Altkleider in der Automobilindustrie

Leider landen noch immer sehr viele Altkleider im Hausmüll. Die Gründe dafür sind unterschiedlich – ein Grund ist die fehlende Klarheit auf die Frage:

Gehören abgetragene, löchrige oder fleckige Altkleider in den Hausmüll oder in die Altkleidersammlung?

Zu dieser Frage findet man unterschiedliche Antworten. Die Kleidersammler, die vor allem an der lukrativen Weitergabe (Verkauf) der tragfähigen Altkleider interessiert sind, beantworten diese Frage oft mit einem “Nein”. Der Hintergrund ist dabei, dass zerrissene Altkleider für den 2nd Hand Markt unbrauchbar sind und somit kein Gewinn oder sogar Kosten für die Entsorgung anfallen.

Kaputte oder fleckige Altkleider in den Altkleidercontainer?

Kaputte oder fleckige Altkleider in den Altkleidercontainer? JA!

Wirklich umweltbewusste Altkleidersammelorganisationen beantworten diese Frage häufiger mit einem “Ja”, denn aus diesen Kleidungsstücken entsteht ein neuer Rohstoff für Dämm-und Isolierstoffe, der vor allem in der Automobilindustrie benötigt wird. Jetzt schon sind rund ein Drittel aller gesammelten Altkleider nicht mehr tragbar, eignen sich aber als Rohstoff für neue Produkte. Dies schont die Umwelt und reduziert den Hausmüll.

Werden durch die untragbaren Kleidungsstücke keine anderen Textilien in Mitleidenschaft gezogen (z. B. stark verschmutze oder stinkende Kleidung), können diese also am besten durch die Altkleidersammlung recycelt werden.

Altkleider als Rohstoff für Dämm-und Isolierstoffe

Der folgende Film aus der Sendung n-tv Wissen zeigt dies anschaulich (leider zwei mal Werbung).

Altkleider als Rohstoff in der Automobilindustrie

Altkleider als Rohstoff in der Automobilindustrie

Altkleider – Müll, Bargeld oder Wertstoff?

Vor dem Gesetzt sind Altkleider Müll. Für Altkleidersammler sind sie wie Bargeld. Doch welchen Bezug haben die Spender zu ihren ausrangierten Textilien?

Wenn der Kleiderschrank mal wieder aus allen Nähten platzt, muss aussortiert werden. Möchte man nicht den ganzen Tag damit verbringen, müssen die Entscheidungen im Sekundentakt getroffen werden. Was ist abgetragen? Was passt nicht mehr (und wird auch nicht mehr passen – ehrlich)? Was hatte ich seid 12 Monaten nicht mehr an?

Je größer die Emotion, desto schwieriger ist es die Kategorie “Altkleider” zu vergeben.

Zu vielen Kleidungsgegenständen gibt es eine emotionale Bindung. Viele unserer Hosen, Röcke, Schuhe und T-Shirts haben eine kleine Geschichte. “Diese Schule habe ich mir damals nach der Trennung gekauft” “Dieses Shirt war 2 Jahre lang mein absolutes Lieblingsstück” “In diese Hose wollte eigentlich mal wieder reinpassen”

Der Gedanke, dass sich jemand anderes darüber freuen wird, lindert den Trennungsschmerz.

Im Mai 2013 haben wir eine Umfrage unter 200 Altkleiderspendern durchgeführt.

Auf die Frage, Die Verwendung meiner Altkleider interessiert mich? (Skala von “interessiert mich sehr” bis “interessiert mich überhaupt nicht”) antworteten die Befragen wie folgt:

Verwendung der Altkleider

Hohes Interesse an der Verwendung der Altkleider haben über 50%

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass 51% der Befragen ein großes Interesse haben, zu erfahren was mit ihrer Spende passiert. Diese Spender bevorzugen die Abgabe ihrer Textilien in der Kleiderkammer, da Sie glauben ihre Kleidung wird hier bestmöglich weiterverwendet.

Auf die Frage “Wussten Sie, dass Altkleider zu 99% weiterverkauft werden und nicht als “Spende” weitergegeben werden?” antworteten nur 49% mit “ja”. D.h. auf der anderen Seite denken 51% dass ihre Spende kostenlos an Bedürftige in Afrika und Deutschland verteilt wird.

Nur 49% der Befragen wissen was passiert

Nur 49% der Befragen wissen was passiert

 

Die kostenlose Weitergabe der Altkleider an Bedürftige ist eine Illusion, die Jahrzehnte lang von vielen Altkleiderverwerten aufrecht gehalten und sogar gefördert wurde, obwohl Altkleider schon immer größtenteils verkauft wurden. Dies gilt auch für  gemeinnützige und karitative  Sammler. Erst in den letzen Jahren bemühen sich seriöse Sammelorganisationen um größere Transparenz und kommunizieren den Weg der Altkleider offen.

Altkleider in der Kleiderkammer abgeben

Altkleider in einer Kleiderkammer abzugeben, ist ebenfalls eine Möglichkeit um sich sinnvoll von alten Klamotten zu trennen. Viele karitative Verbände sowie kirchliche Organisationen betreiben Kleiderkammern, mit dem Ziel sozial bedürftigen Mitbürgern eine kostenlose/sehr günstige Möglichkeit zu geben, sich mit Kleidung zu versorgen. Alleine das Deutsche Rote Kreuz betreibt 800 dieser Kleiderkammern.

Ist die Kleiderkammer die bessere alternative zum Altkleidercontainer?

Die Antwort auf diese Frage ist: Es kommt auf die Kleiderkammer und den Altkleidercontainer an. Die Kleiderkammern benötigen gar nicht soviel Altkleider wie bei ihnen abgegeben wird. Der “Überschuss” wird daher, genauso wie der Großteil der Kleidung aus dem Altkleidercontainer, in 2nd Hand Läden oder an Sortierbetriebe verkauft.

Eine Kleiderkammer schafft Arbeitsplätze und hält die Gewinne in der Einrichtung

Die gesammelten Altkleider aus Altkleidercontainer werden oft direkt an Sortierbetriebe verkauft. Daraus entsteht den karitativen Einrichtungen auf jeden Fall ein Gewinn, welcher wieder in soziale Projekte investiert werden kann. Der Großteil der nachfolgenden Wertschöpfung (Sortierung, Handel, Weiterverwertung, Export) wird allerdings durch wirtschaftlich denkenden Unternehmen geleistet und daher werden auch hier die Gewinne verteilt.

Karitative oder kirchliche Kleiderkammer, die die Altkleider in Eigenregie sortieren, schaffen meist “bessere” Arbeitsbedingungen als gewinnorientierte Unternehmen. Die Gewinne der Kleiderkammer können allerdings dadurch auch sinken, bzw. sogar ganz entfallen, so dass kein Geld aus der Altkleidersammlung für andere soziale Projekte übrig bleibt.

 

 

 

Altkleidersammlung – “gute” und “schlechte”

Unter einer Altkleidersammlung versteht man das Sammeln von Altkleidern und Schuhen durch gemeinnützige oder private Organisationen. Eine Altkleidersammlung muss, seit der Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes  § 17 Abs. 2 Nummer 3 und 4 KrWG, bei dem zuständigen Ordnungsamt angezeigt werden. Eine Altkleidersammlung kann durch eine Straßensammlung, die Sammlung in Altkleidercontainer oder durch Kombi-Tonnen erfolgen

Gute Altkleidersammlungen erkennen

Illegale Altkleidercontainer, dubiose Straßensammlungen und gewinnmaximierende Textilverwerter haben der Kleidersammlung in letzter Zeit ein schlechtes Image verschafft. Doch die Altkleidersammlung ist für viele karitative Verbände und Einrichtungen eine wertvolle Einkommensquelle. Für den potenziellen Spender ist allerdings der Unterschied schwer zu erkennen. Unseriöse Kleidersammlungen werben oft mit übertriebenen Slogans, wie z.B.:

  • „Hilfe für Flutopfer“
  • „Helfen Sie, damit wir helfen können.“
  • “Kleidung für Afrika”
Beispiel für eine unseriöse  Organisation

Beispiel für eine unseriöse Organisation

Auch anhand der Kontaktdaten (wenn welche vorhanden sind) können Sie eine gute von einer schlechten Kleidersammlung unterscheiden. Ist nur eine Handynummer zu finden oder “kein Anschluss unter dieser Nummer” können Sie fast sicher sein, dass es sich um eine illegale Kleidersammlung handel. Auf Zetteln zur Ankündigung einer (privaten und meist nicht angezeigten) Straßensammlungen finden Sie  Symbole, die von der Gemeinnützigkeit der Organisation überzeugen soll:

  • rotes Kreuz auf weißem Hintergrund
  • Engel in jeder Form
  • Weltkugel mit Umweltsymbolen

Qualitätssiegel für zertifizierte Altkleidersammlungen

Fachverband Textilrecycling und Fairwertung Altkleidercontainer

Fachverband Textilrecycling und Fairwertung Altkleidercontainer

In Deutschland gibt es den Fachverband Textilrecycling des bvse und Fairwertung e.V., welche Leitlinien zur nachhaltigen Alttextilienverwertung erlassen haben. Zusätzlich haben beide Organisationen ein Qualitätssiegel für Altkleidercontainer in die Welt gerufen, um so für den Spende gute von schlechten Altkleidersammlungen unterscheidbar zu machen. Die Altkleidercontainer der zahlreichen Mitglieder werden nun in Zukunft mit diesen Aufklebern ausgestattet.

Altkleider

Der Altkleidermarkt

In Deutschland werden jährlich 750.000 Tonnen Kleider und Schuhe gespendet. Das entspricht ca. 9 kg pro Bundesbürger. Über die Jahre wächst diese Menge nur langsam – im Gegensatz zur Nachfrage. Die Altkleider aus Deutschland sind sehr beliebt auf dem Weltmarkt. Besonders in Afrika und Osteuropa ziehen die Menschen 2nd-Hand Kleidung aus Deutschland den billigen Neuwaren aus Asien vor. Ökologisch macht das Recycling von Altkleider absolut sinn, da wertvolle Ressourcen (Baumwolle, Wasser, Chemikalien) eingespart werden und der Altkleidermarkt weltweit hunderttausende Arbeitsplätze schafft. Aber es gibt auch Meinungen, dass die Altkleider die lokale Textilproduktion z.B. in Ostafrika zerstört haben bzw. einen Wiederaufbau verhindert. Diesen Meinungen stehen wiederum andere Studien und eigene Beobachtungen gegenüber.

Exporte von Altkleidern aus Deutschland

Weltmarkt der Altkleider – Exporte aus Deutschland

Die Sammelmethoden für Altkleider

Die häufigsten Sammelmethoden für Alttextilien und Schuhe sind:

  • Altkleidercontainer
  • Altkleidersammelstellen
  • Straßensammlungen
  • Komi-Tonne

Hinzu kommen neue Konzepte wie z.B. Altkleiderspenden per Post oder der Verkauf von Altkleidern über das Internet. Eine gesammelte Tonne Altkleider hat einen Wert von ca. 350 Euro.

Die Verwendung von Altkleidern

Sortieren: Die Altkleider werden in Sortierbetrieben von Hand sortiert. Die Sortierbetriebe haben unterschiedliche ganz Größen. Die größte in Deutschland ist die Sortierungsanlage von SOEX in Wolfen (Hier arbeiten 800 Menschen rund um die Uhr die 400 Tonnen Alttextilien sortieren). Aber auch Kreisverbände der caritativen Organisationen sortieren manchmal selbst.

Verkaufen: Nur 1% der Altkleider wird kostenlos an Bedürftige in Deutschland weitergegeben. Der Bedarf der Kleiderkammern ist nicht größer, der große Rest wird verkauft. Die Altkleider lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen:

  • Creme-Ware (2%)
  • Altkleider – Qualitätsstufe 1 (ca. 20%)
  • Altkleider – Qualitätsstufe 2 (ca. 25%)
  • Verwendung als Putzlappen in der Industrie (ca. 25%)
  • Verwertung durch Faser-Rückgewinnung (ca. 20%)
  • Thermische Verwertung (Verbrennung ca. 8%)
Die Verwendung und Verwertung von Altkleidern

Anteilige Verwertung von Altkleidern in Deutschland

Abnehmer der Altkleider sind Exporteure, die die Altkleider dann per LKW oder Containerschiff nach Osteuropa oder Polen bringen. Hier werden die Altkleider dann Bündelweise verkauft, d.h. die Zwischenhändler kaufen die Säcke ohne die Kleidungsstücke einzeln zu begutachten.

Weiterverkaufen: Auch in den lokalen Märkten der Importländer gibt es noch mal unterschiedliche Qualitätsstufen. Die besten Kleidungsstücke bleichen in den (Haupt-)Städten, weniger moderne Sachen gehen auf die Märke im Landesinneren. Auf den afrikanischen Märkten (z.B. in Kenia) kostet eine Jeans dann am Ende 5 Euro eine T-Shirt gibt es ab 1 Euro.

Altkleidercontainer

Altkleidercontainer sind die häufigste Sammelmethode für Altkleider. In Deutschland gibt es zurzeit ca. 100.000 Container für Altkleider. Dies bedeutet, dass auf 800 Bundesbürger ein Altkleidercontainer entfällt. Die Betreiber der Altkleidercontainer sind unterschiedliche Organisationen. Grob lassen sich die Betreiber in drei Kategorien einteilen:

Betreiber von Altkleidercontainern

  1. Altkleidercontainer von gemeinnützige, karitativen oder kirchliche Organisationen
  2. Altkleidercontainer von von gewerblichen Unternehmen
  3. Altkleidercontainer von von Städten und Kommunen
Unterschiedliche Betreiber von Altkleidercontainern

Unterschiedliche Betreiber von Altkleidercontainern

Die Wettbewerb um die Altkleider und die damit verbundenen steigenden Preise führt zu immer mehr illegalen Altkleidercontainern, d.h. gewerbliche Unternehmen stellen Altkleidercontainer auf öffentlichen Grund ab, ohne diese zuvor beim Ordnungsamt anzuzeigen.

Unterschiede bei Altkleidercontainern

Die Altkleidercontainer unterscheiden sich nicht nur in Größe, Farbe und Aufmachung – auch die Gewinner aus den Altkleidercontainern haben einen unterschiedlichen Zweck. Die Gewinne der illegalen und gewerblichen Betreiber fließen zu 100% in private Taschen. Karitative Organisationen wie z.B. das Deutsche Rote Kreuz finanziert mit Altkleidern soziale Projekte und Städte und Kommunen wollen mit den Gewinnen aus Altkleidern die Müllgebühren senken.

Für den Altkleiderspender sind die Unterschiede bei Altkleidercontainer kaum zu erkennen. Nicht alle Behälter tragen ein Qualitätssiegel für Altkleidercontainer, welches einen nachhaltigen Umgang mit der Altkleiderspende sicherstellt.

Finden von Altkleidercontainern

Durch das Aufstellen und Entfernen von illegalen Containern, Umzug oder Orstwechsel wissen nicht alle Altkleiderspender wo sich ein Altkleidercontainer in der Nähe befindet. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht die Standorte von Altkleidercontainern im Internet darzustellen. Dabei listen wir nur legale Altkleidercontainer und nennen den Betreiber sowie den potenziellen Weg der gespendeten Altkleider.

Herstellung von Altkleidercontainern

Bei der der Herstellung von Altkleidercontainern gibt es insbesondere ökologische Unterschiede. Diese Unterschiede entstehen durch die längere Haltbarkeit und den nachhaltigen Herstellungsprozess der Altkleidercontainern. Seriöse Kleidersammler setzten auf qualitativ hochwertige Sammelcontainer mit einer Haltbarkeit von mehr als 10 Jahren, denn durch Wind und Wetter wird insbesondere die Oberfläche und die Einwurfklappe stark beansprucht.

Herstellung von Altkleidercontainer

Herstellung von Altkleidercontainer mit individueller Beschriftung

Über diese Qualitätsstandards hinaus hat die Firma JO-BA aus Bremen den ersten klimaneutralen Altkleiderconatiner produziert. Die für Herstellung und Material entstehenden Treibhausgase in Höhe von 1,2 Tonnen werden dabei durch ein Aufforstungsprojekt in Äthiopien neutralisiert. Pro Container werden somit 8 Bäume gepflanzt.

Abgrenzung gegenüber den illegalen Unternehmen

Illegal operierende Unternehmen, müssen mit der Gefahr rechnen, dass ihr Container konfisziert wird, und setzten daher schon bei der Anschaffung auf Billigware. Legale Altkleidercontainer erkennen Sie zusätzlich durch die individuellen Gestaltung der Oberfläche.

Aufwendig gestalteter Altkleidercontainer von FWS

Aufwendig gestalteter Altkleidercontainer von FWS

Recycling von Altkleidern – kreative Beispiele

Altkleider gehören in den Altkleidercontainer oder sollten zu einer Kleiderkammer gebracht werden. Es sei denn die alten Klamotten oder Schuhe lassen sich noch zu einer “höheren Verwendung” umfunktionieren. Diesen Prozess nennt man übrigens Upcycling.

Upcycling von Altkleider ist auch ohne Nähmaschine möglich

Klar, wer eine Nähmaschine zur Hand und entsprechende Fähigkeiten auf dem Kasten hat, verfügt über deutlich mehr Möglichkeiten aus ausrangierten Teilen neue Schätze zu machen. Aber auch ohne Nähmaschine gibt es viele kreative Ideen, die sich umsetzen lassen.

Heute zeigen wir euch ein paar Fundstücke, die wir im Netz gefunden haben. Wir freuen uns über noch mehr Zusendungen. Einfach einen Link in das Kontaktformular kopieren.

Die Wiedergeburt – unsere Fundstücke aus Altkleidern

Altkleidercontainer in Hamburg – Stadtentwicklung bremst Stadtreinigung

Auch die Stadt Hamburg will ins lukrative Geschäft mit den Altkleidern einsteigen. 1000 zusätzliche Altkleidercontainer würde die Stadtreinigung in Hamburg gerne aufstellen, um die 14.000 Tonnen Altkleider, die jährlich im Restmüll landen, zu reduzieren. Doch diese zusätzlichen Container bedeuten auch Konkurrenz für bestehende Sammelunternehmen wie z.B. dem DRK oder der Kleiderkammer Wilhelmsburg. Diese Zahl wurde daher zunächst auf 300 bis 500 nach unten korrigiert. Nun wurde bekannt, dass auch diese Anzahl an Altkleidercontainer nicht genehmigt wurde – sondern nur 20.

Sehen Sie hier einen Beitrag des NDR vom 2.7.2013

Altkleidercontainer Hamburg

Hamburg will Altkleidercontainer aufstellen

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Der Weg der Altkleider

Auch das Kolpingwerk Deutschland sammelt Altkleider. Rund 400 Altkleidercontainer des Kolpingwerks stehen in Unterfranken. Den Weg dieser Altkleider, vom Altkleidercontainer über den Sortierbetrieb bis zum Schiffscontainer, zeigt dieser Beitrag in 6 Minuten.

Was passiert mit den Gewinnen aus den Altkleidern?

Das Kolpingwerk Deutschland ist ein katholischer Sozialverband, d.h. es ist kein gewinnorientiertes Unternehmen. Die Gewinner aus der Altkleidersammlung werden an die Gesellschafter ausgeschüttet, die damit gesellschaftliche und politische Mitwirkungsmöglichkeiten wahrnehmen. Schwerpunkte des Handelns sind dabei: die Arbeit mit und für junge Menschen, Engagement in der Arbeitswelt, das Zusammenwirken mit und der Einsatz für Familien und für die Eine Welt.

Cleveres Altkleiderspenden – Wissenswertes und Tipps

Das Frühjahr hat begonnen und mit diesem steht das Ausmisten des Kleiderschranks bevor. Sich von Kleidung zu trennen, ist für viele (Frauen) nicht einfach. An vielen Teilen hängt ein Stück Erinnerung, an manchen sogar noch das Preisschild. Nach einem Jahr oder weniger getragen – ist die Jeans oder der Pulli oldfashioned geworden, nur wohin damit?

Spenden macht Sinn

In den nächsten Altkleidercontainer um die Ecke? Oder gibt es noch andere Alternativen? Auf jeden Fall spenden, denn Altkleider helfen Ressourcen zu sparen und die Umwelt zu schonen, indem z. B. der Wasserverbrauch durch künstliche Bewässerung bei der Kleiderherstellung verringert wird. Aus alten Klamotten können Teppiche, neue Kleidung oder Putzlappen hergestellt und weiterverkauft werden – Textilrecyling fördert einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen.

Das Geschäft mit den Altkleidern

Da die Sammlung der Altkleider ein lukratives Geschäft ist, werden vermehrt illegale Container in Wohngegenden aufgestellt. Wenn überhaupt, dann nur mit einer (nicht erreichbaren) Handynummer versehen, aber nie einer seriösen Organisation zugehörig. Finger weg von solchen Containern! Aber auch der Einwurf in einen Container mit dem Namen einer karitativen Einrichtung garantiert noch nicht, dass ihre Altkleiderspende kostenlos dorthin geht, wo wir sie vermuten.

Karitative Organisationen beauftragen in der Regel professionellen Sortierbetriebe wie die Soex Group, die sich um das Entleeren, Sortieren und Weiterverkaufen kümmern. Erstere bekommen von den Erlösen nur einen kleinen Teil und können damit ihre sozialen Projekte finanzieren. Die Kleidung landet zwar oft in Afrika, sie wird jedoch nicht kostenlos an die Menschen dort verteilt – das sollte jedem klar sein. Die Altkleider aus Deutschland werden auf den afrikanischen Märkten zwar relativ günstig angeboten – z.B. 1-2 Euro für ein T-Shirt, 5 Euro für eine Jeans – aber die wirklich Bedürftigen können sich selbst das nicht leisten.

Ist der Secondhandladen die bessere Wahl?

Auch die Abgabe in Kleiderkammern oder Secondhandläden garantiert nicht, dass die Kleidung kostenlos an Bedürftige gegeben wird. Überschüssige und gut erhaltene Kleidung geht auch hier über Sortierbetriebe nach Osteuropa und Afrika. Kleiderkammern oder Secondhandläden wollen oft nur die richtig gut erhaltenen Stücke, den Rest nehmen sie gar nicht erst an. Aber nicht mehr tragbare Kleidung wird zu Dämmstoffen und Putzlappen verarbeitet und gehört damit nicht in den Hausmüll. Nur stark verschmutze Kleidung, einzelne Schuhe oder Kunststoffdecken gehören nicht in den Altkleidercontainer.