Warum Federbetten in den Altkleidercontainer gehören

Leider steuern wir schon wieder auf die kalte Jahreszeit zu. Und damit heißt es Deckenwechsel. Sommerdecke verstauen und das Federbett beziehen. Doch genauso wie Kleidung, haben auch Federbetten bei uns nur eine begrenze Nutzungsdauer. Sie werden über die Jahre muffig, dreckig und klumpig.

Federbett Recycling

Federbett Recycling

Beim Recycling auch an die Herstellung denken

Wie der Name schon vermuten lässt, beinhalten die Decken einen tierischen Rohstoff – Federn und Daunen. Diese werden von Enten ausschließlich nach der Schlachtung gewonnen. Federn und Daunen von Gänsen werden teilweise von lebendigen Tieren gerupft. Dies ist in der EU verboten, doch in Osteuropa ist Lebendrupf immer noch normal und von dort kommen die Federn dann trotzdem die Decken der EU-Bürger. Man unterscheidet zwei Formen: das maschinelle Rupfen und das Rupfen mit der Hand. Grundsätzlich ist jede Art des Lebendrupfes mit starken Belastungen und oftmals schmerzhaften Verletzungen verbunden. Wer der brutale Wahrheit vertragen kann, hier ein Video vom ZDF:

Neue Federbetten aus dem Altkleidercontainer?

Um Gänse, Enten und unsere Umwelt zu schonen, sollen Sie Ihr altes Federbett daher nicht einfach in den Hausmüll oder zum Sperrmüll geben. Federbetten können Sie in einen Altkleidercontainer werfen, solange diese nicht grob verunreinigt oder bereits nass geworden sind. Ist das Oberbett in einem akzeptablen Zustand und wärmt es noch ausreichend, kann es als Decke weiter genutzt werden. Doch auch wenn keine direkte Weiterverwendung möglich ist, kann der Inhalt – die Federn und Daunen – wiederverwendet werden. Alt-Federn werden dann, genauso wie Altkleider, als s.g. Sekundärrohstoff gehandelt. In Deutschland werden ca. 950 Tonnen Alt-Federn gesammelt. Ein Kilogramm Alt-Federn können die Kleidersammler für für 1€ – 1,5€ an Weiterverwerter verkaufen.

Recycelte Federn werden verkauft, gereinigt und beigemischt

Die Federn aus recycelten Federbetten werden dann von Spezialfirmen gereinigt und aufbereitet. So kann ein Teil der Alt-Federn dem Füllmaterial von neue Decken beigemischt werden. Dies ist hygienisch völlig unbedenklich und schont Tier und Umwelt. Federn und Daunen, die sich nicht mehr zu Decken oder Kopfkissen verarbeiten lassen, können als Dünger genutzt werden.

Nachhaltigkeitsstrategien der Textilwirtschaft

Im heutigen Beitrag wollen wir mal wieder etwas über den “Altkleider-Tellerrand” schauen. Den Anstoß dazu gab das Würzburger Verwaltungsgericht am 10.2.2015 mit einem vermeintlichen Grundsatzurteil.

Modehersteller dürfen alle Altkleider annehmen

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Foto: Kokoska/WAZ

Demnach darf die Modekette Adler weiterhin alte Kleidung aller Marken annehmen, ohne dass sie dafür eine gewerbliche Sammlung anmelden muss. Die Modekette Adler hatte gegen einen entsprechenden Bescheid des Bayerischen Landesamtes für Umwelt geklagt. Dieses hatte die Sammlung alter Kleidung im Sinne der Produktverantwortung zunächst anerkannt – allerdings unter der Bedingung, dass Adler nur selbst produzierte Kleidung annimmt. Diese Bedingung ist aber nicht erfüllt worden und führte zu einem gerichtlichen Prozess. Die Bedingung ist nun aus dem ursprünglichen Bescheid gestrichen worden. Damit steht der Altkleidersammlung aller Textilen durch den Modehersteller nichts mehr im Wege.

Warum Modehersteller alte Kleider und Schuhe wieder zurücknehmen?

Die Gründe, warum Modehersteller Altkleider sammeln, werden von unterschiedlichen Quellen kontrovers diskutiert. Die einen sprechen von geschickten Marketingmaßnahmen, die anderen vom Beginn einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie.

Die Kritiker sagen:

1. Der Textilkonsum und damit auch der Ressourcenverbrauch wird dadurch weiter verstärkt. Denn jemand, der seine alten Klamotten in ein Geschäft bringt, ist ein potenzieller Kunde für neue Kleidung des Unternehmens. Unterstützt wird dies durch einen Gutschein für den nächsten Einkauf bei der Modekette.

2. Die gesammelten Altkleider werden an Verwertungsfirmen zu Marktpreisen verkauft. Dann, ebenso wie Altkleider aus Containersammlungen, sortiert und herkömmlich recycelt. Dies schadet den bestehenden Organisationen, insbesondere den karitativen Einrichtungen, die mit weniger Sammelerlösen rechnen müssen.

Die Visionäre entgegnen:

1. Die Modeketten stehen am Anfang eines Paradigmenwechsels. Die Rücknahme der Altkleider ist ein wichtiger Schritt um den Kreislauf zwischen Produktion und Wiederverwertung zu schließen und ressourcenschonend zu produzieren.

Das Ziel ist es eine alte Jeans zu zerschreddern und aus diesen Fasern eine neue Hosen zu fertigen – und zwar ohne umweltschädliche Chemikalien, unter fairen Arbeitsbedingungen und mit Ökostrom.

Dieses Prinzip ist auch unter Cradle-to-Cradle bekannt

Der Ansatz von Cradle to Cradle (“von der Wiege zur Wiege”) wurde vom U.S.-amerikanischen Architekt William McDonough und dem deutschen Chemiker Michael Baumgart entwickelt und 2002 in einem Buch zusammengefasst. Hierbei wird bei der Produktion nicht nur an das Endprodukt und dessen Verwendung selbst gedacht, sondern auch daran, was damit nach dem Gebrauch geschieht. Deswegen werden die Produkte so hergestellt, dass nach abgeschlossener Nutzung das gesamte verwendete Material wieder verarbeitet oder ohne schädliche Rückstände entsorgt werden kann. Güter sollen nicht ver- sondern gebraucht werden und somit nie zu Abfall werden – ein Kreislauf entsteht. In diesem fügen sich die eingesetzten Ressourcen am „Lebensende“ des Produkts wieder in einen Nährstoffkreislauf ein.

Cradle-to-Cradle als Nachhaltigkeitsstrategie der Textilwirtschaft

Zahlreiche Hersteller wie Puma, Adler, TheNorthFace, H&M suchen nach Wegen, wie aus den Fasern alter Kleidung neue hochwertige Kleidung produziert werden kann. Die Fasern aus zerhechselten Altkleidern sind jedoch meist zu kurz um damit neue Garne zu spinnen, die eine für Kleidung nötige Reisfestigkeit aufweisen. Was jedoch heute schon möglich ist: die Fasern aus alten Textilien und neue Baumwollfasern zu mischen. Ähnlich wie der “Ökosprit” E10 ist dieser Kompromiss aber nicht ausreichend, denn der Großteil besteht immer noch aus endlichen Ressourcen für die das Cradle-to-Cradle Prinzip nicht gilt. Die Frage ist nun: ist es möglich die Produktionsverfahren von neuen Textilen so zu verändern, dass qualitativ gleichwertige Produkte aus Altkleidern gefertigt werden können. Und wann wird das sein?

Das Unternehmen Trigema hat einen anderen Weg eingeschlagen, um den Kreislauf zu schliessen. Anstatt alte Textilen zu hechseln, sollen diese kompostiert werden.

T-Shirt

Das T-Shirt wird zu umweltverträglichem und nährstoffreichem Humus, auf dem wieder neue Baumwolle wachsen kann. Das Unternehmen stellt das Konzept in diesem PR-Video da.

Gehören ab jetzt Altkleider in den Bio-Müll?

In einer idealen “Cradle-to-Cradle-Welt”, in der jedes hergestellte Produkt einem technischen oder natürlichen Kreislauf umweltverträglich zurückgeführt würde, müssten wir uns als Verbraucher keine Gedanken machen. Soweit sind wir noch nicht. Erste Schritte sind getan, doch es ist ein weiter Weg. Die Unternehmen müssen weiter nach innovativen Lösungen suchen und diese massentauglich machen, denn die Nachfrage nach Textilien wird weiter steigen.

Unternehmen und wir als Verbraucher sollten deshalb mehrere Nachhaltigkeitsstrategien parallel umsetzen:

1. Unternehmen sollten besser produzieren, die Effizienz steigern und dabei verantwortungsbewusst mit Mitarbeitern, Umwelt und Rohstoffen umgehen.

2. Unternehmen sollten anders produzieren. Sie sollten schon bei der Herstellung der Produkte auf die Möglichkeit der Weiterverwendung und Umweltverträglichkeit achten.

3. Verbraucher sollten weniger konsumieren und sich ihrer Macht bewusst werden, wo sie welche Produkte kaufen – und wie sie diese “entsorgen”.

Altkleider-Effizienz-Konsistenz-Suffizienz

Recyclingversprechen als Marketinginstrument

Immer mehr Unternehmen entdecken das Recyclingversprechen als Marketinginstrument. Die Botschaft ist einfach: Lieber Kunde, konsumiere ruhig weiter. Störe dich nicht an deinem Müll, denn daraus werden wieder neue Produkte. Ganz einfach.

H&M-Altkleidersammlung

H&M-Altkleidersammlung

Doch so einfach ist das aber eben nicht immer. Positiv: Bei Papier und Glas funktioniert der Recycling-Prozess schon recht ordentlich, trotzdem besteht ein Qualitätsverlust, der von Wiederverwendung zu Wiederverwendung größer wird.

Für Altkleider funktioniert das Recycling im engen Sinn so gut wie gar nicht, denn Recycling bedeutet laut § 3 Abs. 25 deutsches Kreislaufwirtschaftsgesetz sinngemäß: Abfallprodukte durch ein Verwertungsverfahren für den ursprünglichen Zweck oder für andere Zwecke aufzubereiten.

Altkleider: Weiterverwendung besser als Wiederverwertung

Rund 50% der gesammelten Altkleider werden, nachdem sie sortiert wurden, weitergetragen. Ökologisch gesehen ist diese Weiterverwendung viel besser als eine Wiederverwertung, da wenig zusätzliche Energie aufgebraucht werden muss, um die Altkleider dem Wirtschaftskreislauf zurückzuführen.

Eine ökologisch sinnvolle Wiederverwertung von Textilen ist aus folgendem Grund schwierig zu realisieren. Altkleider aus Baumwolle müssen zerschreddert werden, allerdings zerreißen dabei die Baumwollfasern in so kurze Stücke, dass sich daraus kein hochwertiges Gran mehr spinnen lässt und somit auch keine Kleidung mehr gefertigt werden kann. Diese kurzen Faser können dann beispielsweise “nur” noch als Dämmmaterial oder als Zusatz in Autoteppichen verwendet werden. Das Recycling von Baumwolltextilien endet also meist in einem Downcycling, da die ursprüngliche Funktion (Kleidung) höherwertiger ist als das Produkt der Wiederverwertung (Dämmmaterial).

Von Downcycling spricht man, wenn das neue Produkt eine geringere Wertigkeit hat als das Ausgangsprodukt.

 

Besonders bei Altkleidern aus Kunstfasern (z.B. Skijacken oder Fußballtrikots) besteht das Problem, dass verschiedne Materialen verwendet werden. Diese lassen sich nicht ohne hohen Aufwand wieder trennen und sortieren. Hier ist oft die thermische Verwertung, also die Verbrennung in Müllverbrennungsanlagen die einzige und beste Möglichkeit.

Besonders anschaulich finden Sie diese Informationen auch noch mal in dem Beitrag aus der Reihe “Faszination Wissen” vom Bayerischer Rundfunk.

Altkleiderrecycling TV Beitrag

Altkleiderrecycling TV Beitrag

Altkleider in der Automobilindustrie

Leider landen noch immer sehr viele Altkleider im Hausmüll. Die Gründe dafür sind unterschiedlich – ein Grund ist die fehlende Klarheit auf die Frage:

Gehören abgetragene, löchrige oder fleckige Altkleider in den Hausmüll oder in die Altkleidersammlung?

Zu dieser Frage findet man unterschiedliche Antworten. Die Kleidersammler, die vor allem an der lukrativen Weitergabe (Verkauf) der tragfähigen Altkleider interessiert sind, beantworten diese Frage oft mit einem “Nein”. Der Hintergrund ist dabei, dass zerrissene Altkleider für den 2nd Hand Markt unbrauchbar sind und somit kein Gewinn oder sogar Kosten für die Entsorgung anfallen.

Kaputte oder fleckige Altkleider in den Altkleidercontainer?

Kaputte oder fleckige Altkleider in den Altkleidercontainer? JA!

Wirklich umweltbewusste Altkleidersammelorganisationen beantworten diese Frage häufiger mit einem “Ja”, denn aus diesen Kleidungsstücken entsteht ein neuer Rohstoff für Dämm-und Isolierstoffe, der vor allem in der Automobilindustrie benötigt wird. Jetzt schon sind rund ein Drittel aller gesammelten Altkleider nicht mehr tragbar, eignen sich aber als Rohstoff für neue Produkte. Dies schont die Umwelt und reduziert den Hausmüll.

Werden durch die untragbaren Kleidungsstücke keine anderen Textilien in Mitleidenschaft gezogen (z. B. stark verschmutze oder stinkende Kleidung), können diese also am besten durch die Altkleidersammlung recycelt werden.

Altkleider als Rohstoff für Dämm-und Isolierstoffe

Der folgende Film aus der Sendung n-tv Wissen zeigt dies anschaulich (leider zwei mal Werbung).

Altkleider als Rohstoff in der Automobilindustrie

Altkleider als Rohstoff in der Automobilindustrie

Altkleider – Müll, Bargeld oder Wertstoff?

Vor dem Gesetzt sind Altkleider Müll. Für Altkleidersammler sind sie wie Bargeld. Doch welchen Bezug haben die Spender zu ihren ausrangierten Textilien?

Wenn der Kleiderschrank mal wieder aus allen Nähten platzt, muss aussortiert werden. Möchte man nicht den ganzen Tag damit verbringen, müssen die Entscheidungen im Sekundentakt getroffen werden. Was ist abgetragen? Was passt nicht mehr (und wird auch nicht mehr passen – ehrlich)? Was hatte ich seid 12 Monaten nicht mehr an?

Je größer die Emotion, desto schwieriger ist es die Kategorie “Altkleider” zu vergeben.

Zu vielen Kleidungsgegenständen gibt es eine emotionale Bindung. Viele unserer Hosen, Röcke, Schuhe und T-Shirts haben eine kleine Geschichte. “Diese Schule habe ich mir damals nach der Trennung gekauft” “Dieses Shirt war 2 Jahre lang mein absolutes Lieblingsstück” “In diese Hose wollte eigentlich mal wieder reinpassen”

Der Gedanke, dass sich jemand anderes darüber freuen wird, lindert den Trennungsschmerz.

Im Mai 2013 haben wir eine Umfrage unter 200 Altkleiderspendern durchgeführt.

Auf die Frage, Die Verwendung meiner Altkleider interessiert mich? (Skala von “interessiert mich sehr” bis “interessiert mich überhaupt nicht”) antworteten die Befragen wie folgt:

Verwendung der Altkleider

Hohes Interesse an der Verwendung der Altkleider haben über 50%

Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass 51% der Befragen ein großes Interesse haben, zu erfahren was mit ihrer Spende passiert. Diese Spender bevorzugen die Abgabe ihrer Textilien in der Kleiderkammer, da Sie glauben ihre Kleidung wird hier bestmöglich weiterverwendet.

Auf die Frage “Wussten Sie, dass Altkleider zu 99% weiterverkauft werden und nicht als “Spende” weitergegeben werden?” antworteten nur 49% mit “ja”. D.h. auf der anderen Seite denken 51% dass ihre Spende kostenlos an Bedürftige in Afrika und Deutschland verteilt wird.

Nur 49% der Befragen wissen was passiert

Nur 49% der Befragen wissen was passiert

 

Die kostenlose Weitergabe der Altkleider an Bedürftige ist eine Illusion, die Jahrzehnte lang von vielen Altkleiderverwerten aufrecht gehalten und sogar gefördert wurde, obwohl Altkleider schon immer größtenteils verkauft wurden. Dies gilt auch für  gemeinnützige und karitative  Sammler. Erst in den letzen Jahren bemühen sich seriöse Sammelorganisationen um größere Transparenz und kommunizieren den Weg der Altkleider offen.

Altkleidersammlung – “gute” und “schlechte”

Unter einer Altkleidersammlung versteht man das Sammeln von Altkleidern und Schuhen durch gemeinnützige oder private Organisationen. Eine Altkleidersammlung muss, seit der Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes  § 17 Abs. 2 Nummer 3 und 4 KrWG, bei dem zuständigen Ordnungsamt angezeigt werden. Eine Altkleidersammlung kann durch eine Straßensammlung, die Sammlung in Altkleidercontainer oder durch Kombi-Tonnen erfolgen

Gute Altkleidersammlungen erkennen

Illegale Altkleidercontainer, dubiose Straßensammlungen und gewinnmaximierende Textilverwerter haben der Kleidersammlung in letzter Zeit ein schlechtes Image verschafft. Doch die Altkleidersammlung ist für viele karitative Verbände und Einrichtungen eine wertvolle Einkommensquelle. Für den potenziellen Spender ist allerdings der Unterschied schwer zu erkennen. Unseriöse Kleidersammlungen werben oft mit übertriebenen Slogans, wie z.B.:

  • „Hilfe für Flutopfer“
  • „Helfen Sie, damit wir helfen können.“
  • “Kleidung für Afrika”
Beispiel für eine unseriöse  Organisation

Beispiel für eine unseriöse Organisation

Auch anhand der Kontaktdaten (wenn welche vorhanden sind) können Sie eine gute von einer schlechten Kleidersammlung unterscheiden. Ist nur eine Handynummer zu finden oder “kein Anschluss unter dieser Nummer” können Sie fast sicher sein, dass es sich um eine illegale Kleidersammlung handel. Auf Zetteln zur Ankündigung einer (privaten und meist nicht angezeigten) Straßensammlungen finden Sie  Symbole, die von der Gemeinnützigkeit der Organisation überzeugen soll:

  • rotes Kreuz auf weißem Hintergrund
  • Engel in jeder Form
  • Weltkugel mit Umweltsymbolen

Qualitätssiegel für zertifizierte Altkleidersammlungen

Fachverband Textilrecycling und Fairwertung Altkleidercontainer

Fachverband Textilrecycling und Fairwertung Altkleidercontainer

In Deutschland gibt es den Fachverband Textilrecycling des bvse und Fairwertung e.V., welche Leitlinien zur nachhaltigen Alttextilienverwertung erlassen haben. Zusätzlich haben beide Organisationen ein Qualitätssiegel für Altkleidercontainer in die Welt gerufen, um so für den Spende gute von schlechten Altkleidersammlungen unterscheidbar zu machen. Die Altkleidercontainer der zahlreichen Mitglieder werden nun in Zukunft mit diesen Aufklebern ausgestattet.

Recycling von Altkleidern – kreative Beispiele

Altkleider gehören in den Altkleidercontainer oder sollten zu einer Kleiderkammer gebracht werden. Es sei denn die alten Klamotten oder Schuhe lassen sich noch zu einer “höheren Verwendung” umfunktionieren. Diesen Prozess nennt man übrigens Upcycling.

Upcycling von Altkleider ist auch ohne Nähmaschine möglich

Klar, wer eine Nähmaschine zur Hand und entsprechende Fähigkeiten auf dem Kasten hat, verfügt über deutlich mehr Möglichkeiten aus ausrangierten Teilen neue Schätze zu machen. Aber auch ohne Nähmaschine gibt es viele kreative Ideen, die sich umsetzen lassen.

Heute zeigen wir euch ein paar Fundstücke, die wir im Netz gefunden haben. Wir freuen uns über noch mehr Zusendungen. Einfach einen Link in das Kontaktformular kopieren.

Die Wiedergeburt – unsere Fundstücke aus Altkleidern

Der Weg der Altkleider

Auch das Kolpingwerk Deutschland sammelt Altkleider. Rund 400 Altkleidercontainer des Kolpingwerks stehen in Unterfranken. Den Weg dieser Altkleider, vom Altkleidercontainer über den Sortierbetrieb bis zum Schiffscontainer, zeigt dieser Beitrag in 6 Minuten.

Was passiert mit den Gewinnen aus den Altkleidern?

Das Kolpingwerk Deutschland ist ein katholischer Sozialverband, d.h. es ist kein gewinnorientiertes Unternehmen. Die Gewinner aus der Altkleidersammlung werden an die Gesellschafter ausgeschüttet, die damit gesellschaftliche und politische Mitwirkungsmöglichkeiten wahrnehmen. Schwerpunkte des Handelns sind dabei: die Arbeit mit und für junge Menschen, Engagement in der Arbeitswelt, das Zusammenwirken mit und der Einsatz für Familien und für die Eine Welt.

Cleveres Altkleiderspenden – Wissenswertes und Tipps

Das Frühjahr hat begonnen und mit diesem steht das Ausmisten des Kleiderschranks bevor. Sich von Kleidung zu trennen, ist für viele (Frauen) nicht einfach. An vielen Teilen hängt ein Stück Erinnerung, an manchen sogar noch das Preisschild. Nach einem Jahr oder weniger getragen – ist die Jeans oder der Pulli oldfashioned geworden, nur wohin damit?

Spenden macht Sinn

In den nächsten Altkleidercontainer um die Ecke? Oder gibt es noch andere Alternativen? Auf jeden Fall spenden, denn Altkleider helfen Ressourcen zu sparen und die Umwelt zu schonen, indem z. B. der Wasserverbrauch durch künstliche Bewässerung bei der Kleiderherstellung verringert wird. Aus alten Klamotten können Teppiche, neue Kleidung oder Putzlappen hergestellt und weiterverkauft werden – Textilrecyling fördert einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen.

Das Geschäft mit den Altkleidern

Da die Sammlung der Altkleider ein lukratives Geschäft ist, werden vermehrt illegale Container in Wohngegenden aufgestellt. Wenn überhaupt, dann nur mit einer (nicht erreichbaren) Handynummer versehen, aber nie einer seriösen Organisation zugehörig. Finger weg von solchen Containern! Aber auch der Einwurf in einen Container mit dem Namen einer karitativen Einrichtung garantiert noch nicht, dass ihre Altkleiderspende kostenlos dorthin geht, wo wir sie vermuten.

Karitative Organisationen beauftragen in der Regel professionellen Sortierbetriebe wie die Soex Group, die sich um das Entleeren, Sortieren und Weiterverkaufen kümmern. Erstere bekommen von den Erlösen nur einen kleinen Teil und können damit ihre sozialen Projekte finanzieren. Die Kleidung landet zwar oft in Afrika, sie wird jedoch nicht kostenlos an die Menschen dort verteilt – das sollte jedem klar sein. Die Altkleider aus Deutschland werden auf den afrikanischen Märkten zwar relativ günstig angeboten – z.B. 1-2 Euro für ein T-Shirt, 5 Euro für eine Jeans – aber die wirklich Bedürftigen können sich selbst das nicht leisten.

Ist der Secondhandladen die bessere Wahl?

Auch die Abgabe in Kleiderkammern oder Secondhandläden garantiert nicht, dass die Kleidung kostenlos an Bedürftige gegeben wird. Überschüssige und gut erhaltene Kleidung geht auch hier über Sortierbetriebe nach Osteuropa und Afrika. Kleiderkammern oder Secondhandläden wollen oft nur die richtig gut erhaltenen Stücke, den Rest nehmen sie gar nicht erst an. Aber nicht mehr tragbare Kleidung wird zu Dämmstoffen und Putzlappen verarbeitet und gehört damit nicht in den Hausmüll. Nur stark verschmutze Kleidung, einzelne Schuhe oder Kunststoffdecken gehören nicht in den Altkleidercontainer.

Recycling von Altkleidern (Teil 2)

In unserem ersten Beitrag über das Recycling von Altkleidern ging es um die Wiederverwendung durch den Handel, bei dem die gut erhaltenen Textilien als Second Hand Ware in ferne Länder Osteuropas und Afrikas exportiert und dort verkauft werden. Der Handel macht bei der Verwertung von Altkleidern den mit Abstand größten Teil aus. Allerdings sind etwa die Hälfte der gesammelten Kleider nicht wieder verkauf- bzw. tragbar und gehen daher andere Wege.

Alte Kleider, neue Putzlappen

Die meisten Altkleider, die nicht mehr getragen bzw. verkauft werden können, landen nicht einfach in der Müllverbrennungsanlage. Circa ein Viertel der gespendeten Kleidung wird zu neuem Leben erweckt – und zwar als textiles Reinigungsmaterial. So werden diese ausgedienten Textilien von speziellen Recyclingunternehmen nach Farben und Qualitäten sortiert, von Knöpfen, Reißverschlüssen, Ösen u. ä. befreit, zu handlichen Größen zugeschnitten und massenweise in Pressballen an Industriebetriebe verkauft.

Altkleider werden als Putzlappen recycelt und wiederverwendet

Palette mit Altkleider-Putzlappen

Dort werden die alten Klamotten als Putztücher für die unterschiedlichsten Putzarbeiten verwendet. Zum Einsatz kommen die Lappen im Maschinenbau, bei der Maschinen- und Tankreinigung, in Lackierereien, der Feinmechanik, in Druckereien, in Werkstätten allgemein usw. Je nach Anforderung und Einsatzzweck werden unterschiedliche Alttextilien für die Putzlappenherstellung verwendet und unterscheiden sich dementsprechend auch im Preis. Baumwollware aus T-Shirts, Sweatshirts, Nachtwäsche und Unterwäsche kann beispielsweise als Universaltuch für mittlere und grobe Putzarbeiten benutzt werden und eignet sich besonders zur Aufnahme von Ölen und Schmierstoffen.

Es gibt sogar eine Norm (DIN 61650) für so genannte Einweg-Industrieputzlappen, die aus Altkleidern hergestellt werden. Mehrweg-Putzlappen aus Altkleidern können mehrfach wiederverwendet werden. Sie bestehen aus strapazierfähigerem Material und werden in der Regel vermietet. Der Vermieter kümmert sich hierbei um die Wiederaufbereitung – also die Reinigung und Entfernung von Fremdstoffen wie Metallspänen. Ebenfalls übernimmt er die Entsorgung der gebrauchten und nicht mehr verwendbaren Putzlappen.