Recycling von Altkleidern (Teil 1)

Das Sammeln, Handeln und die Weiterverarbeitung von Altkleidern ist ein expandierender Wirtschaftszweig. Vor allem deutsche Altkleider sind in Osteuropa und Afrika eine begehrte Handelsware mit steigender Nachfrage. Aber auch in Deutschland werden immer mehr Produkte mit den Baumwollfasern der Altkleider hergestellt.

Altkleider werden zum Recycling gepresst

Altkleiderwürfel

Wer betreibt die Altkleiderverwertung?

Die Altkleiderverwertung hat in den letzten Jahren immer wieder Diskussionen hervorgerufen, insbesondere über die Sammelmethoden von karitativen und (illegal) gewerblichen Organisationen sowie über mutmaßlich negative Einflussfaktoren durch Altkleiderexporte in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Fast die gesamte Wertschöpfungskette der gespendeten Altkleider liegt in der Hand von kommerziell wirtschaftenden Unternehmen bzw. Einzelpersonen. Lediglich bei der Sammlung von Altkleidern sind teilweise karitative Einrichtungen beteiligt. Der Anteil der Spenden, der direkt an Hilfsbedürftige verteilt wird, ist entgegen dem weit verbreiteten Glauben dabei allerdings sehr gering. Nur ein Bruchteil der alten Textilien kommt Kleiderkammern zugute oder wird zum Zwecke der Katastrophenhilfe verwendet.

Altkleider auf Reisen – Ablauf der Wiederverwertung

Ausgangspunkt für das Recycling von alten Textilien sind also Sammlungen mit Hilfe von Containern oder Straßensammlungen. Kleidersammlungen per Post sind noch die Ausnahme. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 750.000.000 Kilo alte Kleidung gespendet und von unzähligen karitativen und gewerblichen Sammlern an Sammelstellen direkt in bereitstehende LKW-Anhänger geladen. Von hier werden die Alttextilien in große Sortierbetriebe transportiert und da per Handarbeit am Fließband in verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt.

Sortierung von Altkleidern in unterschiedliche Qualitätsstufen

Altkleider werden sortiert

Kleidung, die noch tragbar ist, wird gebündelt und entweder an osteuropäische Händler verkauft. Oder die Klamotten werden durch einen Exporteur per Schiff nach Afrika verfrachtet. Die Qualität und Art entscheidet über den Zielort – sehr gut erhaltene Kleidung erzielt einen höheren Marktwert und geht deshalb meist nach Osteuropa, Winterklamotten machen ebenfalls nur dort Sinn.

In beiden Fällen verkauft der Importeur die Ware Altkleider sofort bündelweise an einheimische Textilhändler. Große Umschlagplätze für Alttextilien sind Kaliningrad (Russland) oder Dar es Salaam (Tansania). Von hier aus werden die Kleider – meist wieder von Zwischenhändlern – auf die Märkte der Städte und Dörfer gebracht und von Markthändlern verkauft. Gegebenenfalls werden die Textilien von einheimischen Schneidern bzw. Schneiderinnen vor Ort angepasst und verbessert, bevor sie von den Menschen getragen werden.

Recycling von Altkleidern (Teil 2)