Recycling von Altkleidern (Teil 2)

In unserem ersten Beitrag über das Recycling von Altkleidern ging es um die Wiederverwendung durch den Handel, bei dem die gut erhaltenen Textilien als Second Hand Ware in ferne Länder Osteuropas und Afrikas exportiert und dort verkauft werden. Der Handel macht bei der Verwertung von Altkleidern den mit Abstand größten Teil aus. Allerdings sind etwa die Hälfte der gesammelten Kleider nicht wieder verkauf- bzw. tragbar und gehen daher andere Wege.

Alte Kleider, neue Putzlappen

Die meisten Altkleider, die nicht mehr getragen bzw. verkauft werden können, landen nicht einfach in der Müllverbrennungsanlage. Circa ein Viertel der gespendeten Kleidung wird zu neuem Leben erweckt – und zwar als textiles Reinigungsmaterial. So werden diese ausgedienten Textilien von speziellen Recyclingunternehmen nach Farben und Qualitäten sortiert, von Knöpfen, Reißverschlüssen, Ösen u. ä. befreit, zu handlichen Größen zugeschnitten und massenweise in Pressballen an Industriebetriebe verkauft.

Altkleider werden als Putzlappen recycelt und wiederverwendet

Palette mit Altkleider-Putzlappen

Dort werden die alten Klamotten als Putztücher für die unterschiedlichsten Putzarbeiten verwendet. Zum Einsatz kommen die Lappen im Maschinenbau, bei der Maschinen- und Tankreinigung, in Lackierereien, der Feinmechanik, in Druckereien, in Werkstätten allgemein usw. Je nach Anforderung und Einsatzzweck werden unterschiedliche Alttextilien für die Putzlappenherstellung verwendet und unterscheiden sich dementsprechend auch im Preis. Baumwollware aus T-Shirts, Sweatshirts, Nachtwäsche und Unterwäsche kann beispielsweise als Universaltuch für mittlere und grobe Putzarbeiten benutzt werden und eignet sich besonders zur Aufnahme von Ölen und Schmierstoffen.

Es gibt sogar eine Norm (DIN 61650) für so genannte Einweg-Industrieputzlappen, die aus Altkleidern hergestellt werden. Mehrweg-Putzlappen aus Altkleidern können mehrfach wiederverwendet werden. Sie bestehen aus strapazierfähigerem Material und werden in der Regel vermietet. Der Vermieter kümmert sich hierbei um die Wiederaufbereitung – also die Reinigung und Entfernung von Fremdstoffen wie Metallspänen. Ebenfalls übernimmt er die Entsorgung der gebrauchten und nicht mehr verwendbaren Putzlappen.

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