Recyclingversprechen als Marketinginstrument

Immer mehr Unternehmen entdecken das Recyclingversprechen als Marketinginstrument. Die Botschaft ist einfach: Lieber Kunde, konsumiere ruhig weiter. Störe dich nicht an deinem Müll, denn daraus werden wieder neue Produkte. Ganz einfach.

H&M-Altkleidersammlung

H&M-Altkleidersammlung

Doch so einfach ist das aber eben nicht immer. Positiv: Bei Papier und Glas funktioniert der Recycling-Prozess schon recht ordentlich, trotzdem besteht ein Qualitätsverlust, der von Wiederverwendung zu Wiederverwendung größer wird.

Für Altkleider funktioniert das Recycling im engen Sinn so gut wie gar nicht, denn Recycling bedeutet laut § 3 Abs. 25 deutsches Kreislaufwirtschaftsgesetz sinngemäß: Abfallprodukte durch ein Verwertungsverfahren für den ursprünglichen Zweck oder für andere Zwecke aufzubereiten.

Altkleider: Weiterverwendung besser als Wiederverwertung

Rund 50% der gesammelten Altkleider werden, nachdem sie sortiert wurden, weitergetragen. Ökologisch gesehen ist diese Weiterverwendung viel besser als eine Wiederverwertung, da wenig zusätzliche Energie aufgebraucht werden muss, um die Altkleider dem Wirtschaftskreislauf zurückzuführen.

Eine ökologisch sinnvolle Wiederverwertung von Textilen ist aus folgendem Grund schwierig zu realisieren. Altkleider aus Baumwolle müssen zerschreddert werden, allerdings zerreißen dabei die Baumwollfasern in so kurze Stücke, dass sich daraus kein hochwertiges Gran mehr spinnen lässt und somit auch keine Kleidung mehr gefertigt werden kann. Diese kurzen Faser können dann beispielsweise “nur” noch als Dämmmaterial oder als Zusatz in Autoteppichen verwendet werden. Das Recycling von Baumwolltextilien endet also meist in einem Downcycling, da die ursprüngliche Funktion (Kleidung) höherwertiger ist als das Produkt der Wiederverwertung (Dämmmaterial).

Von Downcycling spricht man, wenn das neue Produkt eine geringere Wertigkeit hat als das Ausgangsprodukt.

 

Besonders bei Altkleidern aus Kunstfasern (z.B. Skijacken oder Fußballtrikots) besteht das Problem, dass verschiedne Materialen verwendet werden. Diese lassen sich nicht ohne hohen Aufwand wieder trennen und sortieren. Hier ist oft die thermische Verwertung, also die Verbrennung in Müllverbrennungsanlagen die einzige und beste Möglichkeit.

Besonders anschaulich finden Sie diese Informationen auch noch mal in dem Beitrag aus der Reihe “Faszination Wissen” vom Bayerischer Rundfunk.

Altkleiderrecycling TV Beitrag

Altkleiderrecycling TV Beitrag