Altkleidersammlung durch das Deutsche Rote Kreuz – 12 Mio. Euro Einnahmen jährlich

Altkleidersammlungen durch das Deutsche Rote Kreuz

Altkleidersammlungen durch das Deutsche Rote Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) veröffentlicht im Zuge der „Transparenz-Initiative Altkleider“ Eckdaten zur Altkleidersammlung und nimmt Stellung zu Fragen rund um das Geschäft mit den Altkleidern.

Rund 12% aller Altkleiderspenden in Deutschland werden an das Deutsche Rote Kreuz gespendet

Nach eigenen Angaben sammelt das DRK 80.000 bis 100.000 Tonnen Altkleider pro Jahr.  Daraus ergebe sich ein deutschlandweiter Überschuss von 12 Mio. Euro per Annum.  Aus einer Tonne gesammelter Kleidung entstünde dem DRK daher ein durchschnittlicher Gewinn von ca. 133 Euro. Mit diesem Geld könnten soziale Projekte im Katastrophenschutz, in der Altenhilfe oder im Bereich des Jugendrotkreuz finanziert werden.

Im Gegensatz zu gewerblichen Sammlern, spende das DRK einen Teil (ca. 4%) der gesammelten Textilien direkt an Kleiderkammern, die die gebrauchte Kleidung wiederum bedürftigen Mitbürgern kostenlos bzw. gegen eine geringe Schutzgebühr zur Verfügung stellten. Der restliche Anteil der Altkleider werde über Partnerunternehmen verwertet. Auf die weitere Verwendung der Altkleider hat das DRK damit keinen Einfluss mehr.

“Die Vorwürfe, Altkleiderexporte hätten die Textilindustrie in afrikanischen Ländern ruiniert, gelten heute als überholt.”

Des Weiteren bezieht das DRK Stellung zu der zentralen Kritik, dass der Altkleider-Export die lokale Textilproduktion in Teilen Afrikas zerstört habe. Laut DRK haben Studien und Gutachten ergeben, dass der Rückgang der lokalen Textilproduktion z.B. in Tansania seit den 80er Jahren produktionsbedingte Gründe hat. Dazu gehören

  • häufiger Stromausfall,
  • unregelmäßige Wasserversorgung,
  • keine Ersatzteile für Maschinen
  • und die Streichung von Subventionen

für dort ansässige Textilunternehmen. Nicht die Altkleider aus Amerika und Europa, sondern vielmehr Neuware aus Asien setzten die lokale Textilindustrie durch niedrige Preise massiv unter Druck. Dass die lokale Textilindustrie kaum konkurrenzfähig sei ließe sich daran erkennen, dass Kleidungsstücke, die nicht durch Altkleiderimporte gedeckt werden (z.B. Schuluniformen oder Unterwäsche), nicht lokal produziert und stattdessen aus Asien importiert würden.

Global betrachtet würden durch die Wiederverwendung von Altkleidern Ressourcen eingespart und so die Umwelt geschont. Auch entstünden in exportierenden Ländern wie Deutschland wie auch in den Empfängerländern Afrikas zahlreiche Arbeitsplätze. Daher sei es wichtig, dass die Bürger in Deutschland weiterhin Altkleidercontainer oder Straßensammlungen nutzen und nicht aus Unsicherheit etwas kontraproduktives tun, beispielsweise ihre ausrangierten Kleider im Hausmüll entsorgen.

Packmee – Altkleider spenden per Post

Packmee geht mit seinem Konzept neue Wege in der Altkleidersammlung. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Kanälen über die Abgabe bei Straßensammlungen, Sammelstellen oder dem Einwurf in Altkleidercontainer, bietet Packmee seinen Nutzern die Versendung ihrer Alkleiderspende per Post an. Im Folgenden berichten wir darüber, wie genau dies funktioniert, was dabei zu beachten ist und an wen die Erlöse aus der Verwertung der Altkleiderspenden gehen.

Wie funktioniert Packmee?

Mit Packmee kann man seine Altkleider per Post spenden

“Wieso sollte ich für den Versand meiner Spende bezahlen? Da gehe ich doch lieber zum nächsten Altkleidercontainer.” wird sich der ein oder andere fragen. Bei Packmee ist der Versand allerdings unter einfach zu erfüllenden Voraussetzungen kostenlos und einen alten Karton zum verschicken der Kleider hat wohl jeder in seinem Haushalt.

Zunächst einmal packt man seine aussortierten Kleidungsstücke also ordentlich und sauber in ein versandfähiges Paket. Um einen kostenlosen Packmee-Versandaufkleber für das Porto zu bekommen, muss man dafür sorgen, dass das Spendenpaket mindestens 5 Kilogramm schwer ist. Ist diese Bedingung erfüllt, druckt man sich den Paketaufkleber einfach aus und klebt ihn auf die Sendung. Für den Altkleiderspender entstehen damit keinerlei Kosten. Nur für den Karton bzw. die Verpackung muss er selbst aufkommen. Anstatt auf eine Straßensammlung zu warten oder die Sachen zum Altkleidercontainer zu bringen, kann das Packmee-Paket auch beim Paketboten abgegeben werden. Oder aber man tritt den Gang zu einer der vielen Filialen von Hermes oder DHL selbst an.

Ablauf der Altkleidersammlung

Ablauf der Altkleidersammlung mit Packmee

Wohin gehen die Erlöse?

Hinter Packmee steht die Kapitalgesellschaft Texforcare GmbH mit Sitz in Mönchengladbach, deren vorrangiges Ziel “das Sammeln und Verkaufen trag- und gebrauchsfähiger Textilien und Schuhe sowie die kostenlose Weitergabe gebrauchter Brillen und Hörgeräte” ist. Ihre Gründer Paul Schmitz und Marco Solá erhoffen sich durch ihr System einen Rückgang der Spenden an (illegal) gewerblich operierende Unternehmen in der Altkleiderbranche, die nur ein gewinnmaximierendes Geschäft betreiben. Es sei erwähnt, dass Texforcare selbst keine gemeinnützige Organisation, sondern ein gewöhnliches Unternehmen mit einer kommerziell ausgelegten Rechtsform ist.

Die Gründer versprechen allerdings in Abgrenzung zu anderen gewerblichen Kleidersammlern, den größten Anteil ihres Gewinns zu spenden und werben mit Begriffen wie Nachhaltigkeit und Transparenz. Nachdem Packmee die Altkleiderspenden erhalten hat, werden diese – wie bei anderen gewerblichen und karitativen Einrichtungen auch – größtenteils an Sortier- bzw. Verwertungsbetriebe verkauft. Im Anschluss gelangen sie auf die Märkte für Gebrauchtkleidung in Osteuropa, Asien und Afrika.

Die daraus entstehenden Gewinne sollen mindestens zu 50% direkt an die Spendenpartner von Packmee – “RTL – Wir helfen Kindern e. V.” und “Care Deutschland-Luxemburg e. V.” überwiesen werden. Je mehr Menschen mitmachten, desto größer der Spendenanteil an den Erlösen. Das Ziel, diesen Anteil schrittweise auf  80% zu steigern, klingt ehrgeizig und sinnvoll. Bleibt abzuwarten, inwieweit das Unternehmen seine Versprechen für die Zukunft einlösen kann. Ihren Jahresabschluss möchte die Firma auf ihrer Website für alle veröffentlichen.

Altkleiderspenden – Container auf für unser neuestes Projekt

Altkleiderspenden.de verfolgt das Ziel, das Thema rund um die Verwertung von Altkleidern – insbesondere über den Weg der Altkleiderspende – für alle transparenter zu machen. Was mit der Kleiderspende nach dem Einwurf in den Altkleidercontainer oder nach der Altkleidersammlung passiert, wissen nur die wenigsten. Darüber möchten wir in diesem Blog berichten.

Altkleider spenden Afrika

Zur Relevanz von Altkleiderspenden

In Deutschland werden jährlich etwa 750.000 Tonnen davon gesammelt bzw. in Container geworfen. Die meisten Spender gehen davon aus, dass ihre alten Textilien ausschließlich an hilfsbedürftige Menschen direkt in Deutschland oder in Entwicklungsländern verteilt wird. Ein weit verbreiteter Irrglaube, denn die jährliche Sammelmenge übersteigt bei Weitem den Bedarf für karitative Zwecke. Der überwiegende Teil der gesammelten Bekleidung wird daher an Textilverwerter im In- und Ausland verkauft. Die mangelnde Transparenz von karitativen Einrichtungen bezüglich der Verwendung von Altkleiderspenden stößt dabei immer wieder auf Kritik. Darüber hinaus wird auch zunehmend über die Auswirkung des Altkleiderhandels auf Entwicklungsländer kontrovers diskutiert.

Ein weiteres Problem ist der generelle Umgang mit gebrauchter Kleidung in unserer Gesellschaft. Viele Menschen sind sich des Wertes ihrer alten Klamotten nicht bewusst und sparen sich den Gang zu einer der vielen Container und Sammelstationen. Sie werfen ihre aussortierten Altkleider einfach in den Restmüll. Dies wirft insbesondere Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Konsumverhaltens auf der einen und des Produzentenverhaltens in der Textilindustrie auf der anderen Seite auf.

Warum altkleiderspenden.de?

Mit unserer Website haben wir eine neue Informationsplattform ins Leben gerufen, die sich mit dem Thema Altkleiderverwertung im Allgemeinen und Altkleiderspenden im Besonderen beschäftigt und von allen Seiten beleuchtet bzw. diskutiert. Warum wir das tun? Wir möchten die Thematik in erster Linie selbst besser verstehen. Der Handel mit dem gebrauchten Gut fasziniert uns. Dank unserer Reisen durch Asien und Afrika abseits der Wohlstandswelt, kennen wir den Altkleidermarkt am anderen Ende der Second Hand Wertschöpfungskette.

Durch die Veröffentlichung unserer Recherchen möchten wir gleichzeitig dazu beitragen, das was zumeist im Hintergrund geschieht für alle anderen offenzulegen und transparenter zu machen. Wir hoffen Menschen für das Thema sensibilisieren, vielleicht sogar begeistern zu können und lebhafte Diskussionen anzuregen.