nicht mehr nutzbar ist, in Müllverbrennungsanlagen verbrannt werden. Warum dieses Vorgehen ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist, beschreiben wir in diesem Beitrag.

Diese Grafik zeigt den Weg der Altkleider vom Container über die Sammlung und die Sortierung bis hin zur Weiterverwendung. Im unterem Teil werden die Wege und die Verwendung der Erlöse dargestellt.

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Entwicklung kommunaler Altkleidersammlungen

Seit dem 1. Juni 2012 besteht das reformierte Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). In Folge dessen haben über 110 Städte und Gemeinden selbst Sammelcontainer aufgestellt (Stand Ende 2014) und die Verwertung der Altkleider öffentlich ausgeschrieben. Obwohl dies nur 2% aller Städte und Gemeinden in Deutschland sind, hatte dies bedeutende Auswirkungen auf den Altkeidermarkt.

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Entfernen von illegalen Altkleidercontainern

Nach Schätzungen von Experten ist jeder dritte Altkleidercontainer in Deutschland ohne Genehmigung aufgestellt worden. Der Preisanstieg in den letzten Jahren beförderte das unrechtmäßige Vorgehen unseriös operierender Unternehmen. Das Entfernen der illegalen Container bedeutet für die Ordnungsämter, auf Grund der Gesetzeslage, einen hohen finanziellen Aufwand, der zusätzlich die knappen Kassen der Kommunen belastet. Als Lösung etablierte sich die kommunalisierte Altkleidersammlung.

Preisspirale durch höhere Nachfrage und illegale Container

Der steigende Preis wurde zunächst von einer zunehmenden Nachfrage auf dem Weltmarkt ausgelöst und durch die illegal aufgestellten Container weiter verstärkt. Denn Altkleider aus den wilden Containern wurden ohne heimische und fachgerechte Sortierung direkt exportiert – zum Nachteil der lokalen Textilverwertungsunternehmen. Um die Sortieranlagen in Deutschland und Westeuropa weiter auszulasten, mussten höhere Beschaffungspreise für legal gesammelte Altkleider geboten werden.

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Preisabfall ab Mitte 2014

Die Preissteigerungen wecken das Interesse weiterer Kommunen, die ihren Haushalt durch das Sammeln von Altkleidern aufbessern wollten. Durch die vermehrte Säuberung von illegal aufgestellten Containern fällt seit Mitte 2014 der Preis für Altkleider deutlich. Die Umkehr der Preisspirale beruht auf gleichen Mechanismen wie zuvor der Preisanstieg. Auf dem Weltmarkt sinkt die Nachfarge durch die Ebola Epidemie in West-Afrika, den niedrigen Rubel und Konflikte in der Ost-Ukraine sowie in Syrien. Gleichzeitig werden immer mehr kommunale Altkleidercontainer aufgestellt, was zu einem erhöhten Sammelaufkommen führt.

Die Sorge der bestehenden legalen Sammlern

Die bereits in der Altkleidersammlung aktiven karitativen Organisationen wie z. B. das DRK, die Malteser oder Caritas, aber auch legale Wirtschaftsunternehmen, begegneten den ambitionierten Plänen der Kommunen mit großer Sorge. Insbesondere sorgen Sie sich um ihre eigenen Sammelerlöse. Viele, aber längst nicht alle, Kommunen inkludierten die karitativen Organisationen in die Strategie, sodass gemeinnützigen Projekten nicht die aus der Kleidersammlungen stammende, finanzielle Grundlage entzogen wurde (z. B. in Freiburg).

Der im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) gesetzlich festgelegte Bestandsschütz für bereits sammelnde Wirtschaftsunternehmen war Anlass für das ein oder andere Gerichtsverfahren. Gegenteilige Urteilssprüche der Richter halten die Unsicherheit für private Altkleidersammler hoch.

Ausschreibungen für Verwertungsunternehmen

Die meisten Kommunen (bzw. öffentlich-rechtliche Entsorgter) sammeln, sortieren und verwerten die Altkleider nicht selbst. Dies übernehmen Verwertungsunternehmen, wie z. B. FWS oder Efiba. Die Kommunen beteiligen sich an der Altkleidersammlung, indem sie Stellplätze und Container zur Verfügung stellen. Verwertungsunternehmen entleeren die Container, sortieren die Kleidung und verkaufen diese an unterschiedliche Abnehmer (Mehr dazu hier). Die bei den Kommunen entstehenden Gewinnen sollen den jeweiligen Haushalt so bestmöglich aufbessern.

Das Problem: Die “Best-Price-Praxis”

Die “Ware” Altkleider wird oft von der Kommune an das meistbietende Verwertungsunternehmen verkauft. Welches Unternehmen den Zuschlag bekommt, wird in einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren ermittelt. Dabei lassen sich einige Kommunen, bei ihrer Entscheidung für oder gegen ein Verwertungsunternehmen, allzu oft vom besten finanziellen Angebot leiten – qualitative Anforderungen an teilnehmende Unternehmen bleiben unberücksichtigt.

Diese “Best-Price-Praxis” erregt Missmut bei Umweltverbänden, ebenso wie bei einigen zertifizieren Entsorgungsunternehmen, die die hohen Standards in der Kreislaufwirtschaft sowie viele Arbeitsplätze in den deutschen Fachbetrieben (Stichwort Mindestlohn) sicherstellen müssen.

„Dieses Vorgehen gefährdet die hohen Standards in der Kreislaufwirtschaft sowie viele Arbeitsplätze in den deutschen Fachbetrieben. Die Betriebe erfüllen sämtliche umweltrechtlichen Anforderungen und es gilt der Mindestlohn. Wenn nur der Preis entscheidet, haben sie das Nachsehen“, so bvse-Fachreferentin Beate Heinz.

Die Lösung: Höhere Qualitätsanforderungen an die Verwertungsunternehmen.

Unternehmen, die diese hohen Standards erfüllen und sich gleichzeitig durch das Vorgehen mancher Kommunen benachteiligt sehen, wollen mit der „Gemeinschaft für textile Zukunft“ (GftZ) eine hochwertige und wertschöpfende Erfassung und Verwertung von Alttextilien etablieren und sicherstellen. Dazu setzen sich die Mitglieder der GftZ u. a. für mehr qualitative Kriterien in den Ausschreibungsverfahren der öffentlich-rechtlichen Entsorgter ein.

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Weitere Kommunen wollen einsteigen

Auch wenn der Preis für Altkleider rückläufig ist, werden in den nächsten Monaten weitere kommunalisierte Altkleidersammlungen entstehen. Ob die Kommunen das Altkeiderrecyling, aus ökologischer und ökonomischer Sicht, erfolgreich optimiert haben, kann noch nicht abschließend beantwortet werden. Die in den letzten drei Jahren beobachteten Auswirkungen sind sehr unterschiedlich und müssen  nach dem ersten “Preissturz” seit Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) erneut betrachtet werden.

Nachhaltigkeitsstrategien der Textilwirtschaft

Im heutigen Beitrag wollen wir mal wieder etwas über den “Altkleider-Tellerrand” schauen. Den Anstoß dazu gab das Würzburger Verwaltungsgericht am 10.2.2015 mit einem vermeintlichen Grundsatzurteil.

Modehersteller dürfen alle Altkleider annehmen

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Foto: Kokoska/WAZ

Demnach darf die Modekette Adler weiterhin alte Kleidung aller Marken annehmen, ohne dass sie dafür eine gewerbliche Sammlung anmelden muss. Die Modekette Adler hatte gegen einen entsprechenden Bescheid des Bayerischen Landesamtes für Umwelt geklagt. Dieses hatte die Sammlung alter Kleidung im Sinne der Produktverantwortung zunächst anerkannt – allerdings unter der Bedingung, dass Adler nur selbst produzierte Kleidung annimmt. Diese Bedingung ist aber nicht erfüllt worden und führte zu einem gerichtlichen Prozess. Die Bedingung ist nun aus dem ursprünglichen Bescheid gestrichen worden. Damit steht der Altkleidersammlung aller Textilen durch den Modehersteller nichts mehr im Wege.

Warum Modehersteller alte Kleider und Schuhe wieder zurücknehmen?

Die Gründe, warum Modehersteller Altkleider sammeln, werden von unterschiedlichen Quellen kontrovers diskutiert. Die einen sprechen von geschickten Marketingmaßnahmen, die anderen vom Beginn einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie.

Die Kritiker sagen:

1. Der Textilkonsum und damit auch der Ressourcenverbrauch wird dadurch weiter verstärkt. Denn jemand, der seine alten Klamotten in ein Geschäft bringt, ist ein potenzieller Kunde für neue Kleidung des Unternehmens. Unterstützt wird dies durch einen Gutschein für den nächsten Einkauf bei der Modekette.

2. Die gesammelten Altkleider werden an Verwertungsfirmen zu Marktpreisen verkauft. Dann, ebenso wie Altkleider aus Containersammlungen, sortiert und herkömmlich recycelt. Dies schadet den bestehenden Organisationen, insbesondere den karitativen Einrichtungen, die mit weniger Sammelerlösen rechnen müssen.

Die Visionäre entgegnen:

1. Die Modeketten stehen am Anfang eines Paradigmenwechsels. Die Rücknahme der Altkleider ist ein wichtiger Schritt um den Kreislauf zwischen Produktion und Wiederverwertung zu schließen und ressourcenschonend zu produzieren.

Das Ziel ist es eine alte Jeans zu zerschreddern und aus diesen Fasern eine neue Hosen zu fertigen – und zwar ohne umweltschädliche Chemikalien, unter fairen Arbeitsbedingungen und mit Ökostrom.

Dieses Prinzip ist auch unter Cradle-to-Cradle bekannt

Der Ansatz von Cradle to Cradle (“von der Wiege zur Wiege”) wurde vom U.S.-amerikanischen Architekt William McDonough und dem deutschen Chemiker Michael Baumgart entwickelt und 2002 in einem Buch zusammengefasst. Hierbei wird bei der Produktion nicht nur an das Endprodukt und dessen Verwendung selbst gedacht, sondern auch daran, was damit nach dem Gebrauch geschieht. Deswegen werden die Produkte so hergestellt, dass nach abgeschlossener Nutzung das gesamte verwendete Material wieder verarbeitet oder ohne schädliche Rückstände entsorgt werden kann. Güter sollen nicht ver- sondern gebraucht werden und somit nie zu Abfall werden – ein Kreislauf entsteht. In diesem fügen sich die eingesetzten Ressourcen am „Lebensende“ des Produkts wieder in einen Nährstoffkreislauf ein.

Cradle-to-Cradle als Nachhaltigkeitsstrategie der Textilwirtschaft

Zahlreiche Hersteller wie Puma, Adler, TheNorthFace, H&M suchen nach Wegen, wie aus den Fasern alter Kleidung neue hochwertige Kleidung produziert werden kann. Die Fasern aus zerhechselten Altkleidern sind jedoch meist zu kurz um damit neue Garne zu spinnen, die eine für Kleidung nötige Reisfestigkeit aufweisen. Was jedoch heute schon möglich ist: die Fasern aus alten Textilien und neue Baumwollfasern zu mischen. Ähnlich wie der “Ökosprit” E10 ist dieser Kompromiss aber nicht ausreichend, denn der Großteil besteht immer noch aus endlichen Ressourcen für die das Cradle-to-Cradle Prinzip nicht gilt. Die Frage ist nun: ist es möglich die Produktionsverfahren von neuen Textilen so zu verändern, dass qualitativ gleichwertige Produkte aus Altkleidern gefertigt werden können. Und wann wird das sein?

Das Unternehmen Trigema hat einen anderen Weg eingeschlagen, um den Kreislauf zu schliessen. Anstatt alte Textilen zu hechseln, sollen diese kompostiert werden.

T-Shirt

Das T-Shirt wird zu umweltverträglichem und nährstoffreichem Humus, auf dem wieder neue Baumwolle wachsen kann. Das Unternehmen stellt das Konzept in diesem PR-Video da.

Gehören ab jetzt Altkleider in den Bio-Müll?

In einer idealen “Cradle-to-Cradle-Welt”, in der jedes hergestellte Produkt einem technischen oder natürlichen Kreislauf umweltverträglich zurückgeführt würde, müssten wir uns als Verbraucher keine Gedanken machen. Soweit sind wir noch nicht. Erste Schritte sind getan, doch es ist ein weiter Weg. Die Unternehmen müssen weiter nach innovativen Lösungen suchen und diese massentauglich machen, denn die Nachfrage nach Textilien wird weiter steigen.

Unternehmen und wir als Verbraucher sollten deshalb mehrere Nachhaltigkeitsstrategien parallel umsetzen:

1. Unternehmen sollten besser produzieren, die Effizienz steigern und dabei verantwortungsbewusst mit Mitarbeitern, Umwelt und Rohstoffen umgehen.

2. Unternehmen sollten anders produzieren. Sie sollten schon bei der Herstellung der Produkte auf die Möglichkeit der Weiterverwendung und Umweltverträglichkeit achten.

3. Verbraucher sollten weniger konsumieren und sich ihrer Macht bewusst werden, wo sie welche Produkte kaufen – und wie sie diese “entsorgen”.

Altkleider-Effizienz-Konsistenz-Suffizienz

Altkleider für Flüchtlinge?

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, um Asyl zu beantragen, hat sich 2014 deutlich erhöht. Die Krisen dieser Welt zwingen immer mehr Menschen ihre Heimat zu verlassen und hier einen Neuanfang zu wagen. Letztes Jahr kamen rund 200.000 Menschen nach Deutschland. Die Zahl hat sich gegenüber 2013 fast verdoppelt.

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Flüchtlinge müssen auch mit Kleidung versorgt werden

Deutschlandweit mussten im letzten Jahr Unterkünfte entstehen, da die bestehenden Kapazitäten nicht ausreichten. Die zuständigen Behörden mieteten Wohnungen und Hotels an, erbauten Container-Unterkünfte oder machten Turnhallen zu Schlafsälen. Doch nicht nur das Dach über dem Kopf muss errichtet werden, auch die nötige Infrastruktur muss auf die Beine gestellt werden. Die Versorgung mit Kleidung ist Thema dieses Beitrags.

Die meisten Flüchtlinge kommen nur mit wenig Habseligkeiten nach Deutschland. Kleidung haben die allerwenigsten im Gepäck. Zusätzlich ist die Kleidung, die sie tragen, von der langen Reise oft beschädigt, beschmutzt und abgetragen.

Viele Bürgen wollen helfen

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Zum Glück sind Flüchtlinge in Deutschland willkommen. Von wenigen Idioten Ausnahmen abgesehen, zeigen viele Bürger großes Engagement und wollen direkt helfen. Die Neuankömmlinge mit Kleidung aus dem eigenen Kleiderschrank zu versorgen ist eine häufige und gut gemeinte Hilfe. Die ausrangierte Kleidung wird in Säcke verpackt und direkt von den Spendern im Wohnheim abgegeben. Doch diese Engagement ist weniger hilfreich, als es auf den ersten Blick erscheint. Dies hat folgenden Hintergrund:

1. Die Verwaltung vor Ort kann die Verteilung der Kleidung nicht übernehmen, da oft keine Kapazität dafür frei ist.

2. Die gespendete Kleidung entspricht nicht den Bedürfnissen vor Ort.

3. Kleidung kann, auch aus Platzgründen, nicht sortiert und gelagert werden.

Der Weg über Kleiderkammern ist kein Umweg

Es ist also besser, wenn das existierende System der Altkleidersammlung und -ausgabe genutzt wird. In den allermeisten Städten und Gemeinden gibt es Kleiderkammern vom DRK, den Maltesern, der AWO oder der Caritas. Deren Mitarbeiter haben eine langjährige Erfahrung in der Versorgung von hilfsbedürftigen Menschen. Andererseits kennt die Verwaltung von Flüchtlingsheimen bzw. kennen die betreuenden Sozialarbeiter die Adressen der Kleiderkammern.

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Im Fazit bedeutete dies: Bringen Sie Ihre Kleidung besser wie gewohnt zu einem legalen Altkleidercontainer oder zu einer Kleiderkammer. Eine direkte Anlieferung ist gut gemeint, stiftet aber wenig Nutzen. Dies gilt übrigens auch für Spielzeug und Möbel. Falls Sie eine Ausnahme kennen, nutzen Sie unser Formular, um den Standort zu übermitteln.

Die Standorte für legale Altkleidercontainer und Kleiderkammer finden Sie über unsere Suche.