Altkleidersammlung soll in Berlin einheitlicher werden

Auch bei Altkleidercontainern ist Berlin noch ohne Konzept

In Berlin soll nun Ordnung ins Chaos der Altkleidersammelcontainer. Doch noch wurde kein allgemein gültiges Konzept zur Altkleidersammlung mit Altkleidersammelcontainern verabschiedet.  Zurzeit überlässt das Berliner Straßengesetz den Bezirken, ob sie Altkleidercontainer im öffentlichen Straßenland zulassen wollen oder nicht.

Altkleidersammlung in Berlin - ohne Altkleidercontainer?

Altkleidersammlung in Berlin – ohne Altkleidercontainer?

 

Der Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Ordnungsamt der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat in den vergangenen Monaten ein Konzept entwickelt. Darin schlagen die Verordneten dem Bezirksamt vor, zunächst einmal systematisch 60 bis 120 Standorte im Bezirk Mitte zu benennen. In der 18. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin wird morgen das Bezirksamt ersucht, sich gegenüber dem Senat von Berlin dafür einzusetzen, dass das Land Berlin und alle Unternehmen, an denen das Land Berlin beteiligt ist, im Bezirk Mitte von Berlin keine Altkleidersammelcontainer zulassen.

Vorerst keine Altkleidercontainer in Berlin Mitte zulassen?

Dieser Verschlag hat die Zielsetzung, dass entsprechend dem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung zum Umgang mit Altkleidersammelcontainern ein einheitliches Konzept in der Hand des Bezirksamtes entwickelt und umgesetzt werden kann, bei dem andere Unternehmen zumindest nicht von öffentlichem Straßenland auf Grundstücke des Landes ausweichen können.

Im Klartext könnte dies bedeuten: Kommt das Land Berlin oder die einzelnen Bezirke nun auch auf die Idee, die Sammlung von Altkleidern auszuschreiben und dafür Lizenzgebühren zu erheben? Dann ist es natürlich sinnvoll, dass der zukünftige Altkleidersammler exklusiv in den Bezirken sammeln darf.  Daher sollen keine neuen Altkleidersammelcontainer mehr genehmigt und bestehende Verträge gekündigt werden. Aber dies ist nur eine Vermutung…wir werden sehen.

Nachtrag: Hier finden Sie Altkleidercontainer in Berlin Wedding und Altkleidercontainer in Berlin Prenzlauer Berg

WDR: H&M gewinnt Geld und Kunden durch Altkleider

Die Kritik an der Altkleidersammlung des schwedischen Modekonzerns H&M geht weiter. Der WDR zeigte gestern einen Beitrag indem die Modekette als starke Konkurrenz für karitative Altkleidersammler dargestellt wurde.

Modekette sammelt Altkleider gegen Gutschein

H&M Altkleider

H&M “Knallharte Berechnung auf dem Altkleidermarkt”

Der Modekonzern verspricht mit der Altkleider-Sammlung Forschung und soziale Projekte zu unterstützen. Leider auf Kosten anderer Projekte, die durch die Erlöse caritativer Kleidersammlung gefördert werden. An den Altkleidern sind nämlich auch gemeinnützige Sammler interessiert (DRK, Malteser, Aktion Hoffnung, u.v.m.). Secondhand-Läden, Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser finanzieren so ihren eigenen Arbeitsplatz und unterstützen mit dem Erlös Bedürftige. “Die kriegen jetzt alle Konkurrenz durch diese Weltkonzerne, die sowieso ihren Reibach machen und ihre Schäfchen im Trockenen haben”, glaubt Julia Boiger von der Münchener Diakonie.

“Uns als Aktion Hoffnung tut es uns weh. Wir sammeln inzwischen zum ersten Mal in unserer Geschichte weniger Kleidung und wir wollen mit den Erlösen unsere Projekte in Afrika, Südamerika und Osteuropa unterstützen und das können wir nicht mehr, wenn viele illegale Kleiderbehälter uns die Kleider weg sammeln”, beklagt Uhl von der Aktion Hoffnung.

 

H&M sammelt Altkleider – für welchen Zweck?

Seit gestern können Altkleider bei der Modekette H&M abgegeben werden. Pro Tüte Altkleider bekommt man 15% Rabatt auf ein Kleidungsstück seiner Wahl. Nicht in jeder Filale können die Altkleider abgegeben werden. Die 80 Teilnehmenden Sores finden Sie am Ende dieses Beitrages.
Welchen Sinn und Zweck H&M damit verfolgt wurde in der Öffentlichkeit in den letzten Wochen intensiv diskutiert. Zum einen nennt H&M Umweltschutz, Nachhaltigkeit und karitative Zwecke auf der anderen Seite vermuten Journalisten Greenwashing, Neukundengewinnung und Zusatzgeschäft hinter der Kampagne.

Kunden können jetzt ihre Altkleider bei H&M abgeben

H&M sammelt Altkleider

Continue reading

Altkleidercontainer in der Nähe finden

Nun schreiben wir seit November letzten Jahres regelmäßig über das Thema Altkleider und versuchen dabei transparent zu machen, was mit einer Altkleiderspende eigentlich passiert, nachdem sie in den Container geworfen wurde. Es ist interessant zu sehen, dass dahinter eine ganze Verwertungsindustrie steckt, angefangen von der Abholung der Container bis hin zum Recycling der Textilien oder dem kontrovers diskutierten Verkauf der Altkleider in Entwicklungsländern. Alle – so scheint es – wollen ein Stück vom Kuchen abhaben. Deshalb beanspruchen neuerdings auch Kommunen das Recht auf die Sammlung von Altkleidern. Doch wo finde ich eigentlich den nächsten Altkleidercontainer in meiner Stadt? Dieser Frage wollen wir in Zukunft verstärkt nachgehen.

Continue reading

Altkleider in Saarbrücken: Sammlung in Kombitonne

In Saarbrücken Altenkessel und Güdingen startete bereits im Dezember ein interessanter Pilotversuch. Dabei setzt Saarbrücken bei der Sammlung von Alttextilien nicht auf Altkleidercontainer, wie z.B. Jena oder Köln, sondern nutzt die blaue Altpapiertonne als Sammelbehälter. Der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) der Stadt Saarbrücken leert nun zum 2. Mal am 30. Januar 2013 die blaue Kombi-Tonne für Altkleider im Stadtteil Altenkessel. Um sicherzustellen, dass die blaue Altpapier-Tone leer ist, wird diese am Tag zuvor geleert.

Continue reading

Lübeck stellt Altkleidercontainer auf – Kein Export nach Afrika

Nachdem bereits die Städte Jena, Köln und Bocholt angekündigt haben ins Altkleidergeschäft einzusteigen, will auch die Hansestadt Lübeck die Altkleiderentsorgung bald städtisch verwalten. Die Entsorgungsbetriebe Lübeck (ELB) wollen nach aktuellen Zeitungsberichten das lukrative Geschäft noch in diesem Jahr übernehmen und hunderte Altkleidercontainer in Lübeck aufstellen. Das besondere in diesem Fall ist, dass der  zuständige Innen- und Umweltsenator Bernd Möller (Grüne) folgendermaßen zitiert wird:

Continue reading

Altkleider-System in Bocholt

Als neues Altkleider-Sammel-System wurde gestern in Bocholt ein neues Konzept vorgestellt, welches die Konkurrenz zwischen karitativen Altkleidersammlern und den gewerblichen Sammlern außer Kraft setzt. Zum Leidwesen der gewerblichen Organisationen. Die Stadt Bocholt kann durch das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz §17 eine gewerbliche Sammlung untersagen, wenn “Abfälle erfasst werden, für die der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger oder der von diesem beauftragte Dritte eine haushaltsnahe oder sonstige hochwertige getrennte Erfassung und Verwertung der Abfälle durchführt” Kreislaufwirtschaftsgesetz §17 Satz 3 Nummer 1.

Hochwertiges System für Altkleidersammlung?

So funktioniert das neue Altkleider-System: Die Altkleidersammlungen werden durch die karitativen Verbände wie bisher durchgeführt (z.B. DRK, Malteser Hilfsdienst, Kolping Werk). Gewerbliche Sammlungen oder Stellplätze werden aus o.g. Gründen nicht genehmigt. Der Entsorgungs- und Servicebetrieb Bocholt sammelt die Kleiderspenden von den Verbänden und verkauft diese an die gewerblichen Sortierbetriebe. Abschließend werden die Einnahmen (nach Abzug der Kosten) wieder an die karitativen Verbände verteilt.

Hier zu ein Ausschnitt der Pressekonferenz. Die offizielle Pressemitteilung liegt leider nicht vor.

Neues Altkleider Sammelsystem in Bocholt wird vorgestellt

Neues Altkleider Sammelsystem in Bocholt

Kommunale Altkleidersammlung in den Tagesthemen

Die Stadt Jena stellt als Kommune eigene Altkleidercontainer auf, um mit den entstehenden Gewinnen die Abfallentsorgungsgebühren für seine Bürger zu senken und illegal aufgestellten Containern entgegenzuwirken. Nur Kommunen haben das Recht, Genehmigungen für das Aufstellen von Containern für alte Kleidung  zu erteilen.

Der Konkurrenzkampf um die Altkleider: Kommunen gegen karitative Einrichtungen

Dies stellt offensichtlich eine Bedrohung für karitative Sammler wie das Deutsche Rote Kreuz dar. Das DRK erlöst jährlich viel Geld mit Altkleiderspenden und beobachtet die kommunale Sammlung von Alttextilien deshalb mit Sorge. In dem Tagesthemen-Beitrag der ARD “Neuer Kampf um alte Kleider: Altkleidersammlungen landen nicht nur bei Bedürftigen” wird diese Problematik behandelt.

Altkleidercontainer in der Stadt Jena

Kleidersammlung als Thema in den Tagesthemen

Altkleidersammlung durch das Deutsche Rote Kreuz – 12 Mio. Euro Einnahmen jährlich

Altkleidersammlungen durch das Deutsche Rote Kreuz

Altkleidersammlungen durch das Deutsche Rote Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) veröffentlicht im Zuge der „Transparenz-Initiative Altkleider“ Eckdaten zur Altkleidersammlung und nimmt Stellung zu Fragen rund um das Geschäft mit den Altkleidern.

Rund 12% aller Altkleiderspenden in Deutschland werden an das Deutsche Rote Kreuz gespendet

Nach eigenen Angaben sammelt das DRK 80.000 bis 100.000 Tonnen Altkleider pro Jahr.  Daraus ergebe sich ein deutschlandweiter Überschuss von 12 Mio. Euro per Annum.  Aus einer Tonne gesammelter Kleidung entstünde dem DRK daher ein durchschnittlicher Gewinn von ca. 133 Euro. Mit diesem Geld könnten soziale Projekte im Katastrophenschutz, in der Altenhilfe oder im Bereich des Jugendrotkreuz finanziert werden.

Im Gegensatz zu gewerblichen Sammlern, spende das DRK einen Teil (ca. 4%) der gesammelten Textilien direkt an Kleiderkammern, die die gebrauchte Kleidung wiederum bedürftigen Mitbürgern kostenlos bzw. gegen eine geringe Schutzgebühr zur Verfügung stellten. Der restliche Anteil der Altkleider werde über Partnerunternehmen verwertet. Auf die weitere Verwendung der Altkleider hat das DRK damit keinen Einfluss mehr.

“Die Vorwürfe, Altkleiderexporte hätten die Textilindustrie in afrikanischen Ländern ruiniert, gelten heute als überholt.”

Des Weiteren bezieht das DRK Stellung zu der zentralen Kritik, dass der Altkleider-Export die lokale Textilproduktion in Teilen Afrikas zerstört habe. Laut DRK haben Studien und Gutachten ergeben, dass der Rückgang der lokalen Textilproduktion z.B. in Tansania seit den 80er Jahren produktionsbedingte Gründe hat. Dazu gehören

  • häufiger Stromausfall,
  • unregelmäßige Wasserversorgung,
  • keine Ersatzteile für Maschinen
  • und die Streichung von Subventionen

für dort ansässige Textilunternehmen. Nicht die Altkleider aus Amerika und Europa, sondern vielmehr Neuware aus Asien setzten die lokale Textilindustrie durch niedrige Preise massiv unter Druck. Dass die lokale Textilindustrie kaum konkurrenzfähig sei ließe sich daran erkennen, dass Kleidungsstücke, die nicht durch Altkleiderimporte gedeckt werden (z.B. Schuluniformen oder Unterwäsche), nicht lokal produziert und stattdessen aus Asien importiert würden.

Global betrachtet würden durch die Wiederverwendung von Altkleidern Ressourcen eingespart und so die Umwelt geschont. Auch entstünden in exportierenden Ländern wie Deutschland wie auch in den Empfängerländern Afrikas zahlreiche Arbeitsplätze. Daher sei es wichtig, dass die Bürger in Deutschland weiterhin Altkleidercontainer oder Straßensammlungen nutzen und nicht aus Unsicherheit etwas kontraproduktives tun, beispielsweise ihre ausrangierten Kleider im Hausmüll entsorgen.

Altkleidercontainer in Köln

Altkleidercontainer sind in Kölns Innenstadt sowie angrenzenden Stadtteilen Deutz, Nippes, Ehrenfeld, Lindenthal, Sülz, Südstadt, Klettenberg  oder Zollstock kaum zu finden. Grund dafür ist eine groß angelegte Räumungsaktion der Stadt Köln. Bei dieser Maßnahme wurden im September 2011 190 illegal aufgestellte Altkleidercontainer beseitigt.

Hier eine Übersicht der Altkleidercontainer der Malteser in Köln

Altkleidercontainer der Malteser in Köln

Hier eine Liste mit den Altkleidercontainer der Malteser in Köln

Die Stadt Köln erteilt prinzipiell keine  Genehmigungen für Altkleidercontainer im Stadtgebiet. Dies begründet die Stadtverwaltung mit stadtgestalterischen Gesichtspunkten sowie aus Gründen der Verkehrssicherheit. Auch würden sich um die Container herum immer wieder illegale Müllkippen bilden. Altkleiderspender können daher nur auf privatem Grund stehende Altkleidercontainer zurückgreifen, bzw. müssen warten bis eine karitative oder gewerbliche Straßensammlung durchgeführt wird. Dies wird sich wahrscheinlich erst ändern, wenn die Stadt Köln selbst in das Geschäft mit den Altkleidern einsteigt.

Altkleidercontainer in Köln fördern Recycling

Altkleidercontainer in Köln sind kaum noch zu finden

 

Die beste Möglichkeit ist die Spende direkt bei karitativen Wohlfahrtsverbänden abzugeben. So kann auch sichergestellt werden, dass die Verwendung von Altkleidern bestmöglich sichergestellt ist. Hier ein paar Adressen der Abgabestellen. Eine Karte mit Standorten von Altkleidercontainern in Köln (betrieben durch die Malteser) haben wir nun für Sie bereitgestellt.

Alle Malteser Altkleidercontainer in Köln

Abgeben können Sie ihre Altkleider bei folgenden Institutionen:

Köln Innenstadt

  • Oxfam Shop Friesenplatz 15 50672 Köln Innenstadt Öffnungszeiten: Mo – Fr 10.00 bis 19.00 Uhr Sa 10.00 bis 15.00 Uhr

Südstadt

  • Oxfam Shop Bonner Straße 45 50677 Köln  Südstadt Öffnungszeiten: Mo – Fr 10.00 bis 19.00 Uhr Sa 10.00 bis 15.00 Uhr

Klettenberg

  • Ev. Kirchengemeinde Köln-Klettenberg Emmastrasse 6 50937 Köln Tel: 0221-94 401 30

Ehrenfeld

  • Ev. Kirchengemeinde Köln Ehrenfeld Myliusstraße 26 50823 Köln

Raderthal

  • Ev. Philippus-Kirchengemeinde Albert-Schweitzer-Strasse 3-5 50968 Köln Raderthal Tel: 0221-37 52 28

Nippes

  • Emmaus Gemeinschaft in Köln Second-Hand-Lädchen Baudriplatz 16 50733 Köln Nippes

Niehl

  • Emmaus Gemeinschaft in Köln Second-Hand-Kaufhaus Geestemünder Str. 42 50735 Köln Niehl