Wohin gehen die Altkleider?

Altkleider werden in den wenigsten Fällen kostenlos an hilfsbedürftige Menschen verteilt. Stattdessen wird die gespendete Kleidung nach Qualität sortiert und auf Märkten in Entwicklungsländern verkauft oder hierzulande recycelt. Dahinter steckt ein riesiger Markt.

Altkleider-Weltmarkt

Warum werden Altkleider nicht in Krisengebiete geschickt?

Deutsche Altkleider als humanitäre Hilfe in Krisengebieten (z.B. Flüchtlingslager) zu schicken, macht meist wenig Sinn, da die Bedürfnisse vor Ort sehr speziell sind. Es werden eher Zelte, Matratzen und Decken benötigt, welche nicht durch die Altkleidersammlungen gedeckt werden könne. Die alte Kleidung kostenlos in den Krisengebieten dieser Welt zu verteilen kostet natürlich auch Geld. Das Geld wird von den Hilfsorganisationen aber ebenfalls für Essen und Medikamente gebraucht – dies ist meist noch wichtiger als Kleidung. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die überschüssigen Altkleider aus Deutschland verkauft und weltweit gehandelt werden.

Vom Altkleidersammler zum Sortierbetrieb

Nachdem Ihre Altkleider im Container gelandet sind oder Sie diese bei einer Kleiderkammer abgegeben haben, beginnt die lange Reise der Altkleider.

Der Inhalt von Altkleidercontainer wird regelmäßig abholt und zu regionalen Sammelstellen gebracht. Auch der Überschuss der Kleiderkammern wird zu diesen Sammelstellen transportiert. Von hier werden die Altkleider meist ein erstes Mal gehandelt. Der Altkleidersammler verkauft die Altkleider für 300-600 Euro pro Tonne an einen Sortierbetrieb.

Die Altkleider werden meist per LKW von der Sammelstelle zum Sortierbetrieb gefahren. Im Sortierbetrieb werden die Altkleider einzeln und manuell in bis zu 400 Kategorien eingeteilt. Durchschnittlich können 45% der Altkleider als Secondhand-Kleider verwertet werden. Die beste Ware kaufen inländische Secondhand-Läden an, die Qualitätsstufe 2 wird nach Osteuropa verkauft, Qualitätsstufe 3 meist Asien und vor allem Ostafrika. Nicht mehr tragfähige Kleidung wird also Putzlappen oder zerschreddert als Dämmmaterial an die Industrie verkauft. Alles was nicht verkäuflich ist, müssen der Textilsortierer entsorgen. Im Sortierbetrieb werden die Altkleider also ein zweites Mal gehandelt.

Vom Sortierbetrieb ins Ausland

Die Altkleiderexporte werden entweder direkt per LKW nach Osteuropa oder zu einem Seehafen transportiert. Im Bestimmungsort werden die Altkleider in die Lager von Großhändlern zwischengelagert. Hier wechseln die Textilen ein weiteres mal den Eigentümer, denn die Großhändler verkaufen die gepressten Ballen an Zwischenhändler.

Über Zwischenhändler zum Endkunden

Durch die Zwischenhändler werden die Altkleider Landesweit verteilt, denn diese beliefern landesweit die Marktfrauen, die die Kleidung wiederum an die Bevölkerung verkauft. Insgesamt wechseln Ihre Altkleider also bis zu 5 mal den Besitzer nachdem Sie Ihre Altkleiderspende in den Altkleidercontainer geworfen haben.

 

Diese Darstellung zeigt den Weg der Altkleider – vom Container zu zu der Bevölkerung in Afrika

der weg der Altkleider

Von deutschen Container bis zu den Kindern in Kenia – der Weg der Altkleider