Altkleider in der Kleiderkammer abgeben

Altkleider in einer Kleiderkammer abzugeben, ist ebenfalls eine Möglichkeit um sich sinnvoll von alten Klamotten zu trennen. Viele karitative Verbände sowie kirchliche Organisationen betreiben Kleiderkammern, mit dem Ziel sozial bedürftigen Mitbürgern eine kostenlose/sehr günstige Möglichkeit zu geben, sich mit Kleidung zu versorgen. Alleine das Deutsche Rote Kreuz betreibt 800 dieser Kleiderkammern.

Ist die Kleiderkammer die bessere alternative zum Altkleidercontainer?

Die Antwort auf diese Frage ist: Es kommt auf die Kleiderkammer und den Altkleidercontainer an. Die Kleiderkammern benötigen gar nicht soviel Altkleider wie bei ihnen abgegeben wird. Der “Überschuss” wird daher, genauso wie der Großteil der Kleidung aus dem Altkleidercontainer, in 2nd Hand Läden oder an Sortierbetriebe verkauft.

Eine Kleiderkammer schafft Arbeitsplätze und hält die Gewinne in der Einrichtung

Die gesammelten Altkleider aus Altkleidercontainer werden oft direkt an Sortierbetriebe verkauft. Daraus entsteht den karitativen Einrichtungen auf jeden Fall ein Gewinn, welcher wieder in soziale Projekte investiert werden kann. Der Großteil der nachfolgenden Wertschöpfung (Sortierung, Handel, Weiterverwertung, Export) wird allerdings durch wirtschaftlich denkenden Unternehmen geleistet und daher werden auch hier die Gewinne verteilt.

Karitative oder kirchliche Kleiderkammer, die die Altkleider in Eigenregie sortieren, schaffen meist “bessere” Arbeitsbedingungen als gewinnorientierte Unternehmen. Die Gewinne der Kleiderkammer können allerdings dadurch auch sinken, bzw. sogar ganz entfallen, so dass kein Geld aus der Altkleidersammlung für andere soziale Projekte übrig bleibt.

 

 

 

Altkleidersammlung – “gute” und “schlechte”

Unter einer Altkleidersammlung versteht man das Sammeln von Altkleidern und Schuhen durch gemeinnützige oder private Organisationen. Eine Altkleidersammlung muss, seit der Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes  § 17 Abs. 2 Nummer 3 und 4 KrWG, bei dem zuständigen Ordnungsamt angezeigt werden. Eine Altkleidersammlung kann durch eine Straßensammlung, die Sammlung in Altkleidercontainer oder durch Kombi-Tonnen erfolgen

Gute Altkleidersammlungen erkennen

Illegale Altkleidercontainer, dubiose Straßensammlungen und gewinnmaximierende Textilverwerter haben der Kleidersammlung in letzter Zeit ein schlechtes Image verschafft. Doch die Altkleidersammlung ist für viele karitative Verbände und Einrichtungen eine wertvolle Einkommensquelle. Für den potenziellen Spender ist allerdings der Unterschied schwer zu erkennen. Unseriöse Kleidersammlungen werben oft mit übertriebenen Slogans, wie z.B.:

  • „Hilfe für Flutopfer“
  • „Helfen Sie, damit wir helfen können.“
  • “Kleidung für Afrika”
Beispiel für eine unseriöse  Organisation

Beispiel für eine unseriöse Organisation

Auch anhand der Kontaktdaten (wenn welche vorhanden sind) können Sie eine gute von einer schlechten Kleidersammlung unterscheiden. Ist nur eine Handynummer zu finden oder “kein Anschluss unter dieser Nummer” können Sie fast sicher sein, dass es sich um eine illegale Kleidersammlung handel. Auf Zetteln zur Ankündigung einer (privaten und meist nicht angezeigten) Straßensammlungen finden Sie  Symbole, die von der Gemeinnützigkeit der Organisation überzeugen soll:

  • rotes Kreuz auf weißem Hintergrund
  • Engel in jeder Form
  • Weltkugel mit Umweltsymbolen

Qualitätssiegel für zertifizierte Altkleidersammlungen

Fachverband Textilrecycling und Fairwertung Altkleidercontainer

Fachverband Textilrecycling und Fairwertung Altkleidercontainer

In Deutschland gibt es den Fachverband Textilrecycling des bvse und Fairwertung e.V., welche Leitlinien zur nachhaltigen Alttextilienverwertung erlassen haben. Zusätzlich haben beide Organisationen ein Qualitätssiegel für Altkleidercontainer in die Welt gerufen, um so für den Spende gute von schlechten Altkleidersammlungen unterscheidbar zu machen. Die Altkleidercontainer der zahlreichen Mitglieder werden nun in Zukunft mit diesen Aufklebern ausgestattet.

Altkleider

Der Altkleidermarkt

In Deutschland werden jährlich 750.000 Tonnen Kleider und Schuhe gespendet. Das entspricht ca. 9 kg pro Bundesbürger. Über die Jahre wächst diese Menge nur langsam – im Gegensatz zur Nachfrage. Die Altkleider aus Deutschland sind sehr beliebt auf dem Weltmarkt. Besonders in Afrika und Osteuropa ziehen die Menschen 2nd-Hand Kleidung aus Deutschland den billigen Neuwaren aus Asien vor. Ökologisch macht das Recycling von Altkleider absolut sinn, da wertvolle Ressourcen (Baumwolle, Wasser, Chemikalien) eingespart werden und der Altkleidermarkt weltweit hunderttausende Arbeitsplätze schafft. Aber es gibt auch Meinungen, dass die Altkleider die lokale Textilproduktion z.B. in Ostafrika zerstört haben bzw. einen Wiederaufbau verhindert. Diesen Meinungen stehen wiederum andere Studien und eigene Beobachtungen gegenüber.

Exporte von Altkleidern aus Deutschland

Weltmarkt der Altkleider – Exporte aus Deutschland

Die Sammelmethoden für Altkleider

Die häufigsten Sammelmethoden für Alttextilien und Schuhe sind:

  • Altkleidercontainer
  • Altkleidersammelstellen
  • Straßensammlungen
  • Komi-Tonne

Hinzu kommen neue Konzepte wie z.B. Altkleiderspenden per Post oder der Verkauf von Altkleidern über das Internet. Eine gesammelte Tonne Altkleider hat einen Wert von ca. 350 Euro.

Die Verwendung von Altkleidern

Sortieren: Die Altkleider werden in Sortierbetrieben von Hand sortiert. Die Sortierbetriebe haben unterschiedliche ganz Größen. Die größte in Deutschland ist die Sortierungsanlage von SOEX in Wolfen (Hier arbeiten 800 Menschen rund um die Uhr die 400 Tonnen Alttextilien sortieren). Aber auch Kreisverbände der caritativen Organisationen sortieren manchmal selbst.

Verkaufen: Nur 1% der Altkleider wird kostenlos an Bedürftige in Deutschland weitergegeben. Der Bedarf der Kleiderkammern ist nicht größer, der große Rest wird verkauft. Die Altkleider lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen:

  • Creme-Ware (2%)
  • Altkleider – Qualitätsstufe 1 (ca. 20%)
  • Altkleider – Qualitätsstufe 2 (ca. 25%)
  • Verwendung als Putzlappen in der Industrie (ca. 25%)
  • Verwertung durch Faser-Rückgewinnung (ca. 20%)
  • Thermische Verwertung (Verbrennung ca. 8%)
Die Verwendung und Verwertung von Altkleidern

Anteilige Verwertung von Altkleidern in Deutschland

Abnehmer der Altkleider sind Exporteure, die die Altkleider dann per LKW oder Containerschiff nach Osteuropa oder Polen bringen. Hier werden die Altkleider dann Bündelweise verkauft, d.h. die Zwischenhändler kaufen die Säcke ohne die Kleidungsstücke einzeln zu begutachten.

Weiterverkaufen: Auch in den lokalen Märkten der Importländer gibt es noch mal unterschiedliche Qualitätsstufen. Die besten Kleidungsstücke bleichen in den (Haupt-)Städten, weniger moderne Sachen gehen auf die Märke im Landesinneren. Auf den afrikanischen Märkten (z.B. in Kenia) kostet eine Jeans dann am Ende 5 Euro eine T-Shirt gibt es ab 1 Euro.

Altkleidercontainer

Altkleidercontainer sind die häufigste Sammelmethode für Altkleider. In Deutschland gibt es zurzeit ca. 100.000 Container für Altkleider. Dies bedeutet, dass auf 800 Bundesbürger ein Altkleidercontainer entfällt. Die Betreiber der Altkleidercontainer sind unterschiedliche Organisationen. Grob lassen sich die Betreiber in drei Kategorien einteilen:

Betreiber von Altkleidercontainern

  1. Altkleidercontainer von gemeinnützige, karitativen oder kirchliche Organisationen
  2. Altkleidercontainer von von gewerblichen Unternehmen
  3. Altkleidercontainer von von Städten und Kommunen
Unterschiedliche Betreiber von Altkleidercontainern

Unterschiedliche Betreiber von Altkleidercontainern

Die Wettbewerb um die Altkleider und die damit verbundenen steigenden Preise führt zu immer mehr illegalen Altkleidercontainern, d.h. gewerbliche Unternehmen stellen Altkleidercontainer auf öffentlichen Grund ab, ohne diese zuvor beim Ordnungsamt anzuzeigen.

Unterschiede bei Altkleidercontainern

Die Altkleidercontainer unterscheiden sich nicht nur in Größe, Farbe und Aufmachung – auch die Gewinner aus den Altkleidercontainern haben einen unterschiedlichen Zweck. Die Gewinne der illegalen und gewerblichen Betreiber fließen zu 100% in private Taschen. Karitative Organisationen wie z.B. das Deutsche Rote Kreuz finanziert mit Altkleidern soziale Projekte und Städte und Kommunen wollen mit den Gewinnen aus Altkleidern die Müllgebühren senken.

Für den Altkleiderspender sind die Unterschiede bei Altkleidercontainer kaum zu erkennen. Nicht alle Behälter tragen ein Qualitätssiegel für Altkleidercontainer, welches einen nachhaltigen Umgang mit der Altkleiderspende sicherstellt.

Finden von Altkleidercontainern

Durch das Aufstellen und Entfernen von illegalen Containern, Umzug oder Orstwechsel wissen nicht alle Altkleiderspender wo sich ein Altkleidercontainer in der Nähe befindet. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht die Standorte von Altkleidercontainern im Internet darzustellen. Dabei listen wir nur legale Altkleidercontainer und nennen den Betreiber sowie den potenziellen Weg der gespendeten Altkleider.

Herstellung von Altkleidercontainern

Bei der der Herstellung von Altkleidercontainern gibt es insbesondere ökologische Unterschiede. Diese Unterschiede entstehen durch die längere Haltbarkeit und den nachhaltigen Herstellungsprozess der Altkleidercontainern. Seriöse Kleidersammler setzten auf qualitativ hochwertige Sammelcontainer mit einer Haltbarkeit von mehr als 10 Jahren, denn durch Wind und Wetter wird insbesondere die Oberfläche und die Einwurfklappe stark beansprucht.

Herstellung von Altkleidercontainer

Herstellung von Altkleidercontainer mit individueller Beschriftung

Über diese Qualitätsstandards hinaus hat die Firma JO-BA aus Bremen den ersten klimaneutralen Altkleiderconatiner produziert. Die für Herstellung und Material entstehenden Treibhausgase in Höhe von 1,2 Tonnen werden dabei durch ein Aufforstungsprojekt in Äthiopien neutralisiert. Pro Container werden somit 8 Bäume gepflanzt.

Abgrenzung gegenüber den illegalen Unternehmen

Illegal operierende Unternehmen, müssen mit der Gefahr rechnen, dass ihr Container konfisziert wird, und setzten daher schon bei der Anschaffung auf Billigware. Legale Altkleidercontainer erkennen Sie zusätzlich durch die individuellen Gestaltung der Oberfläche.

Aufwendig gestalteter Altkleidercontainer von FWS

Aufwendig gestalteter Altkleidercontainer von FWS

Altkleidercontainer in Hamburg – Stadtentwicklung bremst Stadtreinigung

Auch die Stadt Hamburg will ins lukrative Geschäft mit den Altkleidern einsteigen. 1000 zusätzliche Altkleidercontainer würde die Stadtreinigung in Hamburg gerne aufstellen, um die 14.000 Tonnen Altkleider, die jährlich im Restmüll landen, zu reduzieren. Doch diese zusätzlichen Container bedeuten auch Konkurrenz für bestehende Sammelunternehmen wie z.B. dem DRK oder der Kleiderkammer Wilhelmsburg. Diese Zahl wurde daher zunächst auf 300 bis 500 nach unten korrigiert. Nun wurde bekannt, dass auch diese Anzahl an Altkleidercontainer nicht genehmigt wurde – sondern nur 20.

Sehen Sie hier einen Beitrag des NDR vom 2.7.2013

Altkleidercontainer Hamburg

Hamburg will Altkleidercontainer aufstellen

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Qualitätssiegel für Altkleidercontainer

Qualitätssiegel für Altkleidercontainer

Qualitätssiegel für Altkleidercontainer des BVSE

Nach dem Bericht über Anzeichen “schlechter” Altkleidercontainer, möchten wir Ihnen natürlich auch die Zeichen “guter” Altkleidercontainer nicht vorenthalten. Dazu starten wir mit diesem Beitrag eine kleine Serie.

Das bvse Qualitätssiegel für Altkleidercontainer

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, die in der Erfassung, Bearbeitung, Vermarktung, Verwertung, dem Recycling und der umweltgerechten Beseitigung von Abfällen tätig sind. Seit diesem Jahr reagiert der Verband mit einem neuen Qualitätssiegel auf das wachsende Problem illegal arbeitender Textilsammler und sorgt so für eine deutliche Abgrenzung.

Die Unternehmen verpflichten sich:

  • nur genehmigte Container aufzustellen
  • die Stellplätze in Ordnung zu halten
  • Container mit Kontaktdaten auszuzeichnen
  • Zweck der Sammlung zu kennzeichnen
  • nicht mit illegalen Sammlern zusammen
  • stellen die Weiterverwendung der Kleidung, beziehungsweise die hochwertige Verwertung, sicher
  • sie dokumentieren ihre Betriebsabläufe und legen diese dem Sachverständigen offen

Basis für die Vergabe des Qualitätssiegel für Altkleidercontainer sind die bvse-Leitlinien für das Textilrecycling.

Ankaufsstellen für Altkleider sind illegal?

Was ist der Unterschied zwischen einem Second Hand Laden und einer Ankaufsstelle für Altkleider?

Dazu gibt es aktuell zwei unterschiedliche Meinungen in Marl: Michael Lauche der Chef des Zentralen Betriebshof in Marl argumentiert “Alttextilien seien grundsätzlich einem öffentlich-rechtlichen Versorger zu übergeben, das stehe so im Abfallwirtschaftsgesetz”  Doch auch hier gibt es Ausnahmen (Siehe unten). Allerdings nur nach vorheriger Anmeldung bei der zuständigen Behörde.

Ankaufsstellen für Altkleider illegal?

Ankaufsstellen für Altkleider illegal?

Hinzu kommt, dass im ganzen Stadtgebiet die werkstatt brassert gGmbH (eine Tochter von Stadt und Diakonie ) Altkleider sammelt. Andere gemeinnützige Organisationen  bekommen regelmäßig auch Genehmigungen, gewerbliche Sammler nicht.

Laut Ruhrnachrichten vom 11.4.: “Dass ein Unternehmer wie der Oer-Erkenschwicker Matthias Kukula nicht per Container, sondern in einem Ladenlokal sammelt, ändert rechtlich gar nichts.” sagt Stadt-Pressesprecher Daniel Rustemeyer und wird von bestätigt Jochem Manz Kreis-Pressesprecher .

Benötigen auch Second-Hand Läden eine Genehmigung?

Der 31-jährige Jungunternehmer Matthias Kukula sieht das völlig anders. Er sieht sich nicht in irgendeiner Melde- oder Genehmigungspflicht: „Ich tue doch nichts anderes als ein Secondhand-Unternehmer.“ Kukula bietet seinen Kunden 50 Cent pro Kilo Alttextilien, sofern diese gut erhalten, nicht zerrissen, schmutzig oder sonst unbrauchbar sind – also . Nach seinen Worten geht die Ware zum Wiederverkauf ins Ausland, insbesondere nach Osteuropa.

“Damit ist es bald vorbei.” sagt Manz im Namen der Kreises gegenüber den Ruhrnachrichten. Der Unternehmer hätte, so erläutert er, seinen Betrieb erst einmal ankündigen und drei Monate abwarten müssen. Jetzt bekommt er einen Bußgeldbescheid aus dem Kreishaus, verbunden mit der Aufforderung, den Geschäftsbetrieb ruhen zu lassen. Folgt er dieser Aufforderung nicht, erwartet ihn, so Manz auf Nachfrage, ein weiteres Bußgeld und die Untersagung seiner Geschäftstätigkeit. D.h. aber nicht, dass danach sein Laden wieder dauerhaft schließen muss. 

 

§ 17 Kreislaufwirtschaftsgesetz – KrWG

(2) Die Überlassungspflicht besteht nicht für Abfälle,

1.   die einer Rücknahme- oder Rückgabepflicht auf Grund einer Rechtsverordnung nach § 25 unterliegen, soweit nicht die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger auf Grund einer Bestimmung nach § 25 Absatz 2 Nummer 4 an der Rücknahme mitwirken; hierfür kann insbesondere eine einheitliche Wertstofftonne oder eine einheitliche Wertstofferfassung in vergleichbarer Qualität vorgesehen werden, durch die werthaltige Abfälle aus privaten Haushaltungen in effizienter Weise erfasst und einer hochwertigen Verwertung zugeführt werden

 

Altkleidercontainer-Check in München

Das Bayerisches Fernsehen strahlte von Kurzem den Bericht “Altkleidercontainer im Check” von Isabella Kroth aus. Gegenübergestellt wurde die Textilverwertung von Altkleidern aus unterschiedlichen Sammelcontainern.  In München wurden die Altkleidercontainer der Aktion Hoffnung e.V. mit den Altkleidercontainer der ReSales Textilhandels- und -recycling GmbH verglichen. Die illegal aufgestellten Container in München wurden nicht in den Check mit aufgenommen.

Beitrag des BR über Altkleidercontainer

BR Altkleidercontainer Check

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Altkleidersammlung soll in Berlin einheitlicher werden

Auch bei Altkleidercontainern ist Berlin noch ohne Konzept

In Berlin soll nun Ordnung ins Chaos der Altkleidersammelcontainer. Doch noch wurde kein allgemein gültiges Konzept zur Altkleidersammlung mit Altkleidersammelcontainern verabschiedet.  Zurzeit überlässt das Berliner Straßengesetz den Bezirken, ob sie Altkleidercontainer im öffentlichen Straßenland zulassen wollen oder nicht.

Altkleidersammlung in Berlin - ohne Altkleidercontainer?

Altkleidersammlung in Berlin – ohne Altkleidercontainer?

 

Der Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Ordnungsamt der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat in den vergangenen Monaten ein Konzept entwickelt. Darin schlagen die Verordneten dem Bezirksamt vor, zunächst einmal systematisch 60 bis 120 Standorte im Bezirk Mitte zu benennen. In der 18. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin wird morgen das Bezirksamt ersucht, sich gegenüber dem Senat von Berlin dafür einzusetzen, dass das Land Berlin und alle Unternehmen, an denen das Land Berlin beteiligt ist, im Bezirk Mitte von Berlin keine Altkleidersammelcontainer zulassen.

Vorerst keine Altkleidercontainer in Berlin Mitte zulassen?

Dieser Verschlag hat die Zielsetzung, dass entsprechend dem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung zum Umgang mit Altkleidersammelcontainern ein einheitliches Konzept in der Hand des Bezirksamtes entwickelt und umgesetzt werden kann, bei dem andere Unternehmen zumindest nicht von öffentlichem Straßenland auf Grundstücke des Landes ausweichen können.

Im Klartext könnte dies bedeuten: Kommt das Land Berlin oder die einzelnen Bezirke nun auch auf die Idee, die Sammlung von Altkleidern auszuschreiben und dafür Lizenzgebühren zu erheben? Dann ist es natürlich sinnvoll, dass der zukünftige Altkleidersammler exklusiv in den Bezirken sammeln darf.  Daher sollen keine neuen Altkleidersammelcontainer mehr genehmigt und bestehende Verträge gekündigt werden. Aber dies ist nur eine Vermutung…wir werden sehen.

Nachtrag: Hier finden Sie Altkleidercontainer in Berlin Wedding und Altkleidercontainer in Berlin Prenzlauer Berg

WDR: H&M gewinnt Geld und Kunden durch Altkleider

Die Kritik an der Altkleidersammlung des schwedischen Modekonzerns H&M geht weiter. Der WDR zeigte gestern einen Beitrag indem die Modekette als starke Konkurrenz für karitative Altkleidersammler dargestellt wurde.

Modekette sammelt Altkleider gegen Gutschein

H&M Altkleider

H&M “Knallharte Berechnung auf dem Altkleidermarkt”

Der Modekonzern verspricht mit der Altkleider-Sammlung Forschung und soziale Projekte zu unterstützen. Leider auf Kosten anderer Projekte, die durch die Erlöse caritativer Kleidersammlung gefördert werden. An den Altkleidern sind nämlich auch gemeinnützige Sammler interessiert (DRK, Malteser, Aktion Hoffnung, u.v.m.). Secondhand-Läden, Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser finanzieren so ihren eigenen Arbeitsplatz und unterstützen mit dem Erlös Bedürftige. “Die kriegen jetzt alle Konkurrenz durch diese Weltkonzerne, die sowieso ihren Reibach machen und ihre Schäfchen im Trockenen haben”, glaubt Julia Boiger von der Münchener Diakonie.

“Uns als Aktion Hoffnung tut es uns weh. Wir sammeln inzwischen zum ersten Mal in unserer Geschichte weniger Kleidung und wir wollen mit den Erlösen unsere Projekte in Afrika, Südamerika und Osteuropa unterstützen und das können wir nicht mehr, wenn viele illegale Kleiderbehälter uns die Kleider weg sammeln”, beklagt Uhl von der Aktion Hoffnung.