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Staaten der Ostafrikanische Gemeinschaft nehmen Abstand vom geplanten Importstopp für Secondhand-Bekleidung

Auf ihrem Gipfeltreffen am 28.02.2018 in Ugandas Hauptstadt Kampala haben die Staatschefs der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) – Abstand von dem angekündigten Importstopp für Secondhand-Bekleidung ab 2019 genommen.

Secondhand-Kleidung darf demnach auch über 2018 hinaus in die Staaten der Ostafrikanischen Gemeinschaft - Kenia, Uganda, Tansania, Burundi und Ruanda - importiert werden. Allerdings soll diese weiterhin besteuert werden. So ist die Steuer in Kigali der Hauptstadt von Ruanda laut einem Bericht der Deutschen Welle bereits von 20 US-Cent pro Kilogramm Second-Hand Kleidung auf 2,50 US-Dollar deutlich angehoben worden. Darüber hinaus bleibe der Aufbau einer eigenen Textilindustrie weiterhin wichtiges Ziel, heißt es im Abschlusscommuniqué des Gipfeltreffens. Welche Maßnahme zukünftig konkret ergriffen werden sollen, um eine eigenen Bekleidungsindustrie zu fördern, ließen die Staatschefs allerdings offen.

Hintergrund für die Diskussion ist ein 2016 verabschiedetes Entwicklungsprogramm der EAC, mit dem die beteiligten Länder zu einer „geeinten Region mit mittlerem Einkommen“ entwickelt werden sollen. Der Entwicklungsplan sieht u.a. vor, den Import von gebrauchten Textilien und Gebrauchtautos zurückzudrängen und stattdessen innerhalb von wenigen Jahren eine eigene Textil- und Bekleidungsindustrien und eine eigene Automobilindustrie für die lokalen Märkte aufzubauen.

Die Erfolgsaussichten des ambitionierten Plans wurden schon bei der Ankündigung 2016 von vielen Experten - auch aus Ostafrka selbst - in Frage gestellt. Insbesondere wird bezweifelt, dass die bestehenden afrikanischen Bekleidungsfabriken kurzfristig genug Kapazitäten aufbauen könnten, um die entstehende Nachfragelücke mit qualitativ guter und bezahlbarerer Bekleidung zu schließen. Wahrscheinlicher sei eine Ausweitung der Einfuhren von asiatischer Neuware – der eigentlichen Konkurrenz für einheimische Textilproduzenten. Voraussetzung für den Aufbau einer lokalen Bekleidungsindustrie sei demnach eine gezielte Förderung des Textilsektors und insbesondere der Ausbau einer wettbewerbsfähigen Infrastrukturund Stromversorgung. . Das habe zunächst aber nichts mit dem Auslaufen der Gebrauchtkleiderimporte zu tun.

Mehr zur Diskussion um Altkleiderexporte nach Afrika finden Sie im Blog oder hier

i 02.03.2018