Warum Federbetten in den Altkleidercontainer gehören

Leider steuern wir schon wieder auf die kalte Jahreszeit zu. Und damit heißt es Deckenwechsel. Sommerdecke verstauen und das Federbett beziehen. Doch genauso wie Kleidung, haben auch Federbetten bei uns nur eine begrenze Nutzungsdauer. Sie werden über die Jahre muffig, dreckig und klumpig.

Federbett Recycling

Federbett Recycling

Beim Recycling auch an die Herstellung denken

Wie der Name schon vermuten lässt, beinhalten die Decken einen tierischen Rohstoff – Federn und Daunen. Diese werden von Enten ausschließlich nach der Schlachtung gewonnen. Federn und Daunen von Gänsen werden teilweise von lebendigen Tieren gerupft. Dies ist in der EU verboten, doch in Osteuropa ist Lebendrupf immer noch normal und von dort kommen die Federn dann trotzdem die Decken der EU-Bürger. Man unterscheidet zwei Formen: das maschinelle Rupfen und das Rupfen mit der Hand. Grundsätzlich ist jede Art des Lebendrupfes mit starken Belastungen und oftmals schmerzhaften Verletzungen verbunden. Wer der brutale Wahrheit vertragen kann, hier ein Video vom ZDF:

Neue Federbetten aus dem Altkleidercontainer?

Um Gänse, Enten und unsere Umwelt zu schonen, sollen Sie Ihr altes Federbett daher nicht einfach in den Hausmüll oder zum Sperrmüll geben. Federbetten können Sie in einen Altkleidercontainer werfen, solange diese nicht grob verunreinigt oder bereits nass geworden sind. Ist das Oberbett in einem akzeptablen Zustand und wärmt es noch ausreichend, kann es als Decke weiter genutzt werden. Doch auch wenn keine direkte Weiterverwendung möglich ist, kann der Inhalt – die Federn und Daunen – wiederverwendet werden. Alt-Federn werden dann, genauso wie Altkleider, als s.g. Sekundärrohstoff gehandelt. In Deutschland werden ca. 950 Tonnen Alt-Federn gesammelt. Ein Kilogramm Alt-Federn können die Kleidersammler für für 1€ – 1,5€ an Weiterverwerter verkaufen.

Recycelte Federn werden verkauft, gereinigt und beigemischt

Die Federn aus recycelten Federbetten werden dann von Spezialfirmen gereinigt und aufbereitet. So kann ein Teil der Alt-Federn dem Füllmaterial von neue Decken beigemischt werden. Dies ist hygienisch völlig unbedenklich und schont Tier und Umwelt. Federn und Daunen, die sich nicht mehr zu Decken oder Kopfkissen verarbeiten lassen, können als Dünger genutzt werden.

Lübeck’s Altkleider werden doch nicht zerschreddert

Die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) haben Ihr Containernetz für die Altkleidersammlung auf 160 Container im ganzen Stadtgebiet ausgeweitet. Dafür wurden 160 000 Euro  für die Anschaffung investiert. Die EBL-Verantwortlichen rechnen mit 1000 Tonnen Altkleider pro Jahr. Bei Verkaufspreisen von 200 bis 400 Euro pro Tonne werden die Ausgaben abgedeckt und ein Gewinn entstehen. Die Entsorgungsbetriebe Lübeck hat somit gut halb so viele Container aufgestellt wie die Firma Retextil.

Altkleider-lübeck

Michaela Blunk (FDP), die die Bürger vor zweieinhalb Jahren öffentlich aufforderte (wir berichteten), ausrangierte Textilien nicht in die Sammelboxen zu werfen, sondern direkt in Kleiderkammern abzugeben, ist fassungslos über den Ausbau durch die Entsorgungsbetriebe Lübeck. „Ich sehe die Sammlung durch die Entsorgungsbetriebe nach wie vor kritisch“, sagt die FDP-Politikerin. Vor zweieinhalb Jahren versicherte das Unternehmen, dass nichts in die Dritte Welt gehen solle. Mit diesem Standpunkt steht Frau Blunk allerdings alleine da, denn alle anderen Parteien sind überzeugt, dass Altkleiderexporte z.B. Afrika keinen ökonomischen Schaden Vorort anrichten und der ökologische Gewinn durch das Recycling genutzt werden sollte. Mehr dazu hier.

Es geht um 3000 Tonnen Altkleider pro Jahr

Retextil gehört zur Soex- Gruppe und hat mit 304 Altkleidercontainern in Lübeck die meisten Standorte. Trotz gestiegener Behälteranzahl, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften und Lebensmitteleinzelhändlern, gab es bei der gesammelten Menge einen Rückgang um 25% im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Gutachten vom Dezember 2014 geht davon aus, dass in Lübeck jährlich ca. 3000 Tonnen Altkleider und Schuhe anfallen. Bislang hätten sich 16 gewerbliche und drei karitative Sammlungen die Alttextilien geteilt, so die Gutachter. Die EBL waren bis Anfang 2014 nur mit den Standorten auf ihren Wertstoffhöfen beteiligt, wo nur 20 Tonnen anfielen. Die Gutachter kamen zu dem Ergebnis, dass sich ab 650 Tonnen pro Jahr der Aufbau eines Containernetzes lohne.

Gemeinnützige Sammler merken (noch) nichts

get.jpegÜberraschenderweise fühlen sich die gemeinnützigen Sammler durch den Ausbau des Containernetzes durch die Stadt überhaupt nicht benachteiligt. Bei der Brockensammlung am Hauptbahnhof hat sich bis jetzt die Auswirkung noch nicht bemerkbar gemacht. Und auch die Vorwerker Diakonie, die 85 Altkleidercontainer bewirtschaftet 85 Container und pro Jahr 500 Tonnen Altkleider sammelt sammelt, fühlt sich durch die neue Konkurrenz nicht bedroht. Auch die Gemeindediakonie, die seit Anfang März eine Kleiderbox für Flüchtlinge unterhält, spürt nichts von der EBL-Offensive. „Die Bereitschaft der Bürger, uns Kleidung zu spenden, ist ungebrochen“, versichert Sonja Schmidt, stellvertretende Bereichsleiterin Wohnanlagen.

Breite Zustimmung erhalten die Entsorgungsbetriebe aus der Politik. „Wir unterstützen den Kurs“, sagt Dirk Freitag (CDU). „Damit lässt sich Geld verdienen — und das trägt zur Stabilität der Abfallgebühren bei.“ Auch Harald Quirder (SPD) ist überzeugt: „Das entlastet den Gebührenzahler.“ Silke Mählenhoff (Grüne) spricht von einer „guten Initiative“. Die Fraktionsvize der Grünen erwartet aber noch Nachweise, wie der Hamburger Aufkäufer die Alttextilien verwertet. Die anfängliche Debatte, dass Lübecker Altkleider auf Märkten in der Dritten Welt landen und das dortige Textilhandwerk zerstören könnten, hat sich aus Sicht von SPD und CDU erledigt.

Die Altkleiderwirtschaft – Meldungen 2014

“Konkurrenzkampf” ist auch 2014 das Top-Thema im Altkleidergeschäft. Städte und Gemeinden kämpfen gegen illegale Kleidersammler und kommunalisieren die Altkleidersammlungen. Gewerbliche Sammler klagen gegen  Kommunen, um ihr Recht, Altkleider sammeln zu dürfen, gerichtlich durchzusetzen. Leittragende sind wiederholt die gemeinnützigen Sammelorganisationen, bei denen das Aufkommen 2014 oftmals rückläufig ist. Der Preis für Altkleider pro Tonne hat im Sommer 2014 seinen Zenit erreicht und bleibt bis zum Jahresende auf einem hohen Niveau. Die Geschehnisse in Russland bzw. der Ukraine, die IS-Truppen in Syrien und Irak sowie die Ebola-Epidemie in Westafrika bremsen vorübergehend die Nachfrage nach Altkleidern aus Deutschland. Über das Spendenaufkommen und die Recyclingquote gibt es auch 2014 keine aktuellen Zahlen für das gesamte Bundesgebiet.

Besonders im ersten Halbjahr berichteten die großen Medien über die Wandlungen auf dem Altkleidermarkt. Nun aber der Reihe nach: Ausgewählte Meldungen über das Geschäft mit unseren Altkleidern 2014.

Januar

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++Gewinnverteilung in Köln++

Die Bild-Zeitung berichtete, dass die Stadt Köln 1.000 illegale Container einziehen und 750 städtische Container der AWB Köln aufstellen will. Der Gewinn aus dem Verkauf soll 50/50 zwischen Stadt und karitativen Organisationen geteilt werden.

++Upcycling++

Der Januar startete mit einem guten Bericht auf 3sat, der zeigt, wie afrikanische Designerinnen aus Mitumba (Altkleider) mit viel Liebe zum Detail echte Schmuckstücke machen.

++Weitere Städte wollen einsteigen++

Immer mehr Städte wollen mitmischen und die Altkleidersammlung selbst regeln: Die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) will 2014 bis zu 400 Container aufstellen. Flensburg, Bedburg, Düsseldorf und viele weitere werden dieses Jahr noch folgen.

++Thema im Spiegel++

Der Spiegel berichtete in einem großen Artikel, dass die Kommunen mit Altkleidersammlungen Geld verdienen wollen. Dies befeuere den Wettbewerb um gebrauchte Klamotten. Die karitativen Verbände sind in der Zwickmühle, denn nicht alle Kommunen holen sie mit ins Boot.

++Kampf gegen Illegale++

Die Praktiken der illegalen Altkleidersammler und was die Kommunen dagegen tun, zeigte anschaulich eine Reportage auf Pro7. Prinzipiell werden die Ordnungsämter immer aktiver, insbesondere dort, wo die Kommune/Stadt an einem geregelten Sammelsystem ein erhöhtes Interesse hat.

++Schranken für die Stadtverwaltung++

Die Stadt Ingolstadt verliert einen Prozess vor dem Münchner Verwaltungsgericht. Die Stadt hatte zuvor einem privaten Unternehmen die Sammellizenz entzogen.

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Altkleider in der Kleiderkammer abgeben

Altkleider in einer Kleiderkammer abzugeben, ist ebenfalls eine Möglichkeit um sich sinnvoll von alten Klamotten zu trennen. Viele karitative Verbände sowie kirchliche Organisationen betreiben Kleiderkammern, mit dem Ziel sozial bedürftigen Mitbürgern eine kostenlose/sehr günstige Möglichkeit zu geben, sich mit Kleidung zu versorgen. Alleine das Deutsche Rote Kreuz betreibt 800 dieser Kleiderkammern.

Ist die Kleiderkammer die bessere alternative zum Altkleidercontainer?

Die Antwort auf diese Frage ist: Es kommt auf die Kleiderkammer und den Altkleidercontainer an. Die Kleiderkammern benötigen gar nicht soviel Altkleider wie bei ihnen abgegeben wird. Der “Überschuss” wird daher, genauso wie der Großteil der Kleidung aus dem Altkleidercontainer, in 2nd Hand Läden oder an Sortierbetriebe verkauft.

Eine Kleiderkammer schafft Arbeitsplätze und hält die Gewinne in der Einrichtung

Die gesammelten Altkleider aus Altkleidercontainer werden oft direkt an Sortierbetriebe verkauft. Daraus entsteht den karitativen Einrichtungen auf jeden Fall ein Gewinn, welcher wieder in soziale Projekte investiert werden kann. Der Großteil der nachfolgenden Wertschöpfung (Sortierung, Handel, Weiterverwertung, Export) wird allerdings durch wirtschaftlich denkenden Unternehmen geleistet und daher werden auch hier die Gewinne verteilt.

Karitative oder kirchliche Kleiderkammer, die die Altkleider in Eigenregie sortieren, schaffen meist “bessere” Arbeitsbedingungen als gewinnorientierte Unternehmen. Die Gewinne der Kleiderkammer können allerdings dadurch auch sinken, bzw. sogar ganz entfallen, so dass kein Geld aus der Altkleidersammlung für andere soziale Projekte übrig bleibt.

 

 

 

Altkleidersammlung – “gute” und “schlechte”

Unter einer Altkleidersammlung versteht man das Sammeln von Altkleidern und Schuhen durch gemeinnützige oder private Organisationen. Eine Altkleidersammlung muss, seit der Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes  § 17 Abs. 2 Nummer 3 und 4 KrWG, bei dem zuständigen Ordnungsamt angezeigt werden. Eine Altkleidersammlung kann durch eine Straßensammlung, die Sammlung in Altkleidercontainer oder durch Kombi-Tonnen erfolgen

Gute Altkleidersammlungen erkennen

Illegale Altkleidercontainer, dubiose Straßensammlungen und gewinnmaximierende Textilverwerter haben der Kleidersammlung in letzter Zeit ein schlechtes Image verschafft. Doch die Altkleidersammlung ist für viele karitative Verbände und Einrichtungen eine wertvolle Einkommensquelle. Für den potenziellen Spender ist allerdings der Unterschied schwer zu erkennen. Unseriöse Kleidersammlungen werben oft mit übertriebenen Slogans, wie z.B.:

  • „Hilfe für Flutopfer“
  • „Helfen Sie, damit wir helfen können.“
  • “Kleidung für Afrika”
Beispiel für eine unseriöse  Organisation

Beispiel für eine unseriöse Organisation

Auch anhand der Kontaktdaten (wenn welche vorhanden sind) können Sie eine gute von einer schlechten Kleidersammlung unterscheiden. Ist nur eine Handynummer zu finden oder “kein Anschluss unter dieser Nummer” können Sie fast sicher sein, dass es sich um eine illegale Kleidersammlung handel. Auf Zetteln zur Ankündigung einer (privaten und meist nicht angezeigten) Straßensammlungen finden Sie  Symbole, die von der Gemeinnützigkeit der Organisation überzeugen soll:

  • rotes Kreuz auf weißem Hintergrund
  • Engel in jeder Form
  • Weltkugel mit Umweltsymbolen

Qualitätssiegel für zertifizierte Altkleidersammlungen

Fachverband Textilrecycling und Fairwertung Altkleidercontainer

Fachverband Textilrecycling und Fairwertung Altkleidercontainer

In Deutschland gibt es den Fachverband Textilrecycling des bvse und Fairwertung e.V., welche Leitlinien zur nachhaltigen Alttextilienverwertung erlassen haben. Zusätzlich haben beide Organisationen ein Qualitätssiegel für Altkleidercontainer in die Welt gerufen, um so für den Spende gute von schlechten Altkleidersammlungen unterscheidbar zu machen. Die Altkleidercontainer der zahlreichen Mitglieder werden nun in Zukunft mit diesen Aufklebern ausgestattet.

Altkleidercontainer in Hamburg – Stadtentwicklung bremst Stadtreinigung

Auch die Stadt Hamburg will ins lukrative Geschäft mit den Altkleidern einsteigen. 1000 zusätzliche Altkleidercontainer würde die Stadtreinigung in Hamburg gerne aufstellen, um die 14.000 Tonnen Altkleider, die jährlich im Restmüll landen, zu reduzieren. Doch diese zusätzlichen Container bedeuten auch Konkurrenz für bestehende Sammelunternehmen wie z.B. dem DRK oder der Kleiderkammer Wilhelmsburg. Diese Zahl wurde daher zunächst auf 300 bis 500 nach unten korrigiert. Nun wurde bekannt, dass auch diese Anzahl an Altkleidercontainer nicht genehmigt wurde – sondern nur 20.

Sehen Sie hier einen Beitrag des NDR vom 2.7.2013

Altkleidercontainer Hamburg

Hamburg will Altkleidercontainer aufstellen

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Qualitätssiegel für Altkleidercontainer

Qualitätssiegel für Altkleidercontainer

Qualitätssiegel für Altkleidercontainer des BVSE

Nach dem Bericht über Anzeichen “schlechter” Altkleidercontainer, möchten wir Ihnen natürlich auch die Zeichen “guter” Altkleidercontainer nicht vorenthalten. Dazu starten wir mit diesem Beitrag eine kleine Serie.

Das bvse Qualitätssiegel für Altkleidercontainer

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, die in der Erfassung, Bearbeitung, Vermarktung, Verwertung, dem Recycling und der umweltgerechten Beseitigung von Abfällen tätig sind. Seit diesem Jahr reagiert der Verband mit einem neuen Qualitätssiegel auf das wachsende Problem illegal arbeitender Textilsammler und sorgt so für eine deutliche Abgrenzung.

Die Unternehmen verpflichten sich:

  • nur genehmigte Container aufzustellen
  • die Stellplätze in Ordnung zu halten
  • Container mit Kontaktdaten auszuzeichnen
  • Zweck der Sammlung zu kennzeichnen
  • nicht mit illegalen Sammlern zusammen
  • stellen die Weiterverwendung der Kleidung, beziehungsweise die hochwertige Verwertung, sicher
  • sie dokumentieren ihre Betriebsabläufe und legen diese dem Sachverständigen offen

Basis für die Vergabe des Qualitätssiegel für Altkleidercontainer sind die bvse-Leitlinien für das Textilrecycling.

Wie Sie “schlechte” Altkleidercontainer erkennen – oder eben nicht

Wem es nicht egal ist, wem die Altkleiderspende überlassen wird, hat es zurzeit nicht leicht. Viele  Recyclingunternehmen operieren unter einem Deckmantel der Wohltätigkeit, um mehr Altkleider zu sammeln. Ihre Spende hat daher je nach Organisation einen unterschiedlichen sozialen Wert.  In unserer Rubrik Altkleidercontainer finden Sie daher nur “saubere Container”. Falls Sie dort noch keinen Altkleidercontainer in Ihrer Nähe finden, haben wir hier die typischen Vorgehensweisen der Unternehmen aufgelistet, die Spender von einer meist nicht vorhandenen Gemeinnützigkeit überzeugen sollen:

1. Aufmachung der Container im “karitativen Look”

Rotes Kreuz auf Altkleiderconatiner

Rotes Kreuz auf Altkleiderconatiner bedeutet nicht, dass das DRK dahinter steckt

Rote Schrift auf weißem Grund sollen beim Spender eine karitative Organisation, wie das DRK oder die Malteser assoziieren  Hinzu kommen Symbole und Sologans, welche ebenfalls an die Gemeinnützigkeit der Sammelorganisation glauben lassen sollen.

Sehr beliebte Symbole sind dabei nicht nur das rote Kreuz auf weißem Hintergrund, sondern auch Engel in jeder Form oder natürlich die Weltkugel mit Umweltsymbolen.

Die irreführenden Slogans sind beispielsweise:

  • „Hilfe für Flutopfer“
  • „Helfen Sie, damit wir helfen können.“
  • “Kleidung für Afrika”

Hinzu kommt, dass auf den Container außer diesen Aufklebern keine oder falsche Kontaktdaten zu finden sind. Der Name (z.B. Babynothilfe, Roter Ring Kinderhilfe) ist oft zusätzlich mit einem e.V. versehen, um so erneut die Gemeinnützigkeit zu untermauern. Die Kleidung, die in diesen Containern landet, wird zu 100% verkauft und die Gewinne fließen an allen sozialen Projekten und Organisationen vorbei.

2. Illegale aufgestellte Altkleidercontainer

Illegal aufgestellte Altkleidercontainer sind kaum zu erkennen. Unternehmen stellen immer wieder ihre Altkleidercontainer unangemeldet in Stadtgebieten auf und hoffen möglichst lange nicht durch das zuständige Ordnungsamt entdeckt zu werden. Dabei wählen die Unternehmen oft Standorte im öffentlichen Raum mit hohem Durchgangsverkehr, wie zum Beispiel Ausfahrtsstraßen, Stadtzentren oder die Nähe eines Einkaufszentrums. Insbesondere wenn der Container gerade erst an diesem Standort aufgestellt wurde, sollte ihr Mistrauen groß sein, denn illegale Altkleidercontainer kommen und gehen schneller als legale.

illegaler Altkleidercontainer an Ausfahrtsstrasse

illegaler Altkleidercontainer an Ausfahrtsstrasse

3. Altkleidercontainer auf privater Gewerbefläche

Altkleidercontainer-gewerbeflaeche

Altkleidercontainer auf einer Gewerbeflaeche

Altkleidercontainer auf privatem Gelände sind meistens legal, werden aber von profit-orientierten Unternehmen betrieben . Es besteht ein Vertrag zwischen dem Betreiber des Altkleidercontainers und dem Grundstückseigentümer. Standorte für diese gewerblichen Container sind meist Parkplätze von Supermärkten oder Einkaufszentren.

Auch bei diesen Containern fließt der Wert Ihrer Altkleiderspende vollständig an den Textilrecycler sowie den Besitzer der Gewerbefläche, welche eine Mieteinnahme für den Altkleidercontainer bekommt.

 

4. Logovermietung für Altkleidercontainer

Altkleidercontainer-look

Logovermietung bei Altkleidercontainern

Der Logoverkauf oder die Logovermietung ist bei Altkleidercontainern weit verbreitet. Für viele karitative Organisationen lohnt es sich nicht die Altkleidercontainer selbst zu betreiben. Aufstellen, ausleeren und sortien lohnt sich nicht für alle Verbände. Trotzdem können sie Geld verdienen, in dem karitativen Organisationen ihr Logo und ihren Schriftzug für 5-15 Euro pro Monat und Container vermieten. Die Einrichtungen selbst haben mit dem Sammeln der Kleidung dann nichts mehr zu tun. Positiv ist, dass die karitativen Organisationen dabei nicht komplett leer ausgehen, auf der anderen Seite wissen sie oft gar nicht, wo die Textilien später landen. Dies ist natürliche eine enorme Täuschung des Altkleiderspenders, der auch überhaupt keine Chance hat, diesen (leider legalen) Etikettenchwindel zu durchschauen.

Ankaufsstellen für Altkleider sind illegal?

Was ist der Unterschied zwischen einem Second Hand Laden und einer Ankaufsstelle für Altkleider?

Dazu gibt es aktuell zwei unterschiedliche Meinungen in Marl: Michael Lauche der Chef des Zentralen Betriebshof in Marl argumentiert “Alttextilien seien grundsätzlich einem öffentlich-rechtlichen Versorger zu übergeben, das stehe so im Abfallwirtschaftsgesetz”  Doch auch hier gibt es Ausnahmen (Siehe unten). Allerdings nur nach vorheriger Anmeldung bei der zuständigen Behörde.

Ankaufsstellen für Altkleider illegal?

Ankaufsstellen für Altkleider illegal?

Hinzu kommt, dass im ganzen Stadtgebiet die werkstatt brassert gGmbH (eine Tochter von Stadt und Diakonie ) Altkleider sammelt. Andere gemeinnützige Organisationen  bekommen regelmäßig auch Genehmigungen, gewerbliche Sammler nicht.

Laut Ruhrnachrichten vom 11.4.: “Dass ein Unternehmer wie der Oer-Erkenschwicker Matthias Kukula nicht per Container, sondern in einem Ladenlokal sammelt, ändert rechtlich gar nichts.” sagt Stadt-Pressesprecher Daniel Rustemeyer und wird von bestätigt Jochem Manz Kreis-Pressesprecher .

Benötigen auch Second-Hand Läden eine Genehmigung?

Der 31-jährige Jungunternehmer Matthias Kukula sieht das völlig anders. Er sieht sich nicht in irgendeiner Melde- oder Genehmigungspflicht: „Ich tue doch nichts anderes als ein Secondhand-Unternehmer.“ Kukula bietet seinen Kunden 50 Cent pro Kilo Alttextilien, sofern diese gut erhalten, nicht zerrissen, schmutzig oder sonst unbrauchbar sind – also . Nach seinen Worten geht die Ware zum Wiederverkauf ins Ausland, insbesondere nach Osteuropa.

“Damit ist es bald vorbei.” sagt Manz im Namen der Kreises gegenüber den Ruhrnachrichten. Der Unternehmer hätte, so erläutert er, seinen Betrieb erst einmal ankündigen und drei Monate abwarten müssen. Jetzt bekommt er einen Bußgeldbescheid aus dem Kreishaus, verbunden mit der Aufforderung, den Geschäftsbetrieb ruhen zu lassen. Folgt er dieser Aufforderung nicht, erwartet ihn, so Manz auf Nachfrage, ein weiteres Bußgeld und die Untersagung seiner Geschäftstätigkeit. D.h. aber nicht, dass danach sein Laden wieder dauerhaft schließen muss. 

 

§ 17 Kreislaufwirtschaftsgesetz – KrWG

(2) Die Überlassungspflicht besteht nicht für Abfälle,

1.   die einer Rücknahme- oder Rückgabepflicht auf Grund einer Rechtsverordnung nach § 25 unterliegen, soweit nicht die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger auf Grund einer Bestimmung nach § 25 Absatz 2 Nummer 4 an der Rücknahme mitwirken; hierfür kann insbesondere eine einheitliche Wertstofftonne oder eine einheitliche Wertstofferfassung in vergleichbarer Qualität vorgesehen werden, durch die werthaltige Abfälle aus privaten Haushaltungen in effizienter Weise erfasst und einer hochwertigen Verwertung zugeführt werden

 

Altkleidercontainer-Check in München

Das Bayerisches Fernsehen strahlte von Kurzem den Bericht “Altkleidercontainer im Check” von Isabella Kroth aus. Gegenübergestellt wurde die Textilverwertung von Altkleidern aus unterschiedlichen Sammelcontainern.  In München wurden die Altkleidercontainer der Aktion Hoffnung e.V. mit den Altkleidercontainer der ReSales Textilhandels- und -recycling GmbH verglichen. Die illegal aufgestellten Container in München wurden nicht in den Check mit aufgenommen.

Beitrag des BR über Altkleidercontainer

BR Altkleidercontainer Check

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