Wie Sie “schlechte” Altkleidercontainer erkennen – oder eben nicht

Wem es nicht egal ist, wem die Altkleiderspende überlassen wird, hat es zurzeit nicht leicht. Viele  Recyclingunternehmen operieren unter einem Deckmantel der Wohltätigkeit, um mehr Altkleider zu sammeln. Ihre Spende hat daher je nach Organisation einen unterschiedlichen sozialen Wert.  In unserer Rubrik Altkleidercontainer finden Sie daher nur “saubere Container”. Falls Sie dort noch keinen Altkleidercontainer in Ihrer Nähe finden, haben wir hier die typischen Vorgehensweisen der Unternehmen aufgelistet, die Spender von einer meist nicht vorhandenen Gemeinnützigkeit überzeugen sollen:

1. Aufmachung der Container im “karitativen Look”

Rotes Kreuz auf Altkleiderconatiner

Rotes Kreuz auf Altkleiderconatiner bedeutet nicht, dass das DRK dahinter steckt

Rote Schrift auf weißem Grund sollen beim Spender eine karitative Organisation, wie das DRK oder die Malteser assoziieren  Hinzu kommen Symbole und Sologans, welche ebenfalls an die Gemeinnützigkeit der Sammelorganisation glauben lassen sollen.

Sehr beliebte Symbole sind dabei nicht nur das rote Kreuz auf weißem Hintergrund, sondern auch Engel in jeder Form oder natürlich die Weltkugel mit Umweltsymbolen.

Die irreführenden Slogans sind beispielsweise:

  • „Hilfe für Flutopfer“
  • „Helfen Sie, damit wir helfen können.“
  • “Kleidung für Afrika”

Hinzu kommt, dass auf den Container außer diesen Aufklebern keine oder falsche Kontaktdaten zu finden sind. Der Name (z.B. Babynothilfe, Roter Ring Kinderhilfe) ist oft zusätzlich mit einem e.V. versehen, um so erneut die Gemeinnützigkeit zu untermauern. Die Kleidung, die in diesen Containern landet, wird zu 100% verkauft und die Gewinne fließen an allen sozialen Projekten und Organisationen vorbei.

2. Illegale aufgestellte Altkleidercontainer

Illegal aufgestellte Altkleidercontainer sind kaum zu erkennen. Unternehmen stellen immer wieder ihre Altkleidercontainer unangemeldet in Stadtgebieten auf und hoffen möglichst lange nicht durch das zuständige Ordnungsamt entdeckt zu werden. Dabei wählen die Unternehmen oft Standorte im öffentlichen Raum mit hohem Durchgangsverkehr, wie zum Beispiel Ausfahrtsstraßen, Stadtzentren oder die Nähe eines Einkaufszentrums. Insbesondere wenn der Container gerade erst an diesem Standort aufgestellt wurde, sollte ihr Mistrauen groß sein, denn illegale Altkleidercontainer kommen und gehen schneller als legale.

illegaler Altkleidercontainer an Ausfahrtsstrasse

illegaler Altkleidercontainer an Ausfahrtsstrasse

3. Altkleidercontainer auf privater Gewerbefläche

Altkleidercontainer-gewerbeflaeche

Altkleidercontainer auf einer Gewerbeflaeche

Altkleidercontainer auf privatem Gelände sind meistens legal, werden aber von profit-orientierten Unternehmen betrieben . Es besteht ein Vertrag zwischen dem Betreiber des Altkleidercontainers und dem Grundstückseigentümer. Standorte für diese gewerblichen Container sind meist Parkplätze von Supermärkten oder Einkaufszentren.

Auch bei diesen Containern fließt der Wert Ihrer Altkleiderspende vollständig an den Textilrecycler sowie den Besitzer der Gewerbefläche, welche eine Mieteinnahme für den Altkleidercontainer bekommt.

 

4. Logovermietung für Altkleidercontainer

Altkleidercontainer-look

Logovermietung bei Altkleidercontainern

Der Logoverkauf oder die Logovermietung ist bei Altkleidercontainern weit verbreitet. Für viele karitative Organisationen lohnt es sich nicht die Altkleidercontainer selbst zu betreiben. Aufstellen, ausleeren und sortien lohnt sich nicht für alle Verbände. Trotzdem können sie Geld verdienen, in dem karitativen Organisationen ihr Logo und ihren Schriftzug für 5-15 Euro pro Monat und Container vermieten. Die Einrichtungen selbst haben mit dem Sammeln der Kleidung dann nichts mehr zu tun. Positiv ist, dass die karitativen Organisationen dabei nicht komplett leer ausgehen, auf der anderen Seite wissen sie oft gar nicht, wo die Textilien später landen. Dies ist natürliche eine enorme Täuschung des Altkleiderspenders, der auch überhaupt keine Chance hat, diesen (leider legalen) Etikettenchwindel zu durchschauen.