Die Altkleiderwirtschaft – Meldungen 2014

“Konkurrenzkampf” ist auch 2014 das Top-Thema im Altkleidergeschäft. Städte und Gemeinden kämpfen gegen illegale Kleidersammler und kommunalisieren die Altkleidersammlungen. Gewerbliche Sammler klagen gegen  Kommunen, um ihr Recht, Altkleider sammeln zu dürfen, gerichtlich durchzusetzen. Leittragende sind wiederholt die gemeinnützigen Sammelorganisationen, bei denen das Aufkommen 2014 oftmals rückläufig ist. Der Preis für Altkleider pro Tonne hat im Sommer 2014 seinen Zenit erreicht und bleibt bis zum Jahresende auf einem hohen Niveau. Die Geschehnisse in Russland bzw. der Ukraine, die IS-Truppen in Syrien und Irak sowie die Ebola-Epidemie in Westafrika bremsen vorübergehend die Nachfrage nach Altkleidern aus Deutschland. Über das Spendenaufkommen und die Recyclingquote gibt es auch 2014 keine aktuellen Zahlen für das gesamte Bundesgebiet.

Besonders im ersten Halbjahr berichteten die großen Medien über die Wandlungen auf dem Altkleidermarkt. Nun aber der Reihe nach: Ausgewählte Meldungen über das Geschäft mit unseren Altkleidern 2014.

Januar

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++Gewinnverteilung in Köln++

Die Bild-Zeitung berichtete, dass die Stadt Köln 1.000 illegale Container einziehen und 750 städtische Container der AWB Köln aufstellen will. Der Gewinn aus dem Verkauf soll 50/50 zwischen Stadt und karitativen Organisationen geteilt werden.

++Upcycling++

Der Januar startete mit einem guten Bericht auf 3sat, der zeigt, wie afrikanische Designerinnen aus Mitumba (Altkleider) mit viel Liebe zum Detail echte Schmuckstücke machen.

++Weitere Städte wollen einsteigen++

Immer mehr Städte wollen mitmischen und die Altkleidersammlung selbst regeln: Die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) will 2014 bis zu 400 Container aufstellen. Flensburg, Bedburg, Düsseldorf und viele weitere werden dieses Jahr noch folgen.

++Thema im Spiegel++

Der Spiegel berichtete in einem großen Artikel, dass die Kommunen mit Altkleidersammlungen Geld verdienen wollen. Dies befeuere den Wettbewerb um gebrauchte Klamotten. Die karitativen Verbände sind in der Zwickmühle, denn nicht alle Kommunen holen sie mit ins Boot.

++Kampf gegen Illegale++

Die Praktiken der illegalen Altkleidersammler und was die Kommunen dagegen tun, zeigte anschaulich eine Reportage auf Pro7. Prinzipiell werden die Ordnungsämter immer aktiver, insbesondere dort, wo die Kommune/Stadt an einem geregelten Sammelsystem ein erhöhtes Interesse hat.

++Schranken für die Stadtverwaltung++

Die Stadt Ingolstadt verliert einen Prozess vor dem Münchner Verwaltungsgericht. Die Stadt hatte zuvor einem privaten Unternehmen die Sammellizenz entzogen.

Februar

H&M-Altkleidersammlung

++H&M sammelt 668 Tonen Altkleider im ersten Jahr++

Seit einem Jahr sammelt H&M gebrauchte Textilen wieder ein und gibt den “Spendern” einen Rabatt von 15% auf den nächsten Einkauf. Die Frage, ob es dabei um das grüne Gewissen oder Geld der Kunden geht, bleibt offen. Jedenfalls hat H&M in den letzten 12 Monaten 668 Tonnen Alttextilien eingesammelt und weiterverkauft. Karl-Johan Persson, der Vorstandschef der schwedischen Textilkette Hennes & Mauritz (H&M), wird wohl sehr zufrieden sein mit seiner Marketing- und PR-Abteilung.

++Höchstpreise ++

Auch die Stadt Borken will ins Altkleidergeschäft einsteigen. Die karitativen Sammler sollen aber hier weiter sammeln dürfen. Höchstpreise von 500 Euro/Tonne werden genannt.

++Leicht positives Fazit nach einem Jahr++

Die Stadt Osnabrück zieht nach einem Jahr städtische Kleidersammlung ein leicht positives Fazit. Aus einem Gesamterlös von 226.000 Euro bleiben der Stadt allerdings nur 6.000 Euro zusätzlich für den Haushalt. Einen Großteil des Erlöses bekommen die karitativen Organisationen. Das DRK und die Heilpädagogischen Hilfe (HHO) zeigen sich ebenfalls zufrieden.

++Faire Gewinnverteilung in Freiburg++

Eine ähnliche Lösung wie in Osnabrück wird in Freiburg angestrebt. Die Stadt soll sich um 220 Container kümmern und die Gewinne werden an die karitativen Organisationen fließen.

++Risikoaversion in Bielefeld++

In Bielefeld sieht man die Risiken der hohen Preise – die auch wieder fallen können. Die Stadt verzichtet auf das Altkleidergeschäft und damit auf einen rechnerischen Erlös von 100.000 Euro jährlich. Der Stadtrat stufte die Risiken für den möglichen Gewinn als zu hoch ein. Außerdem wollte die Stadt die Kooperation mit den karitativen Einrichtungen fortsetzen, die seit mehr als 20 Jahren die Altkleider der Bürger verwerten.

++Duo-Tonne in Paderborn und Saarbrücken++

In Paderborn zeigt man sich zufrieden mit der Duo-Tonne bzw. “Tonne-danach”. Hier wird die Altpapiertonne zur Altkleidertonne. Erste Tests seien positiv verlaufen. Nun soll dieses System in ganz Paderborn Einzug erhalten. Die jetzigen Container sollen bleiben, die Betreiber jedoch werden nicht erfreut sein, da sie einen Rückgang befürchten. Worms und Saarbrücken machen es ähnlich. Der Rückgang an Sammelware über die DRK Container in Saarbrücken liegt bei 14-18%, nur der hohe Preis stellt die Finanzierung sozialer Projekte aus dem Altkleiderverkauf noch sicher.

März

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++Otto macht jetzt auch in Altkleider++

Der Otto Versand startet ein neues Onlineportal und gründet dazu die Initiative Zukunft gGmbH. Auf platzschaffenmitherz.de können Nutzer ihre Altkleider direkt und kostenlos verschicken. Gewinne (sofern vorhanden) werden an karitative Organisationen verteilt. Ein erster Bericht wird wohl im Frühjahr 2015 folgen. Ein ähnliches Konzept verfolgt Packmee schon seit 2 Jahren, jedoch gibt es keine aktuellen Aussagen über Gewinne bzw. Spendenverteilung.

++Anzahl der illegalen Container zwischen 25.000 und 40.000++

FairWertung schätzt die Anzahl der illegal aufgestellten Container auf 25.000 Stück – etwas später machen Zahlen von 40.000 Stück die Runde. Dadurch leiden vor allem die karitativen Verbände – doch wird das Altkleidergeschäft in kommunale Hände gegeben, leiden sie ebenfalls durch die neue Konkurrenz – ein Dilemma für DRK, Malteser & Co.

++Guerilla++

Wir von altkleiderspenden.de wollen mit diesem kurzen Video auf das Problem der illegalen Altkleidercontainer aufmerksam machen.

 

April

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++Klimaneutrale Altkleidercontainer++

Der Container-Hersteller Jo-Ba aus Bremen stellt klimaneutrale Altkleidercontainer her und verkauft diese u. a. an die Firma FWS. Das erzeugte CO2 wird durch ein Aufforstungsprojekt in Äthiopien neutralisiert. Pro Container werden 8,8 Bäume gepflanzt.

++Bundesregierung warnt ++

Die Bundesregierung schaltet sich ein und warnt Länder und Städte, bei dem seit 2012 nötigen Anmeldeverfahren private Entsorger zugunsten kommunaler Betriebe zu benachteiligen und „Klüngelskerle“ vom Markt zu verdrängen. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass „Behörde und öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger unter einer Decke stecken“, heißt es in einem Bericht des Umweltministeriums. Dietmar Seher hat dazu einen interessanten Kommentar verfasst.

++Privatfirmen klagen++

Dazu passend ziehen 11 Firmen in Duisburg vor Gericht, um “ihr Recht auf Kleidersammlungen” einzuklagen. Da die Wirtschaftsbetriebe weiterhin nur gemeinnützigen Organisationen das Sammeln erlauben und die restlichen Alttextilien selbst verwerten wollen.

++Wir Vorort++

Wir von alteiderspenden.de sind zu Besuch im Sortierbetrieb der Textrade in Bremerhaven und werden Zeuge echter Handarbeit.

 

Mai

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++Riesengewinn der Illegalen++

Der WDR berichtet über das bundesweite Netz der illegalen Sammelfirmen. Die Firma Bicker aus Marburg und DTRW aus Burgwald stellen deutschlandweit ca. 15.000 illegale Container auf und machen so geschätzte 75.000.000 Euro Gewinn – ein lukratives Geschäft auf Kosten der karitativen Sammler.

++So soll es sein++

Bitte mehr davon: Kolping Untereichsfeld sammelt  57 Tonnen Altkleider und erzielt damit Einnahmen in Höhe von 18.000 Euro. Dies Geld wird direkt an soziale Projekte weitergeleitet. Die 250 ehrenamtlichen Kolpinger zwischen zehn und 70 Jahren waren nur drei Stunden unterwegs, um die vielen Säcke und Kartons einzusammeln.

++Neue Ideen, alte Klischees++

Um die Geschäftsidee zweier Frauen aus Mosambik handelt dieser positive Bericht auf brigitte.de. Die anschließende Diskussion auf Facebook zeigt, dass das Altkleider-Thema immer noch kontrovers diskutiert wird. “Und dann damit richtig Kohle von Leuten´s Klamotten machen, die vielleicht ne’ Menge Geld bezahlt und sich ungern von ihrem besten Stück getrennt haben. Das finde ich nicht richtig, sondern gnadenlos berechnend und frech und unverschämt.”

Juni

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++Recyclingquote von Altkleidern: 64%++

Aus dem Jahresbericht der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA) geht hervor, dass pro Bürger immer noch 5kg Altkleider im Hausmüll landen. Geht man von 9kg Altkleidern aus, die recycelt werden, beträgt die Recyclingquote von Altkleidern 64%.

++Bürgerproteste gegen Kombitonne++

In Schorndorf gibt es Proteste gegen das von der Stadt gestartete Pilotprojekt “Altkleiderverwertung”. Zum ersten Mal wurde die zur Kombitonne umfunktionierte blaue Tonne geleert. Der Ertrag an Altkleidern war für die Gemeinde beim ersten Versuch ziemlich ernüchternd. Die karitativen Organisationen, allen voran die „Aktion Hoffnung“ der katholischen Diözese Rottenberg-Stuttgart, hatten Alarm geschlagen. Sie fürchten nach dem Vorstoß des Kreises um ihre Existenzgrundlage.

++Gewinne landen bei der Stadt++

Der Bayerische Rundfunk berichtet, dass die Münchner pro Monat Altkleider im Wert von etwa 75.000 Euro in den städtischen Containern entsorgen. Die Stadt hat seit fast einem Jahr 270 Altkleidercontainer aufgestellt. Die gesammelten Textilien werden verwertet, der Stadtsäckel wird dicker – zum Nachteil der Hilfsorganisationen.

Juli

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++Verdopplung der Einnahmen erhofft++

Auch in Dinslaken wird das Sammeln von Altkleidern ab 1.7. kommunalisiert. Beauftragt wird die Weseler Abfallgesellschaft (KWA). Die gemeinnützige Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, das Friedensdorf, die CAJ und die KAB dürfen aber weiter sammeln. Trotzdem verspricht sich die Stadt eine Verdopplung der Einnahmen. DRK-Kreisgeschäftsführer Joachim Liersch zeigt sich von diesem Vorgehen wenig begeistert.

++Gemeinsames Logo für Transparenz++

In Güterloh haben sich das Kolpingwerk, das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, die von Bodelschwinghsche Stiftung Bethel und der Paritätische Wohlfahrtsverband zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengetan, um sich mit einem Logo auf den Altkleidercontainern von den vielen illegal aufgestellten Container abzuheben. Sie Verbände hoffen so auf Transparenz und Klarheit gegenüber den Bürgern.

++Auch Zusammenschluss in Osnabrück++

Das gleiche Konzept stellten DRK, DLRG, Kolping, Malteser und Heilpädagogische Hilfe Osnabrück in Osnabrück vor. Ein gemeinsames Logo prangt nun landkreisweit auf allen Altkleidercontainern der Projektpartner. DRK-Kreisgeschäftsführer Karl Hermann Dittmar verdeutlichte: “Wir planen fest mit den Erlösen aus den Altkleidersammlungen und sind streng genommen auch dringend auf dieses Geld angewiesen. Schließlich finanzieren wir damit unsere sozialen Projekte.”

August

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++200 illegale Container entfernt++

In Wiesbaden beginnt die Stadt über 200 illegal aufgestellte Container zu entfernen. DRK und Maltesern wollen dafür 40 zusätzliche Altkleidercontainer aufstellen. Als Konsequenz der entfernten Container in Wiesbaden, steigen die Suchanfragen auf altkleiderspenden.de für Wiesbaden rapide an (Abbildung oben).

++Im Sortierbetrieb++

Radio Bremen ist zu Gast in der Sortieranlage in Bremerhaven. Im Interview erklärt Roland Lindner warum die IS-Truppen auf das weltweite Geschäft mit den Altkleidern einen Einfluss hat.

++Bundesverband des DRK in Sorge++

Der  Bundesverband des DRK  sieht den Rückgang des Sammelvolumens mit Sorge entgegen. Der Grund sei die anhaltende Kritik an der Verwertung der Altkleider sowie die zunehmende Spenden-Zurückhaltung der Deutschen. „Die Sammlungsmengen nehmen deutlich ab“, sagt DRK-Bundessprecher Dr. Dieter Schütz. Das Rote Kreuz ermittelt gerade aktuelle Zahlen. Die Zwischenberichte lassen nichts Gutes ahnen.

++Johanniter denken über Ausstieg nach++

Die Johanniter-Unfall-Hilfe denkt über einen kompletten Ausstieg aus dem Altkleidermarkt nach. Pressesprecherin Therese Raatz formuliert das so: „Aufgrund des im Verhältnis zum Aufwand geringen Ertrages aus derartigen Sammlungen, der wachsenden Konkurrenz von kommunaler Seite sowie der häufig kritischen Berichterstattung der Medien zu diesem Thema ist abzusehen, dass die Johanniter-Unfall-Hilfe sukzessive ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet einstellen wird.“

++Der Weg der Altkleider++

Der Weg unserer Altkleider” ist der Titel der sehenswerten SWR Reportage über den Sortierbetrieb Sigloch in Schwäbisch Hall. Hier werden pro Monat bis zu 250 Tonnen Kleidung aus DRK und ASB Containern sortiert und weiterverkauft.

++Chinesen drücken die Preise?++

In der Wirtschaftswoche liest man, dass die Preise für deutsche Altkleider auch dauerhaft auf ein niedriges Niveau fallen können, denn in China wird nicht nur bessere und billigere Neuware produziert, sondern  man beginnt auch dort die gebrauchten Klamotten weiterzuverwenden. Da die Transport- und Logistikkosten deutlich niedriger als in Europa liegen, kommt die getragene Ware gut 30 Prozent günstiger in Afrika an.

September

Die Masche mit Altkleidern

++Veruntreuung von Altkleidern++

Altkleiderloch beim DRK im Saarland: Ein Mitarbeiter des DRK Landesverbandes Saarland zweigte seit 2011 rund 400 Tonnen Altkleider ab und verkaufte diese auf eigene Faust. Dem DRK entstand ein Schaden in Höhe von etwa 200.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft wurde informiert und der Mann fristlos entlassen.

++Altkleider für Flüchtlinge++

Die anhaltende Flüchtlingswelle aus Afrika und Syrien löst eine große Hilfsbereitschaft aus. Viele Bürger engagieren sich und wollen Gutes tun. Altkleider direkt in die Flüchtlingsheime zu bringen ist eine häufige Reaktion, welche überraschenderweise nicht immer positiv erwidert wird.  Die Kritik an der direkten Altkleiderspende kommt dabei nicht von den Flüchtlingen, sondern von den Verantwortlichen Vorort. Diese beklagen, dass die Ausstattung der Bewohner prinzipiell nicht über spontanen Spenden gedeckt werden sollte. Außerdem würde es vielmehr an persönlicher Betreuung und an finanziellen Mitteln fehlen. Man befürchtet, dass diese Sorgen im Berg der Altkleider erstickt werden.

++Veraltet aber beliebt++

Die netzfrauen.org entdecken die drei Jahre alte NDR Reportage “Die Altkleider-Lüge” und verbreiten damit die überholten Meinungen (das DRK muss die Container selbst entleeren und verwerten) und widerlegten Theorien (z. B. Altkleider zerstören die Textilindustrie in Tansania) erneut im Netz. Die Kommentare der Nutzer zeigen, dass noch viel Aufklärung zu tun ist.

Oktober

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++Keine Änderung in Magdeburg++

In Magdeburg widersteht man dem Ruf des Geldes. Für eine entsprechende Konzession bietet ein Unternehmen der Stadt jährlich 200.000 Euro als Festbetrag an. Doch das System mit einer Mischung aus privaten und gemeinnützigen Container-Aufstellern hat sich in Magdeburg seit vielen Jahren bewährt. Die Stadt sehe keine Veranlassung dies zu ändern. Eine konsequente Entscheidung.

++Altkleider im Hausmüll++

Durch die vielen Berichte über die illegalen Container, die Kommunalisierung des Altkleidersammelns, den Rückgang der Mengen oder des Preisanstieges wird kaum noch über den ersten Schritt der Kleiderverwertung berichtet: Altkleider gehören nicht in den Hausmüll. Dieser Bericht rückt die Recyclingquote von nur 60-70% mal wieder in den Vordergrund.

++Spender müssen entscheiden++

In Landshut entleert und vermarktet ab Oktober die Firma Wittmann GmbH die Kleidung der 68 neuen Altkleidercontainer im Stadtgebiet. Die Erlöse aus der Sammlung fließen nach Abzug aller Kosten in den Abfallgebührenhaushalt und kommen somit allen Gebührenzahlern zugute. Die gemeinnützigen Organisationen dürfen ebenfalls weiter sammeln, werden aber am Gewinn der kommunalen Sammlung nicht beteiligt. Wer also Altkleider entsorgt hat die Wahl, wem er die Erlöse zukommen lassen will.

November

illegaler Altkleidercontainer an Ausfahrtsstrasse

++Dreiste Praxis in Herne++

In Herne besteht für 70 von 130 Altkleidercontainern keine Genehmigung. „Es wurde auch beobachtet, dass die gewerblichen beziehungsweise illegalen Sammler ihre Ware vor Ort am Container bereits sortieren. Die aussortierte minderwertige Ware entsorgen sie sodann über die Container der karitativen Verbände“, berichtet die Stadt. Als Konsequenz wird die Stadttochter Entsorgung Herne in Kürze in die Sammlung gebrauchter Textilien einsteigen.

++Kombi-Tonne auch in Coesfeld++

In Coesfeld startet ein Versuch Altkleider in der Papiertonne zu sammeln. Die Gemeinde Ascheberg und die Stadt Olfen wollen das System im kommenden Jahr erproben. Die Kleiderspenden gehen dann beispielsweise an die Caritas. Die Kommunen wollen damit verhindern, dass sich gewerbliche Altkleiderhändler auf ihrem Gebiet breit machen.

++Europäische Woche der Abfallvermeidung++

Unter dem Motto “Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht” findet jährlich die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) statt. Diesmal vom 22.11. – 30.11.2014. Wir von altkleiderspenden.de haben unser Projekt ins Leben gerufen, um die Entsorgung von Altkleidern über den Hausmüll zu reduzieren.

Dezember

Sortierung von Altkleidern in unterschiedliche Qualitätsstufen

++Kempener Malteser in Sorge++

Die Stadt Kempen beschließt ebenfalls zukünftig Altkleider selbst zu sammeln. Im Kempener Stadtgebiet werden in städtischer Regie 17 Container für Alttextilien aufgestellt. Die Verwertung der Altkleider erfolgt über den hiermit beauftragten Kreis Viersen. Die Malteser zeigen sich in Sorge, denn für sie sind die alten Kleider ein wichtiges Mittel, um ihre gemeinnützige Arbeit zu stemmen. So wird mit den guten Stücken die Kleiderkammer gefüllt und mit den Erlösen aus dem Verkauf des Restes, zum Beispiel der Menü-Service oder die Sanitätsdienste unterstützt.

++Heiße Ware++

Professioneller Altkleiderraub in Giessen. Dort werden sortierte und verkaufsfertige Altkleider im Wert von 30.000 Euro gestohlen.

++Texaid rechtfertig sich++

Texaid wehrt sich gegen schlechtes Image und legt die Verwertungskette von Altkleiderspenden offen. Der Geschäftsführer der Diakonie Tuttlingen kritisierte die mangelnde Transparenz des Unternehmens. Nun wehrt sich Texaid mit einer Mitteilung und verweist auf die Informationen auf seiner Webseite. Dort werde kommuniziert, dass die Kleider zu unterschiedlichen Anteilen in Secondhand-Shops verkauft, zu Putzlappen verarbeitet und als Rohstoffe oder ins Ausland weiterverkauft werden.

++Dortmund entfernt Kolping-Container++

Die Stadt Dortmund entfernt Altkleider-Sammelbehälter auch von karitativen Vereinen. 40 Altkleidercontainer der Kolping Dortmund Sozial- und Entwicklungshilfe und des Vereins zum Erhalt der Evangelischen Kirche Brackel hat die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) in den letzten Monaten von öffentlichen Stellflächen entfernt, da keine Sondernutzungserlaubnis vorlag. In der gleichen Zeit hat die Stadt die Zahl ihrer eckigen metallgrauen Container auf etwa 400 ausgebaut.

++DRK Niedersachen sammelt immer weniger++

Kommunale und illegale Altkleidersammlungen machen in Niedersachsen wohltätigen Organisationen Konkurrenz. Eine „rückläufige Tendenz“ in diesem Jahr befürchtet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Niedersachsen, wie Pressereferentin Kerstin Hiller mitteilt. In den vergangenen Jahren seien landesweit rund 8.000 Tonnen Altkleider eingegangen. Durch den Verkauf des Inhalts von Altkleidercontainern erhält das DRK Niedersachsen etwa 1,5 Millionen Euro von Verwertungsfirmen – 12 Millionen Euro sind es in ganz Deutschland.

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Ein frohes Fest und ein faires Altkleiderspenden 2015,

wünschen Tobias Ebert und Amos Groth