Warum Federbetten in den Altkleidercontainer gehören

Leider steuern wir schon wieder auf die kalte Jahreszeit zu. Und damit heißt es Deckenwechsel. Sommerdecke verstauen und das Federbett beziehen. Doch genauso wie Kleidung, haben auch Federbetten bei uns nur eine begrenze Nutzungsdauer. Sie werden über die Jahre muffig, dreckig und klumpig.

Federbett Recycling

Federbett Recycling

Beim Recycling auch an die Herstellung denken

Wie der Name schon vermuten lässt, beinhalten die Decken einen tierischen Rohstoff – Federn und Daunen. Diese werden von Enten ausschließlich nach der Schlachtung gewonnen. Federn und Daunen von Gänsen werden teilweise von lebendigen Tieren gerupft. Dies ist in der EU verboten, doch in Osteuropa ist Lebendrupf immer noch normal und von dort kommen die Federn dann trotzdem die Decken der EU-Bürger. Man unterscheidet zwei Formen: das maschinelle Rupfen und das Rupfen mit der Hand. Grundsätzlich ist jede Art des Lebendrupfes mit starken Belastungen und oftmals schmerzhaften Verletzungen verbunden. Wer der brutale Wahrheit vertragen kann, hier ein Video vom ZDF:

Neue Federbetten aus dem Altkleidercontainer?

Um Gänse, Enten und unsere Umwelt zu schonen, sollen Sie Ihr altes Federbett daher nicht einfach in den Hausmüll oder zum Sperrmüll geben. Federbetten können Sie in einen Altkleidercontainer werfen, solange diese nicht grob verunreinigt oder bereits nass geworden sind. Ist das Oberbett in einem akzeptablen Zustand und wärmt es noch ausreichend, kann es als Decke weiter genutzt werden. Doch auch wenn keine direkte Weiterverwendung möglich ist, kann der Inhalt – die Federn und Daunen – wiederverwendet werden. Alt-Federn werden dann, genauso wie Altkleider, als s.g. Sekundärrohstoff gehandelt. In Deutschland werden ca. 950 Tonnen Alt-Federn gesammelt. Ein Kilogramm Alt-Federn können die Kleidersammler für für 1€ – 1,5€ an Weiterverwerter verkaufen.

Recycelte Federn werden verkauft, gereinigt und beigemischt

Die Federn aus recycelten Federbetten werden dann von Spezialfirmen gereinigt und aufbereitet. So kann ein Teil der Alt-Federn dem Füllmaterial von neue Decken beigemischt werden. Dies ist hygienisch völlig unbedenklich und schont Tier und Umwelt. Federn und Daunen, die sich nicht mehr zu Decken oder Kopfkissen verarbeiten lassen, können als Dünger genutzt werden.

Lübeck’s Altkleider werden doch nicht zerschreddert

Die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) haben Ihr Containernetz für die Altkleidersammlung auf 160 Container im ganzen Stadtgebiet ausgeweitet. Dafür wurden 160 000 Euro  für die Anschaffung investiert. Die EBL-Verantwortlichen rechnen mit 1000 Tonnen Altkleider pro Jahr. Bei Verkaufspreisen von 200 bis 400 Euro pro Tonne werden die Ausgaben abgedeckt und ein Gewinn entstehen. Die Entsorgungsbetriebe Lübeck hat somit gut halb so viele Container aufgestellt wie die Firma Retextil.

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Michaela Blunk (FDP), die die Bürger vor zweieinhalb Jahren öffentlich aufforderte (wir berichteten), ausrangierte Textilien nicht in die Sammelboxen zu werfen, sondern direkt in Kleiderkammern abzugeben, ist fassungslos über den Ausbau durch die Entsorgungsbetriebe Lübeck. „Ich sehe die Sammlung durch die Entsorgungsbetriebe nach wie vor kritisch“, sagt die FDP-Politikerin. Vor zweieinhalb Jahren versicherte das Unternehmen, dass nichts in die Dritte Welt gehen solle. Mit diesem Standpunkt steht Frau Blunk allerdings alleine da, denn alle anderen Parteien sind überzeugt, dass Altkleiderexporte z.B. Afrika keinen ökonomischen Schaden Vorort anrichten und der ökologische Gewinn durch das Recycling genutzt werden sollte. Mehr dazu hier.

Es geht um 3000 Tonnen Altkleider pro Jahr

Retextil gehört zur Soex- Gruppe und hat mit 304 Altkleidercontainern in Lübeck die meisten Standorte. Trotz gestiegener Behälteranzahl, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften und Lebensmitteleinzelhändlern, gab es bei der gesammelten Menge einen Rückgang um 25% im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Gutachten vom Dezember 2014 geht davon aus, dass in Lübeck jährlich ca. 3000 Tonnen Altkleider und Schuhe anfallen. Bislang hätten sich 16 gewerbliche und drei karitative Sammlungen die Alttextilien geteilt, so die Gutachter. Die EBL waren bis Anfang 2014 nur mit den Standorten auf ihren Wertstoffhöfen beteiligt, wo nur 20 Tonnen anfielen. Die Gutachter kamen zu dem Ergebnis, dass sich ab 650 Tonnen pro Jahr der Aufbau eines Containernetzes lohne.

Gemeinnützige Sammler merken (noch) nichts

get.jpegÜberraschenderweise fühlen sich die gemeinnützigen Sammler durch den Ausbau des Containernetzes durch die Stadt überhaupt nicht benachteiligt. Bei der Brockensammlung am Hauptbahnhof hat sich bis jetzt die Auswirkung noch nicht bemerkbar gemacht. Und auch die Vorwerker Diakonie, die 85 Altkleidercontainer bewirtschaftet 85 Container und pro Jahr 500 Tonnen Altkleider sammelt sammelt, fühlt sich durch die neue Konkurrenz nicht bedroht. Auch die Gemeindediakonie, die seit Anfang März eine Kleiderbox für Flüchtlinge unterhält, spürt nichts von der EBL-Offensive. „Die Bereitschaft der Bürger, uns Kleidung zu spenden, ist ungebrochen“, versichert Sonja Schmidt, stellvertretende Bereichsleiterin Wohnanlagen.

Breite Zustimmung erhalten die Entsorgungsbetriebe aus der Politik. „Wir unterstützen den Kurs“, sagt Dirk Freitag (CDU). „Damit lässt sich Geld verdienen — und das trägt zur Stabilität der Abfallgebühren bei.“ Auch Harald Quirder (SPD) ist überzeugt: „Das entlastet den Gebührenzahler.“ Silke Mählenhoff (Grüne) spricht von einer „guten Initiative“. Die Fraktionsvize der Grünen erwartet aber noch Nachweise, wie der Hamburger Aufkäufer die Alttextilien verwertet. Die anfängliche Debatte, dass Lübecker Altkleider auf Märkten in der Dritten Welt landen und das dortige Textilhandwerk zerstören könnten, hat sich aus Sicht von SPD und CDU erledigt.

Neue Wege der Altkleidersammlung

Der Schwarzwald Baar Kreis schlägt neue Wege gegen den Wildwuchs der illegalen Altkleidercontainer ein. Gemeinsam mit sechs karitativen Hilfsorganisationen hat sich der Landkreis zu einer Kooperation zusammengeschlossen, um so dem Bürger ein flächendeckendes Netz an legalen Altkleidercontainern zu bieten. Seit August 2014 stehen an 70 Standorten (zur Kartenansicht) die blauen Kooperationscontainer mit gemeinsamen Logo.

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Gemeinsam gegen die Illegalen

Altkleidercontainer-blauBis zum Start der Initiative hatten unseriöse Unternehmen immer wieder Altkleidercontainer ohne Genehmigung auf öffentlichen Grund gestellt. Zum Ärger der Städte und Gemeinden, die einen hohen Aufwand erbringen müssen, um die Container juristisch korrekt zu entfernen. Aber auch die Hilfsorganisationen wie z. B. das DRK Villingen-Schwenningen verloren durch die illegalen Altkleidercontainer wichtige Einnahmen für ehrenamtliche und soziale Projekte. Die Idee des Landkreises,  in 19 Städten und Gemeinden die illegalen durch neue Kooperationscontainer zu verdrängen, stieß auf viel Zuspruch. Neben den neuen Containern sollten die bereits vorhandenen karitativen Container bestehen bleiben. Seit August wurden 32 illegale Container dauerhaft aus dem Verkehr gezogen und 72 Kooperationscontainer aufgestellt.

Landkreis beteiligt Hilfsorganisationen am Gewinn

Um die bereits sammelnden Hilfsorganisationen für die neue “Konkurrenz” durch die Kooperationscontainer zu kompensieren, beteiligt der Landkreis die Kooperationspartner mit 20% am Gewinn. Dieser ergibt sich durch den Verkaufserlös der Altkleider an die FWS GmbH abzüglich der Kosten für die Verwaltung der Container. In den ersten 5 Monaten lag die Sammelmenge bei 74 Tonnen.

Ein Gewinn für die Umwelt

Für jedes Kilo Baumwolle, welches neu produziert wird, werden durchschnittlich 15.000 Liter Wasser benötigt. Ebenfalls belasten Pestizide und Chemikalien zur Einfärbung der Stoffe unsere Umwelt. Die Kleidung aus dem Schwarzwald Baar Kreis kann zu fast 50% (siehe Grafik unten) weiter getragen und muss eben nicht neu produziert werden. Berechnet man nur die Wasserersparnis der Baumwollkleidung, ergibt sich eine Ersparnis von 1.050.000.000 Liter (1,05 Milliarden) Wasser in 5 Monaten.

Verwendung der Gewinne aus den Altkleidern

Die Hilfsorganisationen nutzen die zusätzlichen Einnahmen für die Finanzierung ihrer sozialen Arbeit und Projekte z.B. für ein Bildungszentrum und eine Ambulanz in Togo (Help World e. V.) oder zur Mitfinanzierung von Sprachkurse für Asylbewerber (Kolping Bildungswerk e. V.). Die Einnahmen aus den Altkleidern helfen im Schwarzwald-Baar-Kreis die Müllgebühren stabil zu halten.

Der Weg der Altkleider

Die Altkleidercontainer werden regelmäßig von der FWS geleert und in einen Sortierbetrieb gebracht. Hier werden die Altkleider aus dem Schwarzwald Baar Kreis in bis zu 400 Kategorien per Hand einsortiert. Rund die Hälfte der Kleidung kann noch weitergetragen werden und wird als Second-Hand-Qualitätsware meist nach Osteuropa oder Afrika exportiert. Die Kleidung, die nicht mehr getragen werden kann, wird in der Industrie als Putzlappen genutzt oder sie wird zerschreddert und dient als Dämmmaterial – z. B. für Waschmaschinen. Ein weiteres Einsatzgebiet für nicht mehr tragbare Kleidung ist die Herstellung von Autoteilen. So muss nur ein kleiner Teil, der nicht mehr nutzbar ist, in Müllverbrennungsanlagen verbrannt werden. Warum dieses Vorgehen ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist, beschreiben wir in diesem Beitrag.

Diese Grafik zeigt den Weg der Altkleider vom Container über die Sammlung und die Sortierung bis hin zur Weiterverwendung. Im unterem Teil werden die Wege und die Verwendung der Erlöse dargestellt.

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Entwicklung kommunaler Altkleidersammlungen

Seit dem 1. Juni 2012 besteht das reformierte Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG). In Folge dessen haben über 110 Städte und Gemeinden selbst Sammelcontainer aufgestellt (Stand Ende 2014) und die Verwertung der Altkleider öffentlich ausgeschrieben. Obwohl dies nur 2% aller Städte und Gemeinden in Deutschland sind, hatte dies bedeutende Auswirkungen auf den Altkeidermarkt.

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Entfernen von illegalen Altkleidercontainern

Nach Schätzungen von Experten ist jeder dritte Altkleidercontainer in Deutschland ohne Genehmigung aufgestellt worden. Der Preisanstieg in den letzten Jahren beförderte das unrechtmäßige Vorgehen unseriös operierender Unternehmen. Das Entfernen der illegalen Container bedeutet für die Ordnungsämter, auf Grund der Gesetzeslage, einen hohen finanziellen Aufwand, der zusätzlich die knappen Kassen der Kommunen belastet. Als Lösung etablierte sich die kommunalisierte Altkleidersammlung.

Preisspirale durch höhere Nachfrage und illegale Container

Der steigende Preis wurde zunächst von einer zunehmenden Nachfrage auf dem Weltmarkt ausgelöst und durch die illegal aufgestellten Container weiter verstärkt. Denn Altkleider aus den wilden Containern wurden ohne heimische und fachgerechte Sortierung direkt exportiert – zum Nachteil der lokalen Textilverwertungsunternehmen. Um die Sortieranlagen in Deutschland und Westeuropa weiter auszulasten, mussten höhere Beschaffungspreise für legal gesammelte Altkleider geboten werden.

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Preisabfall ab Mitte 2014

Die Preissteigerungen wecken das Interesse weiterer Kommunen, die ihren Haushalt durch das Sammeln von Altkleidern aufbessern wollten. Durch die vermehrte Säuberung von illegal aufgestellten Containern fällt seit Mitte 2014 der Preis für Altkleider deutlich. Die Umkehr der Preisspirale beruht auf gleichen Mechanismen wie zuvor der Preisanstieg. Auf dem Weltmarkt sinkt die Nachfarge durch die Ebola Epidemie in West-Afrika, den niedrigen Rubel und Konflikte in der Ost-Ukraine sowie in Syrien. Gleichzeitig werden immer mehr kommunale Altkleidercontainer aufgestellt, was zu einem erhöhten Sammelaufkommen führt.

Die Sorge der bestehenden legalen Sammlern

Die bereits in der Altkleidersammlung aktiven karitativen Organisationen wie z. B. das DRK, die Malteser oder Caritas, aber auch legale Wirtschaftsunternehmen, begegneten den ambitionierten Plänen der Kommunen mit großer Sorge. Insbesondere sorgen Sie sich um ihre eigenen Sammelerlöse. Viele, aber längst nicht alle, Kommunen inkludierten die karitativen Organisationen in die Strategie, sodass gemeinnützigen Projekten nicht die aus der Kleidersammlungen stammende, finanzielle Grundlage entzogen wurde (z. B. in Freiburg).

Der im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) gesetzlich festgelegte Bestandsschütz für bereits sammelnde Wirtschaftsunternehmen war Anlass für das ein oder andere Gerichtsverfahren. Gegenteilige Urteilssprüche der Richter halten die Unsicherheit für private Altkleidersammler hoch.

Ausschreibungen für Verwertungsunternehmen

Die meisten Kommunen (bzw. öffentlich-rechtliche Entsorgter) sammeln, sortieren und verwerten die Altkleider nicht selbst. Dies übernehmen Verwertungsunternehmen, wie z. B. FWS oder Efiba. Die Kommunen beteiligen sich an der Altkleidersammlung, indem sie Stellplätze und Container zur Verfügung stellen. Verwertungsunternehmen entleeren die Container, sortieren die Kleidung und verkaufen diese an unterschiedliche Abnehmer (Mehr dazu hier). Die bei den Kommunen entstehenden Gewinnen sollen den jeweiligen Haushalt so bestmöglich aufbessern.

Das Problem: Die “Best-Price-Praxis”

Die “Ware” Altkleider wird oft von der Kommune an das meistbietende Verwertungsunternehmen verkauft. Welches Unternehmen den Zuschlag bekommt, wird in einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren ermittelt. Dabei lassen sich einige Kommunen, bei ihrer Entscheidung für oder gegen ein Verwertungsunternehmen, allzu oft vom besten finanziellen Angebot leiten – qualitative Anforderungen an teilnehmende Unternehmen bleiben unberücksichtigt.

Diese “Best-Price-Praxis” erregt Missmut bei Umweltverbänden, ebenso wie bei einigen zertifizieren Entsorgungsunternehmen, die die hohen Standards in der Kreislaufwirtschaft sowie viele Arbeitsplätze in den deutschen Fachbetrieben (Stichwort Mindestlohn) sicherstellen müssen.

„Dieses Vorgehen gefährdet die hohen Standards in der Kreislaufwirtschaft sowie viele Arbeitsplätze in den deutschen Fachbetrieben. Die Betriebe erfüllen sämtliche umweltrechtlichen Anforderungen und es gilt der Mindestlohn. Wenn nur der Preis entscheidet, haben sie das Nachsehen“, so bvse-Fachreferentin Beate Heinz.

Die Lösung: Höhere Qualitätsanforderungen an die Verwertungsunternehmen.

Unternehmen, die diese hohen Standards erfüllen und sich gleichzeitig durch das Vorgehen mancher Kommunen benachteiligt sehen, wollen mit der „Gemeinschaft für textile Zukunft“ (GftZ) eine hochwertige und wertschöpfende Erfassung und Verwertung von Alttextilien etablieren und sicherstellen. Dazu setzen sich die Mitglieder der GftZ u. a. für mehr qualitative Kriterien in den Ausschreibungsverfahren der öffentlich-rechtlichen Entsorgter ein.

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Weitere Kommunen wollen einsteigen

Auch wenn der Preis für Altkleider rückläufig ist, werden in den nächsten Monaten weitere kommunalisierte Altkleidersammlungen entstehen. Ob die Kommunen das Altkeiderrecyling, aus ökologischer und ökonomischer Sicht, erfolgreich optimiert haben, kann noch nicht abschließend beantwortet werden. Die in den letzten drei Jahren beobachteten Auswirkungen sind sehr unterschiedlich und müssen  nach dem ersten “Preissturz” seit Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) erneut betrachtet werden.

Nachhaltigkeitsstrategien der Textilwirtschaft

Im heutigen Beitrag wollen wir mal wieder etwas über den “Altkleider-Tellerrand” schauen. Den Anstoß dazu gab das Würzburger Verwaltungsgericht am 10.2.2015 mit einem vermeintlichen Grundsatzurteil.

Modehersteller dürfen alle Altkleider annehmen

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Foto: Kokoska/WAZ

Demnach darf die Modekette Adler weiterhin alte Kleidung aller Marken annehmen, ohne dass sie dafür eine gewerbliche Sammlung anmelden muss. Die Modekette Adler hatte gegen einen entsprechenden Bescheid des Bayerischen Landesamtes für Umwelt geklagt. Dieses hatte die Sammlung alter Kleidung im Sinne der Produktverantwortung zunächst anerkannt – allerdings unter der Bedingung, dass Adler nur selbst produzierte Kleidung annimmt. Diese Bedingung ist aber nicht erfüllt worden und führte zu einem gerichtlichen Prozess. Die Bedingung ist nun aus dem ursprünglichen Bescheid gestrichen worden. Damit steht der Altkleidersammlung aller Textilen durch den Modehersteller nichts mehr im Wege.

Warum Modehersteller alte Kleider und Schuhe wieder zurücknehmen?

Die Gründe, warum Modehersteller Altkleider sammeln, werden von unterschiedlichen Quellen kontrovers diskutiert. Die einen sprechen von geschickten Marketingmaßnahmen, die anderen vom Beginn einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie.

Die Kritiker sagen:

1. Der Textilkonsum und damit auch der Ressourcenverbrauch wird dadurch weiter verstärkt. Denn jemand, der seine alten Klamotten in ein Geschäft bringt, ist ein potenzieller Kunde für neue Kleidung des Unternehmens. Unterstützt wird dies durch einen Gutschein für den nächsten Einkauf bei der Modekette.

2. Die gesammelten Altkleider werden an Verwertungsfirmen zu Marktpreisen verkauft. Dann, ebenso wie Altkleider aus Containersammlungen, sortiert und herkömmlich recycelt. Dies schadet den bestehenden Organisationen, insbesondere den karitativen Einrichtungen, die mit weniger Sammelerlösen rechnen müssen.

Die Visionäre entgegnen:

1. Die Modeketten stehen am Anfang eines Paradigmenwechsels. Die Rücknahme der Altkleider ist ein wichtiger Schritt um den Kreislauf zwischen Produktion und Wiederverwertung zu schließen und ressourcenschonend zu produzieren.

Das Ziel ist es eine alte Jeans zu zerschreddern und aus diesen Fasern eine neue Hosen zu fertigen – und zwar ohne umweltschädliche Chemikalien, unter fairen Arbeitsbedingungen und mit Ökostrom.

Dieses Prinzip ist auch unter Cradle-to-Cradle bekannt

Der Ansatz von Cradle to Cradle (“von der Wiege zur Wiege”) wurde vom U.S.-amerikanischen Architekt William McDonough und dem deutschen Chemiker Michael Baumgart entwickelt und 2002 in einem Buch zusammengefasst. Hierbei wird bei der Produktion nicht nur an das Endprodukt und dessen Verwendung selbst gedacht, sondern auch daran, was damit nach dem Gebrauch geschieht. Deswegen werden die Produkte so hergestellt, dass nach abgeschlossener Nutzung das gesamte verwendete Material wieder verarbeitet oder ohne schädliche Rückstände entsorgt werden kann. Güter sollen nicht ver- sondern gebraucht werden und somit nie zu Abfall werden – ein Kreislauf entsteht. In diesem fügen sich die eingesetzten Ressourcen am „Lebensende“ des Produkts wieder in einen Nährstoffkreislauf ein.

Cradle-to-Cradle als Nachhaltigkeitsstrategie der Textilwirtschaft

Zahlreiche Hersteller wie Puma, Adler, TheNorthFace, H&M suchen nach Wegen, wie aus den Fasern alter Kleidung neue hochwertige Kleidung produziert werden kann. Die Fasern aus zerhechselten Altkleidern sind jedoch meist zu kurz um damit neue Garne zu spinnen, die eine für Kleidung nötige Reisfestigkeit aufweisen. Was jedoch heute schon möglich ist: die Fasern aus alten Textilien und neue Baumwollfasern zu mischen. Ähnlich wie der “Ökosprit” E10 ist dieser Kompromiss aber nicht ausreichend, denn der Großteil besteht immer noch aus endlichen Ressourcen für die das Cradle-to-Cradle Prinzip nicht gilt. Die Frage ist nun: ist es möglich die Produktionsverfahren von neuen Textilen so zu verändern, dass qualitativ gleichwertige Produkte aus Altkleidern gefertigt werden können. Und wann wird das sein?

Das Unternehmen Trigema hat einen anderen Weg eingeschlagen, um den Kreislauf zu schliessen. Anstatt alte Textilen zu hechseln, sollen diese kompostiert werden.

T-Shirt

Das T-Shirt wird zu umweltverträglichem und nährstoffreichem Humus, auf dem wieder neue Baumwolle wachsen kann. Das Unternehmen stellt das Konzept in diesem PR-Video da.

Gehören ab jetzt Altkleider in den Bio-Müll?

In einer idealen “Cradle-to-Cradle-Welt”, in der jedes hergestellte Produkt einem technischen oder natürlichen Kreislauf umweltverträglich zurückgeführt würde, müssten wir uns als Verbraucher keine Gedanken machen. Soweit sind wir noch nicht. Erste Schritte sind getan, doch es ist ein weiter Weg. Die Unternehmen müssen weiter nach innovativen Lösungen suchen und diese massentauglich machen, denn die Nachfrage nach Textilien wird weiter steigen.

Unternehmen und wir als Verbraucher sollten deshalb mehrere Nachhaltigkeitsstrategien parallel umsetzen:

1. Unternehmen sollten besser produzieren, die Effizienz steigern und dabei verantwortungsbewusst mit Mitarbeitern, Umwelt und Rohstoffen umgehen.

2. Unternehmen sollten anders produzieren. Sie sollten schon bei der Herstellung der Produkte auf die Möglichkeit der Weiterverwendung und Umweltverträglichkeit achten.

3. Verbraucher sollten weniger konsumieren und sich ihrer Macht bewusst werden, wo sie welche Produkte kaufen – und wie sie diese “entsorgen”.

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Altkleider für Flüchtlinge?

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, um Asyl zu beantragen, hat sich 2014 deutlich erhöht. Die Krisen dieser Welt zwingen immer mehr Menschen ihre Heimat zu verlassen und hier einen Neuanfang zu wagen. Letztes Jahr kamen rund 200.000 Menschen nach Deutschland. Die Zahl hat sich gegenüber 2013 fast verdoppelt.

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Flüchtlinge müssen auch mit Kleidung versorgt werden

Deutschlandweit mussten im letzten Jahr Unterkünfte entstehen, da die bestehenden Kapazitäten nicht ausreichten. Die zuständigen Behörden mieteten Wohnungen und Hotels an, erbauten Container-Unterkünfte oder machten Turnhallen zu Schlafsälen. Doch nicht nur das Dach über dem Kopf muss errichtet werden, auch die nötige Infrastruktur muss auf die Beine gestellt werden. Die Versorgung mit Kleidung ist Thema dieses Beitrags.

Die meisten Flüchtlinge kommen nur mit wenig Habseligkeiten nach Deutschland. Kleidung haben die allerwenigsten im Gepäck. Zusätzlich ist die Kleidung, die sie tragen, von der langen Reise oft beschädigt, beschmutzt und abgetragen.

Viele Bürgen wollen helfen

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Zum Glück sind Flüchtlinge in Deutschland willkommen. Von wenigen Idioten Ausnahmen abgesehen, zeigen viele Bürger großes Engagement und wollen direkt helfen. Die Neuankömmlinge mit Kleidung aus dem eigenen Kleiderschrank zu versorgen ist eine häufige und gut gemeinte Hilfe. Die ausrangierte Kleidung wird in Säcke verpackt und direkt von den Spendern im Wohnheim abgegeben. Doch diese Engagement ist weniger hilfreich, als es auf den ersten Blick erscheint. Dies hat folgenden Hintergrund:

1. Die Verwaltung vor Ort kann die Verteilung der Kleidung nicht übernehmen, da oft keine Kapazität dafür frei ist.

2. Die gespendete Kleidung entspricht nicht den Bedürfnissen vor Ort.

3. Kleidung kann, auch aus Platzgründen, nicht sortiert und gelagert werden.

Der Weg über Kleiderkammern ist kein Umweg

Es ist also besser, wenn das existierende System der Altkleidersammlung und -ausgabe genutzt wird. In den allermeisten Städten und Gemeinden gibt es Kleiderkammern vom DRK, den Maltesern, der AWO oder der Caritas. Deren Mitarbeiter haben eine langjährige Erfahrung in der Versorgung von hilfsbedürftigen Menschen. Andererseits kennt die Verwaltung von Flüchtlingsheimen bzw. kennen die betreuenden Sozialarbeiter die Adressen der Kleiderkammern.

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Im Fazit bedeutete dies: Bringen Sie Ihre Kleidung besser wie gewohnt zu einem legalen Altkleidercontainer oder zu einer Kleiderkammer. Eine direkte Anlieferung ist gut gemeint, stiftet aber wenig Nutzen. Dies gilt übrigens auch für Spielzeug und Möbel. Falls Sie eine Ausnahme kennen, nutzen Sie unser Formular, um den Standort zu übermitteln.

Die Standorte für legale Altkleidercontainer und Kleiderkammer finden Sie über unsere Suche.

“Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht”

Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV)

Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV)

Unter dem Motto “Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht” findet jährlich die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) statt. Diesmal vom 22.11. – 30.11.2014. Dieses Motto ist auch der Grundstein unserer Idee: Denn wir von altkleiderspenden.de haben unser Projekt ins Leben gerufen, um die Entsorgung von Altkleidern über den Hausmüll zu reduzieren. Auch wenn inzwischen Altkleider als Abfälle kategorisiert werden, so macht es einen großen Unterschied, ob Altkleider in den Hausmüll geworfen werden oder über Altkleidercontainer bzw. Kleiderkammern “entsorgt” bzw. “gespendet” werden.

Sind Altkleider wirklich Abfälle?

Ja, Altkleider werden nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz ( § 3 KrWG) als Abfälle eingestuft. Doch in den Hausmüll gehören sie meist trotzdem nicht. Diese Ansicht vertritt auch ein Großteil der Bevölkerung, wie eine Studie des BVSE  zeigt. Aber die Praxis sieht anders aus: Es landen immer noch sehr große Mengen an Altkleidern in den Mülltonnen. In Hamburg wurden 2013 pro Einwohner 8 kg Altkleider weggeworfen und unsortiert verbrannt bzw. deponiert. Dies ist eine enorme Ressourcenverschwendung! Liebe Hamburger, Hier sind die Standorte…

Abfälle reduzieren durch Recycling

Die Herstellung von Kleidung ist sehr ressourcenintensiv.  Hoher Wasserverbrauch für die Baumwollherstellung, Chemikalien für die Textilverarbeitung und unwürdige Arbeitsverhältnisse der Näher/Innen sind die Begleiterscheinungen fast jeder Neuanschaffung. Deswegen können Sie Abfall vermeiden und die Umwelt am meisten schonen, indem Sie nur kaufen was Sie wirklich benötigen. Oder kaufen Sie doch mal auf Flohmärkten, in Tauschbörsen oder in 2nd-Hand-Läden, dass schont auch noch Ihren Geldbeutel.

Altkleider in nur legale Altkleidercontainer werfen

Wenn Sie Kleidung haben, die Sie nicht mehr tragen, warten Sie nicht 10 Jahre bis Sie sie entsorgen. Je aktueller die Mode, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Ihre Kleidung weitertragen möchte. Werfen Sie brauchbare Kleidung in einen legalen Altkleidercontainer oder bringen Sie Ihre Säcke zur Kleiderkammer. Sie tun nicht nur der Umwelt etwas Gutes, auch die Aufsteller der Altkleidercontainer profitieren von Ihrem Einwurf. Pro Kilogramm “spenden” Sie ca. 30-40 Cent an die Organisation. Achten Sie daher auf die Seriosität des Sammelunternehmens oder prüfen Sie, ob der Altkleidercontainer auf www.altkleiderspenden.de zu finden ist, denn hier werden nur legale Altkleidercontainer gelistet.

10.000 legale Altkleidercontainer online

Heute mal eine Nachricht in eigener Sache. In letzter Zeit haben wir (leider) nicht mehr soviel geschrieben. Dies hatte aber einen (guten) Grund, denn wir haben eifrig Altkleidercontainer und Kleiderkammern ins System eingeben. Ja, jeder Standort wurde manuell überprüft!

10000 legale Altkleidercontainer

über 10000 legale Altkleidercontainer online

Wir feiern den 10.000sten Standort

Zwischenzeitlich hat die Webseite unter der Datenlast ganz schön gestöhnt, aber Dank unserem Mann für die Technik Amos, läuft die Suchmaschine jetzt wieder wie geschmiert. Nun sind wir stolz zu vermelden, dass auf altkleiderspenden.de nun über 10.000 legale Altkleidercontainer und Kleiderkammern in Deutschland zu finden sind. Zu jedem Standort ist der Name der Organisation genannt, die den Altkleidercontainer oder  die Kleiderkammer betreibt. Zusätzlich zur Organisation nennen wird die Rechtsform der Organisation (auf der Detailseite des Standorts). Dabei haben wir in karitative Organisationen (z.B. e.V. oder gGmbH) kommunale Entsorgter (Stadt oder Gemeinde) und Wirtschaftsbetriebe (GmbH oder AG) unterschieden.  Wir wollen explizit erwähnen, dass ein Großteil, der an diesen Standorten gesammelten Altkleider, von der Firma FWS aus Bremen eingesammelt und von der Firma TexTrade in Bremerhaven sortiert und verkauft wird. Aus unserer Sicht ist dieser Weg der Altkleider ökologisch und ökonomisch sinnvoll.

Und dann wollen wir noch mehr

Wir werden uns nicht mit 10.0000 zufrieden geben – denn wir haben noch nicht alle legalen Standorte für Kleiderkammern und Altkleidercontainer online. Glücklicherweise werden durch konsequenteres Eingreifen von Ordnungsämter, immer mehr illegale Altkleidercontainer aus dem Verkehr gezogen. Auch sehen wir eine positive Entwicklung bei der transparenteren Kommunikation über den Weg der Altkleider . So macht es Spaß!

Altkleider – zwischen Abfall und Entwicklungshilfe

Eine repräsentative Verbraucherbefragung, die das Meinungsforschungsinstitut forsa mit 1001 Teilnehmern durchgeführt hat, zeigt das 86% der Befragten ihre Altkleider zur Kleidersammlung bringen. Die 4 Hauptgründe der 86% werden wie folgt beantwortet:

  1. Weil sie hilfsbedürftige Menschen oder karitative Organisationen unterstützen wollen – 88%
  2. Wei sie möchten, dass die Sachen weitergetragen werden, da sie zum Wegwerfen zu schade sind – 85%
  3. Weil sie zum Umweltschutz beitragen möchten – 54%
  4. Weil sie die Sachen loswerden möchten – 13%

(Die komplette Umfrage können Sie hier herunterladen)

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Eine andere Umfrage, die wir eigenständig unter 200 Teilnehmern durchgeführt haben, kommt zu dem Ergebnis, das 51% der Bevölkerung davon ausgeht, dass die gespendeten Altkleider kostenlos an bedürftige Menschen verteilt werden.

Nur 49% der Befragen wissen was passiert

Nur 49% der Befragen wissen was passiert

Die kostenlose Weitergabe betrifft aber nur einen kleinen Teil der Altkleiderspenden und hat folgende Gründe:

  1. Der Bedarf an kostenloser Kleidung in Deutschland ist um ein vielfaches geringer als das Aufkommen.
  2. Die Deutschen kaufen lieber Neuware. Die Menge von verkäuflicher 2nd Hand Kleidung übersteigt ebenfalls die Nachfrage.
  3. Das Sammeln, Sortieren und Transportieren ins Ausland ist nicht kostenlos, so dass karitative Organisationen weitere finanzielle Mittel aufbringen müssten, um Kleidung z.B. nach Afrika zu verschiffen.
  4. Kostenlose Kleidung in Afrika würde die lokalen Märke und den Handel mit Kleidung zerstören.

Altkleider sind keine Entwicklungshilfe

Als Konsequenz hat sich ein globaler Altkleiderhandel etabliert, welcher auch ökologisch sinnvoll ist, wenn sich die Marktteilnehmer an geltende Bestimmungen und Gesetze halten. Karitative Organisationen profitieren dabei meist durch die Überlassung von Altkleidercontainer und Standortmiete. Mit diesen indirekten Einnahmen aus den Altkleidern können dann soziale Projekt finanziert werden.

Durch die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetz vor zwei Jahren werden Altkleider gesetzlich als Abfall klassifiziert. Diese Neuordnung hat seid der Einführung für viel Bewegung im Altkleidermarkt gesorgt.

Gesetzlich sind alle Altkleider Abfall

Allerdings meist nur bei der Altkleidersammlung, denn hier haben nun prinzipiell Städte und Gemeinden den Vorrang vor privatwirtschaftlichen Unternehmen und karitativen Organisationen. Auf die Verwertung und das Recycling von Altkleidern hat diese Neuordnung hingegen überraschend wenig Auswirkungen. Nach wie vor werden die überschüssigen Altkleider in Sortierbetrieben sortiert und dann exportiert.

Altkleider – Müll, Bargeld oder Wertstoff?

Vor dem Gesetzt sind Altkleider Müll. Für Altkleidersammler sind sie wie Bargeld. Doch welchen Bezug haben die Spender zu ihren ausrangierten Textilien?

Wenn der Kleiderschrank mal wieder aus allen Nähten platzt, muss aussortiert werden. Möchte man nicht den ganzen Tag damit verbringen, müssen die Entscheidungen im Sekundentakt getroffen werden. Was ist abgetragen? Was passt nicht mehr (und wird auch nicht mehr passen – ehrlich)? Was hatte ich seid 12 Monaten nicht mehr an?

Je größer die Emotion, desto schwieriger ist es die Kategorie “Altkleider” zu vergeben.

Zu vielen Kleidungsgegenständen gibt es eine emotionale Bindung. Viele unserer Hosen, Röcke, Schuhe und T-Shirts haben eine kleine Geschichte. “Diese Schule habe ich mir damals nach der Trennung gekauft” “Dieses Shirt war 2 Jahre lang mein absolutes Lieblingsstück” “In diese Hose wollte eigentlich mal wieder reinpassen”

Der Gedanke, dass sich jemand anderes darüber freuen wird, lindert den Trennungsschmerz.

Im Mai 2013 haben wir eine Umfrage unter 200 Altkleiderspendern durchgeführt.

Auf die Frage, Die Verwendung meiner Altkleider interessiert mich? (Skala von “interessiert mich sehr” bis “interessiert mich überhaupt nicht”) antworteten die Befragen wie folgt:

Verwendung der Altkleider

Hohes Interesse an der Verwendung der Altkleider haben über 50%

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass 51% der Befragen ein großes Interesse haben, zu erfahren was mit ihrer Spende passiert. Diese Spender bevorzugen die Abgabe ihrer Textilien in der Kleiderkammer, da Sie glauben ihre Kleidung wird hier bestmöglich weiterverwendet.

Auf die Frage “Wussten Sie, dass Altkleider zu 99% weiterverkauft werden und nicht als “Spende” weitergegeben werden?” antworteten nur 49% mit “ja”. D.h. auf der anderen Seite denken 51% dass ihre Spende kostenlos an Bedürftige in Afrika und Deutschland verteilt wird.

Nur 49% der Befragen wissen was passiert

Nur 49% der Befragen wissen was passiert

 

Die kostenlose Weitergabe der Altkleider an Bedürftige ist eine Illusion, die Jahrzehnte lang von vielen Altkleiderverwerten aufrecht gehalten und sogar gefördert wurde, obwohl Altkleider schon immer größtenteils verkauft wurden. Dies gilt auch für  gemeinnützige und karitative  Sammler. Erst in den letzen Jahren bemühen sich seriöse Sammelorganisationen um größere Transparenz und kommunizieren den Weg der Altkleider offen.