Neue Umfrage zur Entsorgung von Altkleidern

NUR 72% machen den Weg zum Altkleidercontainer oder zur Kleiderkammer!? Dies ist das Ergebnis eine repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts youGov unter 1187 Personen in Deutschland. 

Bei den genannten Antwortmöglichkeiten wird “Verschenken”, “Verkaufen” und “Aufheben” am häufigsten genannt (siehe Graphik). Bei diesen Option verzögert sich die “Entsorgung” aber eigentlich nur, denn irgendwann will es kein Freund oder Käufer mehr haben, bzw. auch der Dachboden/Keller platzt aus allen Nähten. Neben der kaum genannten Möglichkeit, die Kleidung in Geschäften abzugeben, bleibt dann wieder nur die Spende oder der Restmüll.

altkleider-entsorgung

Bequem aber meist falsch: Ab in den Restmüll

Laut Umfrage nutzen 21% den Restmüll als Entsorgungsmöglichkeit für ihre alte Kleidung und Schuhe. Zweifelsfrei ist die Entsorgung über den Restmüll die bequemste Methode um die Altkleider loszuwerden. Es gibt auch Alttextilen, die in den Restmüll gehören. Dreckige Schuhe, Arbeitsklamotten (z.B. mit Farbe oder Öl beschmiert) und ungewaschene Unterwäsche würden die guten Altkleider in dem Container beschmutzen – also ab damit in die Tonne.

Müllanalysen zeigen aber immer wieder, dass viele noch verwertbare Kleidungsstücke in den Restmüll gelangen. Neben der Bequemlichkeit ist aber auch die Unsicherheit über die Auswirkungen der Kleiderspende ein Grund, warum viele Menschen den Weg zum Container verweigern.

Bedenken über Auswirkungen als Rechtfertigung für häufige Entsorgung im Müll?

Aktuelle Bedenken über vermeidlich negative Auswirkungen einer Kleiderspende lassen sich grob in zwei Strömungen einteilen.

  1. Altkleiderexporte richten einen Schaden bei der ausländischen Textilindustrie an
  2. Unternehmen bereichern sich durch Vortäuschung einer Gemeinnützigkeit

Zu 1. Die z.B. in der Reportage des NDR aufgeführten Argumente und Szenerien (Altkleiderexporte zerstörten die Textilwirtschaft in Tansania) wurden bereits mehrfach widerlegt.

Zu 2. Es gibt in Deutschland tatsächlich einige Unternehmen, die mit Altkleidern unseriöse Geschäfte machen und sich daran bereichern. Um diese Unternehmen nicht zu unterstützen, sollte man bei der Auswahl des Containers insbesondere auf korrekte Kontaktinformationen achten. Straßensammlung, die nicht von karitativen Organisationen oder bekannten lokalen Vereinen durchgeführt werden, sollten Sie prinzipiell meiden.

Diese Bedenken sollten Sie nicht von einer Altkleiderspende abhalten. Denn die Altkleiderspende ist ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.

Bei den hier aufgelisteten Altkleidercontainern können Sie sich sicher sein, dass Ihre Kleidung bestmöglich recycelt wird.

Die Altkleiderwirtschaft – Meldungen 2014

“Konkurrenzkampf” ist auch 2014 das Top-Thema im Altkleidergeschäft. Städte und Gemeinden kämpfen gegen illegale Kleidersammler und kommunalisieren die Altkleidersammlungen. Gewerbliche Sammler klagen gegen  Kommunen, um ihr Recht, Altkleider sammeln zu dürfen, gerichtlich durchzusetzen. Leittragende sind wiederholt die gemeinnützigen Sammelorganisationen, bei denen das Aufkommen 2014 oftmals rückläufig ist. Der Preis für Altkleider pro Tonne hat im Sommer 2014 seinen Zenit erreicht und bleibt bis zum Jahresende auf einem hohen Niveau. Die Geschehnisse in Russland bzw. der Ukraine, die IS-Truppen in Syrien und Irak sowie die Ebola-Epidemie in Westafrika bremsen vorübergehend die Nachfrage nach Altkleidern aus Deutschland. Über das Spendenaufkommen und die Recyclingquote gibt es auch 2014 keine aktuellen Zahlen für das gesamte Bundesgebiet.

Besonders im ersten Halbjahr berichteten die großen Medien über die Wandlungen auf dem Altkleidermarkt. Nun aber der Reihe nach: Ausgewählte Meldungen über das Geschäft mit unseren Altkleidern 2014.

Januar

Bildschirmfoto 2014-12-19 um 19.09.15

++Gewinnverteilung in Köln++

Die Bild-Zeitung berichtete, dass die Stadt Köln 1.000 illegale Container einziehen und 750 städtische Container der AWB Köln aufstellen will. Der Gewinn aus dem Verkauf soll 50/50 zwischen Stadt und karitativen Organisationen geteilt werden.

++Upcycling++

Der Januar startete mit einem guten Bericht auf 3sat, der zeigt, wie afrikanische Designerinnen aus Mitumba (Altkleider) mit viel Liebe zum Detail echte Schmuckstücke machen.

++Weitere Städte wollen einsteigen++

Immer mehr Städte wollen mitmischen und die Altkleidersammlung selbst regeln: Die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) will 2014 bis zu 400 Container aufstellen. Flensburg, Bedburg, Düsseldorf und viele weitere werden dieses Jahr noch folgen.

++Thema im Spiegel++

Der Spiegel berichtete in einem großen Artikel, dass die Kommunen mit Altkleidersammlungen Geld verdienen wollen. Dies befeuere den Wettbewerb um gebrauchte Klamotten. Die karitativen Verbände sind in der Zwickmühle, denn nicht alle Kommunen holen sie mit ins Boot.

++Kampf gegen Illegale++

Die Praktiken der illegalen Altkleidersammler und was die Kommunen dagegen tun, zeigte anschaulich eine Reportage auf Pro7. Prinzipiell werden die Ordnungsämter immer aktiver, insbesondere dort, wo die Kommune/Stadt an einem geregelten Sammelsystem ein erhöhtes Interesse hat.

++Schranken für die Stadtverwaltung++

Die Stadt Ingolstadt verliert einen Prozess vor dem Münchner Verwaltungsgericht. Die Stadt hatte zuvor einem privaten Unternehmen die Sammellizenz entzogen.

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Cleveres Altkleiderspenden – Wissenswertes und Tipps

Das Frühjahr hat begonnen und mit diesem steht das Ausmisten des Kleiderschranks bevor. Sich von Kleidung zu trennen, ist für viele (Frauen) nicht einfach. An vielen Teilen hängt ein Stück Erinnerung, an manchen sogar noch das Preisschild. Nach einem Jahr oder weniger getragen – ist die Jeans oder der Pulli oldfashioned geworden, nur wohin damit?

Spenden macht Sinn

In den nächsten Altkleidercontainer um die Ecke? Oder gibt es noch andere Alternativen? Auf jeden Fall spenden, denn Altkleider helfen Ressourcen zu sparen und die Umwelt zu schonen, indem z. B. der Wasserverbrauch durch künstliche Bewässerung bei der Kleiderherstellung verringert wird. Aus alten Klamotten können Teppiche, neue Kleidung oder Putzlappen hergestellt und weiterverkauft werden – Textilrecyling fördert einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen.

Das Geschäft mit den Altkleidern

Da die Sammlung der Altkleider ein lukratives Geschäft ist, werden vermehrt illegale Container in Wohngegenden aufgestellt. Wenn überhaupt, dann nur mit einer (nicht erreichbaren) Handynummer versehen, aber nie einer seriösen Organisation zugehörig. Finger weg von solchen Containern! Aber auch der Einwurf in einen Container mit dem Namen einer karitativen Einrichtung garantiert noch nicht, dass ihre Altkleiderspende kostenlos dorthin geht, wo wir sie vermuten.

Karitative Organisationen beauftragen in der Regel professionellen Sortierbetriebe wie die Soex Group, die sich um das Entleeren, Sortieren und Weiterverkaufen kümmern. Erstere bekommen von den Erlösen nur einen kleinen Teil und können damit ihre sozialen Projekte finanzieren. Die Kleidung landet zwar oft in Afrika, sie wird jedoch nicht kostenlos an die Menschen dort verteilt – das sollte jedem klar sein. Die Altkleider aus Deutschland werden auf den afrikanischen Märkten zwar relativ günstig angeboten – z.B. 1-2 Euro für ein T-Shirt, 5 Euro für eine Jeans – aber die wirklich Bedürftigen können sich selbst das nicht leisten.

Ist der Secondhandladen die bessere Wahl?

Auch die Abgabe in Kleiderkammern oder Secondhandläden garantiert nicht, dass die Kleidung kostenlos an Bedürftige gegeben wird. Überschüssige und gut erhaltene Kleidung geht auch hier über Sortierbetriebe nach Osteuropa und Afrika. Kleiderkammern oder Secondhandläden wollen oft nur die richtig gut erhaltenen Stücke, den Rest nehmen sie gar nicht erst an. Aber nicht mehr tragbare Kleidung wird zu Dämmstoffen und Putzlappen verarbeitet und gehört damit nicht in den Hausmüll. Nur stark verschmutze Kleidung, einzelne Schuhe oder Kunststoffdecken gehören nicht in den Altkleidercontainer.

Recycling von Altkleidern (Teil 2)

In unserem ersten Beitrag über das Recycling von Altkleidern ging es um die Wiederverwendung durch den Handel, bei dem die gut erhaltenen Textilien als Second Hand Ware in ferne Länder Osteuropas und Afrikas exportiert und dort verkauft werden. Der Handel macht bei der Verwertung von Altkleidern den mit Abstand größten Teil aus. Allerdings sind etwa die Hälfte der gesammelten Kleider nicht wieder verkauf- bzw. tragbar und gehen daher andere Wege.

Alte Kleider, neue Putzlappen

Die meisten Altkleider, die nicht mehr getragen bzw. verkauft werden können, landen nicht einfach in der Müllverbrennungsanlage. Circa ein Viertel der gespendeten Kleidung wird zu neuem Leben erweckt – und zwar als textiles Reinigungsmaterial. So werden diese ausgedienten Textilien von speziellen Recyclingunternehmen nach Farben und Qualitäten sortiert, von Knöpfen, Reißverschlüssen, Ösen u. ä. befreit, zu handlichen Größen zugeschnitten und massenweise in Pressballen an Industriebetriebe verkauft.

Altkleider werden als Putzlappen recycelt und wiederverwendet

Palette mit Altkleider-Putzlappen

Dort werden die alten Klamotten als Putztücher für die unterschiedlichsten Putzarbeiten verwendet. Zum Einsatz kommen die Lappen im Maschinenbau, bei der Maschinen- und Tankreinigung, in Lackierereien, der Feinmechanik, in Druckereien, in Werkstätten allgemein usw. Je nach Anforderung und Einsatzzweck werden unterschiedliche Alttextilien für die Putzlappenherstellung verwendet und unterscheiden sich dementsprechend auch im Preis. Baumwollware aus T-Shirts, Sweatshirts, Nachtwäsche und Unterwäsche kann beispielsweise als Universaltuch für mittlere und grobe Putzarbeiten benutzt werden und eignet sich besonders zur Aufnahme von Ölen und Schmierstoffen.

Es gibt sogar eine Norm (DIN 61650) für so genannte Einweg-Industrieputzlappen, die aus Altkleidern hergestellt werden. Mehrweg-Putzlappen aus Altkleidern können mehrfach wiederverwendet werden. Sie bestehen aus strapazierfähigerem Material und werden in der Regel vermietet. Der Vermieter kümmert sich hierbei um die Wiederaufbereitung – also die Reinigung und Entfernung von Fremdstoffen wie Metallspänen. Ebenfalls übernimmt er die Entsorgung der gebrauchten und nicht mehr verwendbaren Putzlappen.

Altkleiderspenden – Container auf für unser neuestes Projekt

Altkleiderspenden.de verfolgt das Ziel, das Thema rund um die Verwertung von Altkleidern – insbesondere über den Weg der Altkleiderspende – für alle transparenter zu machen. Was mit der Kleiderspende nach dem Einwurf in den Altkleidercontainer oder nach der Altkleidersammlung passiert, wissen nur die wenigsten. Darüber möchten wir in diesem Blog berichten.

Altkleider spenden Afrika

Zur Relevanz von Altkleiderspenden

In Deutschland werden jährlich etwa 750.000 Tonnen davon gesammelt bzw. in Container geworfen. Die meisten Spender gehen davon aus, dass ihre alten Textilien ausschließlich an hilfsbedürftige Menschen direkt in Deutschland oder in Entwicklungsländern verteilt wird. Ein weit verbreiteter Irrglaube, denn die jährliche Sammelmenge übersteigt bei Weitem den Bedarf für karitative Zwecke. Der überwiegende Teil der gesammelten Bekleidung wird daher an Textilverwerter im In- und Ausland verkauft. Die mangelnde Transparenz von karitativen Einrichtungen bezüglich der Verwendung von Altkleiderspenden stößt dabei immer wieder auf Kritik. Darüber hinaus wird auch zunehmend über die Auswirkung des Altkleiderhandels auf Entwicklungsländer kontrovers diskutiert.

Ein weiteres Problem ist der generelle Umgang mit gebrauchter Kleidung in unserer Gesellschaft. Viele Menschen sind sich des Wertes ihrer alten Klamotten nicht bewusst und sparen sich den Gang zu einer der vielen Container und Sammelstationen. Sie werfen ihre aussortierten Altkleider einfach in den Restmüll. Dies wirft insbesondere Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Konsumverhaltens auf der einen und des Produzentenverhaltens in der Textilindustrie auf der anderen Seite auf.

Warum altkleiderspenden.de?

Mit unserer Website haben wir eine neue Informationsplattform ins Leben gerufen, die sich mit dem Thema Altkleiderverwertung im Allgemeinen und Altkleiderspenden im Besonderen beschäftigt und von allen Seiten beleuchtet bzw. diskutiert. Warum wir das tun? Wir möchten die Thematik in erster Linie selbst besser verstehen. Der Handel mit dem gebrauchten Gut fasziniert uns. Dank unserer Reisen durch Asien und Afrika abseits der Wohlstandswelt, kennen wir den Altkleidermarkt am anderen Ende der Second Hand Wertschöpfungskette.

Durch die Veröffentlichung unserer Recherchen möchten wir gleichzeitig dazu beitragen, das was zumeist im Hintergrund geschieht für alle anderen offenzulegen und transparenter zu machen. Wir hoffen Menschen für das Thema sensibilisieren, vielleicht sogar begeistern zu können und lebhafte Diskussionen anzuregen.